Bay­reu­ther Ober­bür­ger­mei­ste­rin Bri­git­te Merk-Erbe kri­ti­siert die Plä­ne der Deut­schen Bahn AG

“Kun­den­of­fen­si­ve der Bahn geht in die fal­sche Richtung”

Mit einer Kun­den­of­fen­si­ve will die Deut­sche Bahn AG auch dort wie­der Fern­ver­kehr betrei­ben, wo sie sich vor Jah­ren zurück­ge­zo­gen hat. Die Stadt Bay­reuth begrüßt grund­sätz­lich die Aus­wei­tung des Fern­ver­kehrs­net­zes der DB AG als längst über­fäl­li­gen, wich­ti­gen Schritt. „Die­ser geht in Ober­fran­ken jedoch in eine fal­sche Rich­tung“, sagt Ober­bür­ger­mei­ste­rin Bri­git­te Merk-Erbe dazu.

Denn nach den Plä­nen der DB soll der Fern­ver­kehr zwi­schen Süd­westsach­sen und Fran­ken nicht wie­der auf der Fran­ken-Sach­sen-Magi­stra­le ein­ge­führt wer­den. Die­se direk­te Ver­bin­dung von Nürn­berg nach Dres­den über Hof wer­de aus Sicht der Bahn durch die Neu­bau­strecke Nürnberg–Leipzig mit Anbin­dung Dres­den ersetzt. Statt­des­sen soll ab 2022 Süd­westsach­sen mit der Ober­pfalz, Regens­burg und Mün­chen ver­bun­den wer­den. Dies setzt jedoch die Elek­tri­fi­zie­rung von Hof nach Regens­burg vor­aus, die die Bahn vor­dring­lich durch­set­zen möch­te, um im Güter­ver­kehr eine wei­te­re Nord-Süd-Tras­se nut­zen zu können.

„Damit setzt sich die Bahn über die Vor­stel­lun­gen aller Anlie­ger­städ­te und –regio­nen hin­weg“, betont Merk-Erbe. Das Säch­sisch-Baye­ri­sche Städ­te­netz, die kom­mu­na­le Inter­es­sens­ge­mein­schaft Elek­tri­fi­zie­rung Nürnberg–Bayreuth/Eger und wich­ti­ge Part­ner, wie die Ver­kehrs­mi­ni­ste­ri­en von Bay­ern und Sach­sen, die Baye­ri­sche Eisen­bahn­ge­sell­schaft, die Ver­kehrs­ver­bün­de, die Euro­päi­sche Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg und nicht zuletzt die tsche­chi­schen Nach­bar­re­gio­nen, sind sich dar­in einig, dass die Eisen­bahn­strecke von Nürn­berg nach Bayreuth/​Marktredwitz und wei­ter nach Eger/​Prag sowie Hof/​Dresden elek­tri­fi­ziert und vom Fern­ver­kehr Nürnberg–Dresden und Nürnberg–Prag befah­ren wer­den soll.

Bei den Pla­nun­gen der Bahn haben auch kei­ne inter­na­tio­na­len Züge von Nürn­berg nach Prag Platz. Hier scheint sie allein auf die Fern­bu­s­se über Waid­haus zu set­zen, wo sie den Markt beherrscht. Dies wider­spricht dem deutsch-tsche­chi­schen Staats­ver­trag aus dem Jahr 1995, wonach Aus­bau und Elek­tri­fi­zie­rung der Bahn­strecke Nürnberg–Eger–Prag „als die zweck­mä­ßig­ste Ver­bin­dung zwi­schen Süd­deutsch­land und Prag“ ange­strebt werden.

„Zusam­men mit unse­ren zahl­rei­chen Netz­werk­part­nern wer­den wir die­sen Aus­bau mit größ­tem Nach­druck beim Bund ein­for­dern, damit der Abschnitt Nürnberg–Marktredwitz mit dem Abzweig nach Bay­reuth von elek­tri­schen Zügen befah­ren wer­den kann“, so Merk-Erbe abschließend.

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