Wie­der­eröff­nung des Iwa­le­wa­haus und Ankün­di­gung der Eröff­nungs­aus­stel­lung ‚Mas­hup‘

Das Iwa­le­wa­haus hat sei­nen Stand­ort gewech­selt und der Aus­stel­lungs­be­reich konn­te so auf 2.300 qm ver­grö­ßert wer­den. „Mas­hup“ ist die Eröff­nungs­aus­stel­lung des neu­en Domi­zils. Die Aus­stel­lung ist das Ergeb­nis eines kura­to­ri­schen Aus­stel­lungs- und For­schungs­pro­jekts am Archiv und an der Samm­lung des Iwa­le­wa­haus und zeigt Wer­ke afri­ka­ni­scher Gegenwartskünstler_​innen, die im Rah­men von Resi­den­zen und den bei­den „Mash up the archive“-Festivals in 2013 und 2014 ent­stan­den sind.

Im Zen­trum des Pro­jek­tes ste­hen die Künst­ler­re­si­den­zen: Sechs bil­den­de Künstler_​innen wur­den dazu ein­ge­la­den, das Archiv und die Kunst­samm­lung des Iwa­le­wa­haus zu erkun­den und als Ant­wort dar­auf neue Kunst­wer­ke zu ent­wickeln. Die ent­stan­de­nen Wer­ke sind indi­vi­du­ell und bie­ten sehr ver­schie­de­ne Ansät­ze, sich dem Inhalt des Archivs künst­le­risch zu nähern.

Kevo Ste­ro und Oti­e­no Gom­ba aus Nai­ro­bi (Kenia) rich­te­ten ihre For­schung auf ein ganz bestimm­tes Objekt: die Mas­ke. In einem vir­tu­el­len Raum aus Film­ma­te­ria­li­en, Instal­la­tio­nen und Gemäl­den wur­den tra­di­tio­nel­le Vor­stel­lun­gen des Mas­ken­tan­zes und der for­ma­len Qua­li­tä­ten der Mas­ken neu inter­pre­tiert.

Then­ji­we Niki Nko­si und Pame­la Phatsi­mo Sun­strum aus Johan­nes­burg (Süd­afri­ka) nutz­ten eine per­for­ma­ti­ve Dar­stel­lungs­form als Aus­gangs­punkt. Die Künst­le­rin­nen schrie­ben und ent­wickel­ten eine Anti-Oper mit dem Titel „Dis­rup­ters – this is Dis­rup­ter X“, die eine Aus­wahl des erforsch­ten Archiv­ma­te­ri­als, dar­un­ter Fil­me, Objek­te und Kunst­wer­ke, aus einer unge­wöhn­li­chen Per­spek­ti­ve betrach­tet und neue Nar­ra­ti­ve sicht­bar macht.

Der in Ango­la gebo­re­ne Délio Jas­se näher­te sich dem Archiv durch die Tech­nik der ana­lo­gen Foto­mon­ta­ge, um ein­zig­ar­ti­ge, neue „Doku­men­te“ zu ent­wickeln. Die­se sind aus Frag­men­ten von Infor­ma­tio­nen zusam­men­ge­setzt, auf die er beim Durch­ar­bei­ten des umfang­rei­chen Archivs von Ulli Bei­er, dem Grün­der des Iwa­le­wa­haus, stieß.

Uche Uzor­ka aus Lagos (Nige­ria) nimmt an, dass die Offen­heit des Archivs trü­ge­risch ist und es den Zugang mehr ver­wei­gert als zulässt. Wäh­rend sei­nes Auf­ent­halts zer­riss und schred­der­te der Künst­ler die Archi­va­li­en auf obses­si­ve Wei­se und setz­te sie zu Col­la­gen zusam­men. Sei­ne in Bay­reuth ent­stan­de­nen Gra­fi­ken neh­men hin­ge­gen for­ma­len Bezug auf die in der Samm­lung vor­han­de­nen Wer­ke der Nsuk­ka-Schu­le.

Neben den Künst­ler­re­si­den­zen der bil­den­den Künst­ler wur­den auch zwei Musi­ker zur Arbeit am Archiv ein­ge­la­den. Der Kenia­ner DJ Raph und der in Ango­la gebo­re­ne Bati­da über­ar­bei­te­ten die tra­di­tio­nel­le Tanz­mu­sik des Musik­ar­chivs und ent­wickel­ten neue Remi­xe, die zur Eröff­nungs­par­ty gespielt wer­den.

Über die Kunst­wer­ke hin­aus wird im Rah­men von „Mas­hup“ außer­dem das Künst­ler­buch ‚An archaeo­lo­gy of Loss‘ von Sam Hop­kins und Simon Ritt­mei­er prä­sen­tiert. Das Buch ist eine fik­tio­na­le Aus­ein­an­der­set­zung mit der Idee eines lee­ren, oder auch ver­schol­le­nen Archivs. Das Iwa­le­wa­haus ist auch stolz, die neu ent­wickel­te vir­tu­el­le Benut­zer­schnitt­stel­le (inter­face) zu prä­sen­tie­ren, die mit der in Nai­ro­bi und Lon­don ansäs­si­gen Inter­net­agen­tur Cir­cle Digi­tal ent­wickelt wur­de. Die (Un)-zugänglichkeit zum Archiv ist als zen­tra­les The­ma des Pro­jekts hier bear­bei­tet wor­den.

Die Aus­stel­lung wird von zwei hoch­ka­rä­tig beset­zen Round­ta­bles beglei­tet: „Aura: The Object in Post­co­lo­ni­al Art collec­tions“ und „Mas­hup as Defi­an­ce: Cul­tu­re, Appro­pria­ti­on and Post­co­lo­nia­lism“. Die genau­en Ter­mi­ne wer­den noch bekannt gege­ben.

Inter­views mit Sam Hop­kins, dem Kura­tor der Aus­stel­lung, sind ab Ende März 2015 mög­lich. Im Rah­men der Resi­den­zen der Künst­ler Délio Jas­se und Uche Uzor­ka im April 2015 und der bei­den Musi­ker DJ Raph und Bati­da im Mai 2015 sind Stu­dio­be­su­che und Inter­views mög­lich. Ter­mi­ne sind über die Pres­se­stel­le (Frau Lara Buch­mann) zu ver­ein­ba­ren.

Das Pro­jekt wird von der Kul­tur­stif­tung des Bun­des im Rah­men des Fel­low­ship Inter­na­tio­na­les Muse­um und der Ober­fran­ken­stif­tung finan­zi­ell unter­stützt und am Iwa­le­wa­haus unter der Lei­tung des kenia­ni­schen Kura­tors Sam Hop­kins kon­zi­piert und umge­setzt.

Mas­hup – Eine Aus­stel­lung des Iwa­le­wa­haus, Uni­ver­si­tät Bay­reuth

  • 31.05. bis 27.09.2015
  • Kura­tiert von Sam Hop­kins
  • Pro­jekt­lei­tung: Ulf Vier­ke, Nadi­ne Sie­gert
  • Betei­lig­te Künstler_​innen: Bati­da, Oti­e­no Gom­ba Kevo Ste­ro (Maa­sai Mbi­li), Délio Jas­se, Then­ji­we Niki Nko­si, Pame­la Phatsi­mo Sun­strum, DJ Raph, Simon Ritt­mei­er, Uche Uzor­ka, Nita.
  • Kura­to­ren­ge­spräch Sams­tag, 30.05.2015 16 Uhr
  • Künstler_​innengespräch Sams­tag, 30.05.2015 17 Uhr
  • Eröff­nung Sams­tag, 30.05.2015 ab 19 Uhr mit DJ Set
    Der Kura­tor und die Künstler_​innen wer­den anwe­send sein. Iwa­le­wa­haus, Wöl­fel­stra­sse 2, 95444 Bay­reuth
  • Öff­nungs­zei­ten: Di – So, 13 bis 17 Uhr

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