Ober­frän­ki­sche CSU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te infor­mie­ren sich am Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung

Auf Anre­gung von Staats­mi­ni­ste­rin Mela­nie Huml (Stimm­kreis Bam­berg-Stadt) fand ein Infor­ma­ti­ons­ge­spräch der Ober­fran­ken­grup­pe der CSU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten am Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung (ALE) Ober­fran­ken in Bam­berg statt. Amts­lei­ter Anton Hepp­le freu­te sich sehr, neben der Mini­ste­rin auch die Abge­ord­ne­ten Gud­run Bren­del-Fischer (Bay­reuth), Micha­el Hof­mann (Forch­heim), Alex­an­der König (Hof), Hein­rich Rudrof (Bam­berg-Land) und Mar­tin Schöf­fel (Kulm­bach-Wun­sie­del) begrü­ßen zu kön­nen.

Mela­nie Huml beton­te ein­gangs, wie wich­tig es den Abge­ord­ne­ten sei, bedeut­sa­me Ein­rich­tun­gen und Behör­den im Regie­rungs­be­zirk zu besu­chen, um sich vor Ort über die Arbeit sowie aktu­el­le Pro­ble­me zu infor­mie­ren und die Erkennt­nis­se in die täg­li­che poli­ti­sche Arbeit ein­flie­ßen zu las­sen.

Vor die­sem Hin­ter­grund berich­te­te Amts­lei­ter Anton Hepp­le zusam­men mit sei­nen bei­den Gebiets­ab­tei­lungs­lei­tern Lothar Wink­ler (Ober­fran­ken Ost) und Wolf­gang Kieß­ling (Ober­fran­ken West), dass der­zeit in Ober­fran­ken noch rund 200 Ver­fah­ren der Dorf­er­neue­rung und Flur­neu­ord­nung sowie 45 Ver­fah­ren des Frei­wil­li­gen Land­tau­sches lau­fen.

In einem kur­zen Rück­blick erläu­ter­te Amts­lei­ter Anton Hepp­le, dass es ange­sichts des vom Land­tag beschlos­se­nen Per­so­nal­ab­baus von vor­mals über 400 Mit­ar­bei­ter auf aktu­ell etwa 160 Mit­ar­bei­ter eines der Zie­le des ALE gewe­sen sei, die hohe Zahl von mehr als 300 lau­fen­den Ver­fah­ren der Dorf­er­neue­rung und Flur­neu­ord­nung zu redu­zie­ren. Mit die­ser Maß­nah­me wol­le das ALE künf­tig schnel­ler und fle­xi­bler reagie­ren kön­nen. Die Par­la­ments­mit­glie­der begrüß­ten dies nach­drück­lich.

Beson­ders dank­te Anton Hepp­le den Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten für ihren Ein­satz zur Bei­be­hal­tung des Mit­tel­ein­sat­zes für die Länd­li­che Ent­wick­lung durch Auf­stockung des Anteils an Lan­des­mit­teln. Damit könn­ten der­zeit alle Maß­nah­men, die bau­reif sind, bewil­ligt und umge­setzt wer­den. Der Abge­ord­ne­te Mar­tin Schöf­fel beton­te, wie wich­tig die­se Maß­nah­men sei­en: „Dorf­er­neue­rung gestal­tet nicht nur das dörf­li­che Umfeld, viel­mehr stärkt die inten­si­ve Betei­li­gung der Bür­ger auch die Dorf­ge­mein­schaft und das Zusam­men­le­ben in unse­ren Dör­fern.“ Des­halb stat­te der Frei­staat die Dorf­er­neue­rung in Bay­ern jähr­lich mit Haus­halts­mit­teln in Höhe von rund 200 Mil­lio­nen Euro aus und wol­le auch wei­ter­hin die Zukunfts­ent­wick­lung unse­rer Dör­fer vor­an­brin­gen. Der Abge­ord­ne­te Hein­rich Rudrof erläu­ter­te in die­sem Zusam­men­hang: „Die erneut groß­zü­gig Berück­sich­ti­gung der Pro­gram­me der Länd­li­chen Ent­wick­lung zur Flur­neu­ord­nung, Dorf­er­neue­rung und LEA­DER im Dop­pel­haus­halt 2015/16 war nicht selbst­ver­ständ­lich, da wegen der Neu­ge­stal­tung der gemein­sa­men Agrar­po­li­tik für die För­der­pe­ri­ode 2014 bis 2020 rund 8,5 Pro­zent weni­ger an EU-Mit­teln zu uns nach Bay­ern flie­ßen.“

Sor­ge berei­te­te ins­be­son­de­re dem Abge­ord­ne­ten Alex­an­der König der Rück­gang des Mit­tel­ein­sat­zes in Ober­fran­ken in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren im Ver­gleich zu ande­ren Regie­rungs­be­zir­ken, zumal aus abge­schlos­se­nen Ver­fah­ren ein gewal­ti­ger Impuls für die jewei­li­ge Ort­schaft erkenn­bar sei. Ein Bedarf sei in vie­len Kom­mu­nen nach wie vor vor­han­den, so die Par­la­men­ta­ri­er. Letzt­lich wur­de deut­lich, dass die Grün­de viel­schich­tig sind: vom abneh­men­den Inter­es­se der Flä­chen­ver­päch­ter an der Flur­neu­ord­nung bis hin zur geschwun­de­nen Finanz­kraft der Kom­mu­nen ins­be­son­de­re im öst­li­chen Ober­fran­ken.

In der Dis­kus­si­on um den Ein­satz von Sta­bi­li­sie­rungs­hil­fen für Dorf­er­neue­rung als frei­wil­li­ge kom­mu­na­le Lei­stung stell­ten die Amts­ver­tre­ter klar, dass dafür die Zustim­mung der Regie­rung von Ober­fran­ken not­wen­dig sei. Die Vor­aus­set­zung dafür sei, dass die Gemein­de die Maß­nah­men im Rah­men der Dorf­er­neue­rung als Teil der Pflicht­auf­ga­ben begrün­den kön­ne. Der Abge­ord­ne­te Mar­tin Schöf­fel ergänz­te, dass hier­bei zwar stren­ge Regeln an eine spar­sa­me Wirt­schafts­wei­se der Kom­mu­nen gestellt wer­den, aber ein Teil der Sta­bi­li­sie­rungs­hil­fen für drin­gend not­wen­di­ge Pro­jek­te im Bereich Dorf­er­neue­rung oder Städ­te­bau ver­wen­det wer­den dür­fe. „Mit der Dorf­er­neue­rung lei­sten wir einen wich­ti­gen Bei­trag, um die Dör­fer für die Her­aus­for­de­run­gen des demo­gra­phi­schen Wan­dels fit zu machen. Wir geben in Bay­ern kein Dorf auf, wir gestal­ten Lebens­raum für die Men­schen zusam­men mit den Kom­mu­nen in ganz Bay­ern!“. Die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten baten daher dar­um, dass die Ver­tre­ter des ALE trotz die­ser Schwie­rig­kei­ten immer neu das Gespräch mit den Land­rä­ten und Bür­ger­mei­stern suchen und Anstö­ße für Ver­fah­ren der Länd­li­chen Ent­wick­lung geben soll­ten.

Auch von posi­ti­ven Ent­wick­lun­gen konn­te Amts­lei­ter Anton Hepp­le berich­ten. Die Erstel­lung von Kon­zep­ten zur Gemein­de­ent­wick­lung sowie die Zusam­men­ar­beit von Kom­mu­nen im Rah­men der Inte­grier­ten Länd­li­chen Ent­wick­lung (ILE) neh­men immer brei­te­ren Raum ein. Hepp­le wies in die­sem Zusam­men­hang dar­auf hin, dass die­se zwar eben­falls viel Arbeits­ka­pa­zi­tät am ALE bin­den, aber dar­aus nicht unbe­dingt nur Ver­fah­ren der Länd­li­chen Ent­wick­lung resul­tier­ten. Daher sei die Arbeits­lei­stung des ALE künf­tig nicht nur an der Anzahl der Flur­neu­ord­nungs- und Dorf­er­neue­rungs­ver­fah­ren sowie der dafür ein­ge­setz­ten För­der­mit­tel zu beur­tei­len. Ähn­li­ches gel­te auch für die neue Initia­ti­ve „boden:ständig“, die zur Min­de­rung der Boden­ero­si­on und der Fol­gen von Stark­re­gen­fäl­len bei­tra­gen soll. Hier wer­de inten­siv mit der Was­ser­wirt­schaft und der Bezirks­re­gie­rung zusam­men­ge­ar­bei­tet.

Die Abge­ord­ne­te Gud­run Bren­del-Fischer wies dar­auf hin, dass in Ober­fran­ken immer mehr Zweit­flur­ver­fah­ren in Gang kämen: „Das ist sehr erfreu­lich, weil die Zweit­flur­ver­fah­ren für eine moder­ne Land­be­wirt­schaf­tung unver­zicht­bar sind.“ Dabei sei auch das neue Kern­we­ge­kon­zept zu begrü­ßen, so Bren­del-Fischer. Mit der För­de­rung von Kern­we­ge­net­zen sol­len auch die Haupt­we­ge für den land­wirt­schaft­li­chen Ver­kehr gemein­de­über­grei­fend an die Anfor­de­run­gen der moder­nen Land­tech­nik ange­passt wer­den. MdL Hein­rich Rudrof frag­te in die­sem Zusam­men­hang nach, inwie­weit die Gemein­den die Auf­ga­be des Wege­un­ter­halts wahr­neh­men wür­den. Bau­di­rek­to­rin Kath­rin Rie­del vom Ver­band für Länd­li­che Ent­wick­lung Ober­fran­ken, gleich­zei­tig Lei­te­rin der Schu­le für Dorf- und Flur­ent­wick­lung (SDF) Klo­ster­lang­heim, berich­te­te, dass allen Kom­mu­nen nach Abschluss von Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren ange­bo­ten wer­de, im Rah­men von Semi­na­ren an der SDF die tech­ni­schen und finan­zi­el­len Aspek­te des Wege­un­ter­halts sowie gute Lösungs­an­sät­ze wie z.B. die Bil­dung von Wege­pfle­ge­ver­bän­den ken­nen­zu­ler­nen. Die­ses Ange­bot wer­de von den betrof­fe­nen Kom­mu­nen gut genutzt eben­so wie die übri­gen Ange­bo­te der Schu­le, was sich in der auf Rekord­ni­veau gestie­ge­nen Anzahl der abge­hal­te­nen Semi­na­re nie­der­schla­ge. Einer wei­te­ren Zunah­me des Semi­nar­an­ge­bots stün­den jedoch die begrenz­ten Kapa­zi­tä­ten der ehren­amt­lich täti­gen Stamm­re­fe­ren­ten sowie der Räum­lich­kei­ten im Kon­vent­bau in Klo­ster­lang­heim ent­ge­gen. Für das Jahr 2015 habe die Schu­le den Schwer­punkt „sozia­le Kom­mu­ne“ gewählt, u.a. mit dem The­ma Nach­bar­schafts­hil­fe und ihrem recht­li­chen Rah­men.

Abschlie­ßend dank­te Staats­mi­ni­ste­rin Mela­nie Huml auch im Namen ihrer Land­tags­kol­le­gen für den infor­ma­ti­ven Gedan­ken­aus­tausch und bot auch wei­ter­hin Unter­stüt­zung bei kon­kre­ten Pro­ble­men der Länd­li­chen Ent­wick­lung an.

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