Kunst­werk des Monats April 2015 im Kunst­mu­se­um Bayreuth

Ohne Titel, 1963

Ohne Titel, 1963

Das Kunst­werk des Monats April 2015 steht in Bezie­hung zu der am 24.3. der Stadt Bay­reuth durch die Ober­fran­ken­stif­tung über­ge­be­nen 350 neu­en Wer­ke von Cas­par Wal­ter Rauh. Es ist im Ein­gangs­be­reich des Muse­ums zu sehen:

Cas­par Wal­ter Rauh (1912–1983)
Ohne Titel, 1963
Schwar­ze und blaue Tusche, Blei­stift, Grattage
Cas­par Wal­ter Rauh Samm­lung der Ober­fran­ken­stif­tung im Kunst­mu­se­um Bayreuth

Die Betreu­ung der Cas­par Wal­ter Rauh Samm­lung der Ober­fran­ken­stif­tung war eine der ersten Auf­ga­ben, der sich das Kunst­mu­se­um nach der Grün­dung vor 15 Jah­ren wid­me­te. 1991 war die Samm­lung gegrün­det und als Dau­er­leih­ga­be der Stadt über­ge­ben wor­den. Wenn nun die Ober­fran­ken­stif­tung den Bestand durch Ankauf von wei­te­ren 350 Arbei­ten von Cas­par Wal­ter Rauh erwei­tert, wird damit die Bedeu­tung von Casper Wal­ter Rauh für das Kunst­mu­se­um, für die Stadt Bay­reuth und für die gesam­te Regi­on erneut her­vor­ge­ho­ben. Rauhs unver­gleich­li­che For­men­spra­che, sei­ne ein­zig­ar­ti­ge Motiv­wahl, sei­ne höch­ste tech­ni­sche Kunst­fer­tig­keit – das alles ver­dich­tet sich zu einem Oeu­vre, das im loka­len Para­go­ne einen Ehren­platz behauptet.

In den sech­zi­ger Jah­ren ent­wickel­te Rauh, der sich vor allem als Mei­ster der Gra­phik auf Papier einen Namen gemacht hat­te, ein neu­es bild­ne­ri­sches For­mat. Auf Mal­pap­pe gestal­te­te er auf­wen­di­ge Tusche­zeich­nun­gen, die, teils mit Abspreng­tech­nik ver­fei­nert, durch sub­til abge­stuf­te Far­ben kolo­riert wer­den. Geschil­dert wer­den mit­un­ter Epi­so­den von ver­hal­ten hei­te­rem, oft melan­cho­lisch-ver­han­ge­nem Kon­text. Manch­mal wird der nar­ra­ti­ve Aspekt gänz­lich zugun­sten der Schil­de­rung fan­ta­sti­scher Wel­ten und Stim­mun­gen auf­ge­ge­ben. Das Objekt des Monats ent­wickelt dem Betrach­ter vor einem in tie­fes Blau gehüll­ten Hin­ter­grund so eine fan­ta­sti­sche Sze­ne­rie, fast wie ein Büh­nen­bild, das den Auf­tritt der Prot­ago­ni­sten erwartet.

Phil­ipp Schramm M.A.

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