Bam­ber­ger Erz­bi­schof Schick zu Kar­frei­tag: „Die Bedeu­tung des Kreu­zes verstehen“

„Die Kreu­ze müs­sen im öffent­li­chen Raum bleiben“

(bbk) Die Kreu­ze müs­sen nach den Wor­ten des Bam­ber­ger Erz­bi­schofs Lud­wig Schick in Schu­len, Gerichts­sä­len, Kran­ken­häu­sern, an Haus­wän­den und an den Wegen blei­ben. Dies sag­te er in sei­ner Kar­frei­tags­pre­digt ins­be­son­de­re mit Blick auf das soge­nann­te „Kopf­tuchur­teil“ des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, in des­sen Fol­ge auch wie­der das Abhän­gen von Kru­zi­fi­xen gefor­dert wur­de. „Wir dür­fen Kreu­ze nicht abhän­gen, son­dern müs­sen Inhalt und Sinn des Kreu­zes auch den Nicht­chri­sten, Mus­li­men, Juden und allen Men­schen mit und ohne Reli­gi­on und Glau­ben erklä­ren“, sag­te Schick. „Das Kreuz ist wich­tig für Gerech­tig­keit und Frie­de, für Gemein­wohl und Mit­mensch­lich­keit. Es hat Bedeu­tung für eine huma­ne Gesell­schaft und eine gute Zukunft.“

„Der Kar­frei­tag will uns zu Men­schen des Kreu­zes machen“, sag­te der Erz­bi­schof. Das Kreuz zei­ge, dass sich der Mensch nach rechts und links, nach oben und unten aus­span­nen müs­se. So wer­de ver­hin­dert, dass er ein­sei­tig wer­de und sich in sich selbst zurück­zie­he, die Arme ver­schrän­ke und so nicht zum Wohl und Heil der Mit­men­schen bei­tra­ge. Der Quer­bal­ken des Kreu­zes for­de­re, dass jeder Mensch sei­ne Arme weit mache, um die Armen und Rei­chen, die Gesun­den und Kran­ken, die Freund­li­chen und Unfreund­li­chen zu umfas­sen. Der Längs­bal­ken zei­ge, dass der Mensch mit den Bei­nen auf der Erde ste­hen und mit dem Kopf zum Him­mel sich aus­strecken sol­le. „Wir brau­chen Men­schen, die stand­fest auf dem Boden ste­hen und zugleich mit Gott ver­bun­den sind“, sag­te der Ober­hir­te und beklag­te: „Wir haben in unse­rer Welt, gera­de auch im öffent­li­chen Leben, unter den Wohl­ha­ben­den und Ver­ant­wor­tungs­trä­gern, zu vie­le, die vom Kreuz her­ab­ge­stie­gen, ein­sei­tig und selbst­süch­tig gewor­den sind, die ego­istisch und kor­rupt han­deln, die nur für sich leben und nicht offen sind für ihre Mitmenschen.“

Jesus sei nicht vom Kreuz her­ab­ge­stie­gen, um zu zei­gen, dass Gott uns zu Men­schen des Kreu­zes machen wol­le, die von Gott her für die Mit­men­schen wei­te Arme und ein offe­nes Herz haben. „Das Kreuz muss blei­ben als Zei­chen des Hei­les, des Lebens und der Hoff­nung“, schloss Schick sei­ne Pre­digt in der gro­ßen Kar­frei­tags­lit­ur­gie im Bam­ber­ger Dom, in der an das Lei­den und Ster­ben Jesu Chri­sti erin­nert wird.

1 Antwort

  1. Ferenc sagt:

    Ja!

    Das Kreuz soll offen und öffent­lich gezeigt wer­den. Chri­sten sol­len ihren Glau­ben leben und bekennen.

    Die Anbrin­gung des Kreu­zes in öffent­li­chen Gebäu­den staat­lich anzu­ord­nen, ist indes kein Zei­chen über­zeu­gen­der Glau­bens­stär­ke. Viel­mehr belegt der­ar­ti­ges Geba­ren nichts als schwä­che­be­ding­ten Trotz.

    Geleb­ter Glau­be über­zeugt weit mehr als sinn­ent­leer­te Symbolik.

    Ja!

    Chri­sten, bezeugt das Kreuz und sei­ne Bot­schaft, die Froh­bot­schaft (Evan­ge­li­um), durch Euer Leben, durch Eure Lie­be zu Gott und den Menschen!

    Wider­sagt aber denen, die das Kreuz nicht als Zei­chen des Heils, son­dern als Sym­bol der Ab- und Aus­gren­zung miß­brau­chen wollen!

Schreibe einen Kommentar