Graf-Stauf­fen­berg-Schu­le: „Ver­schärf­ter Ver­weis“ wird zurück­ge­nom­men

Chan­ce für Neu­an­fang

Die Schul­lei­tung der Graf-Stauf­fen­berg-Wirt­schafts­schu­le hat ent­schie­den, den in den letz­ten Tagen kon­tro­vers dis­ku­tier­ten „ver­schärf­ten Ver­weis“ gegen einen 17-jäh­ri­gen Schü­ler zurück­zu­neh­men. „Eine von der Stadt Bam­berg ange­streng­te Prü­fung hat erge­ben, dass die Begrün­dung für den ‚ver­schärf­ten Ver­weis‘ nicht den Richt­li­ni­en für dis­zi­pli­na­ri­sche Maß­nah­men des Baye­ri­schen Geset­zes zu Bil­dung, Erzie­hung und Betreu­ung ent­sprach“, sag­te Ober­stu­di­en­di­rek­tor Mar­tin Mattausch am Diens­tag. „Es bleibt den­noch Fakt, dass der Schü­ler sich nicht an die Regeln des Schul­be­triebs gehal­ten hat. Aller­dings haben wir den Ver­stoß nicht for­mal kor­rekt begrün­det. Aus die­sem Grund habe ich in Ein­ver­neh­men mit dem mit dem Vor­gang befass­ten Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ent­schie­den, den Ver­weis zurück­zu­neh­men.“

Der Schul­lei­ter sag­te, dass die­se Ent­schei­dung auch die Chan­ce für einen Neu­an­fang sei. „Tat­sa­che ist, dass es mit dem Schü­ler bereits wie­der­holt dis­zi­pli­na­ri­sche Pro­ble­me gab. Aus die­sem Grund haben nicht nur meh­re­re Gesprä­che mit ihm und den Erzie­hungs­be­rech­tig­ten statt­ge­fun­den, son­dern sein Ver­hal­ten wur­de auch bereits sank­tio­niert.“

Mattausch bedau­er­te, dass durch den in den Medi­en dis­ku­tier­ten Ein­zel­fall der Ein­druck ent­stan­den sei, die­se dis­zi­pli­na­ri­sche Maß­nah­me sei allein auf­grund der poli­ti­schen Ein­stel­lung des Schü­lers erfolgt. „Die­ser Ein­druck ist defi­ni­tiv falsch. Wir för­dern an unse­rer Schu­le eine offe­ne, fai­re und respekt­vol­le Dis­kus­si­ons­kul­tur. Dies schließt selbst­ver­ständ­lich auch die Mög­lich­keit mit ein, sich kri­tisch gegen­über der Bun­des­wehr zu äußern.“ Um das noch­mals deut­lich zu machen, kün­dig­te er an, dass bei den dies­jäh­ri­gen Pro­jekt­ta­gen der Schu­le die The­men „Mei­nungs­frei­heit, Tole­ranz und Umgang mit­ein­an­der in der Schul­fa­mi­lie“ im Mit­tel­punkt ste­hen wer­den.

Bür­ger­mei­ster Dr. Chri­sti­an Lan­ge, Refe­rent für Schu­le, Kul­tur und Bil­dung, begrüß­te die Ankün­di­gung des Schul­lei­ters. Er teil­te zugleich mit, dass er kom­men­de Woche zusam­men mit Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke mit dem Schü­ler spre­chen wer­de. Im per­sön­li­chen Gespräch wol­le er ihm auch ver­deut­li­chen, dass es die Stadt grund­sätz­lich begrü­ße, wenn sich Schü­le­rin­nen und Schü­ler für Poli­tik inter­es­sie­ren und eine eige­ne Mei­nung bil­de­ten und ver­brei­ten, solan­ge die­se nicht extre­mi­stisch, also mit der frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung ver­ein­bar sein. „Klar ist aber auch, dass sich alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler an die Regeln des Schul­be­triebs hal­ten müs­sen.“

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