Bam­ber­ger Lin­ke Liste: Stel­lung­nah­me zum Ver­schärf­ten Ver­weis an Schü­ler in der Graf-Stauf­fen­berg-Schu­le

Die Bam­ber­ger Lin­ke Liste (BaLi) soli­da­ri­siert sich mit dem Schü­ler der Graf-Stauf­fen­berg­Wirt­schafts­schu­le, der einen ver­schärf­ten Ver­weis erhielt, nach­dem er sich bei einer Wer­be­ver­an­stal­tung der Bun­des­wehr kri­tisch zu mili­tä­ri­schen Ein­sät­zen der Bun­des­wehr geäu­ßert hat­te. Die Vor­wür­fe gegen den Schü­ler, er habe poli­ti­sche Wer­bung betrie­ben, er habe unzu­läs­sig Auf­kle­ber getra­gen oder ange­bracht, oder er habe Lehr­kräf­te und Mit­schü­ler mit sei­ner Mei­nung bedrängt, lau­fen durch­weg ins Lee­re. Als Grund für die Sank­tio­nie­rung eine “zwei­fel­haft links­ori­en­tier­te Gesin­nung” des Schü­lers ins Feld zu füh­ren, “das schlägt dem F ass den Boden aus”, so Tho­mas Boll­wein, Vor­stands­mit­glied der BaLi. “Eine links­ge­rich­te­te poli­ti­sche Ein­stel­lung kann in einer demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung kein Begrün­dungs­be­stand­teil für einen Schul­ver­weis und Andro­hung noch wei­ter­ge­hen­der Maß­nah­men sein”, befin­det der BaLi-Stadt­rat Hein­rich Schwimm­beck. Beson­ders empö­rend sei es, wenn die anti­mi­li­ta­ri­sti­sche Hal­tung des Schü­lers auch noch als “links­ex­tre­mi­sti­sche” Mei­nung hin­ge­stellt wer­de.

Der Ver­weis kön­ne nur als ein­schüch­tern­de Maß­nah­me der Schul­lei­tung gese­hen wer­den, die ein­deu­tig das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung ein­schrän­ke, ins­be­son­de­re Kri­tik an der Bun­des­wehr und Enga­ge­ment für den Frie­den unter­bin­de. Das Ver­hal­ten der Schu­le sei des­halb aufs Schärf­ste zu ver­ur­tei­len. Es wider­spre­che dem Bild einer Schu­le, die sich den Titel “Schu­le ohne Ras­sis­mus – Schu­le mit Cou­ra­ge” gibt. Der Ver­weis müs­se zurück­ge­nom­men wer­den, der Schü­ler müs­se reha­bi­li­tiert wer­den. Dar­auf müs­se die Stadt Bam­berg als Schul­trä­ger hin­wir­ken, anstatt mit einer ein­sei­ti­gen Medi­en­in­for­ma­ti­on den Schü­ler zusätz­lich anzu­schwär­zen – und dabei durch Ver­öf­fent­li­chung von Krank­heits­da­ten des Schü­lers des­sen Per­sön­lich­keits­rech­te wei­ter zu ver­let­zen.

Wir bean­stan­den zudem die Dar­stel­lung wei­te­rer ein­zel­ner Medi­en, wie dem Baye­ri­schen Rund­funk, die eine ein­sei­ti­ge Dar­stel­lung der Gescheh­nis­se lie­fern und lin­ke Poli­tik mit Extre­mis­mus gleich­set­zen. Wer die Ange­le­gen­heit aus der Sicht­wei­se des Schü­lers betrach­ten will, dem emp­feh­len wir die Lek­tü­re der ein­schlä­gi­gen Inter­net­sei­ten des Bam­ber­ger Kreis­ver­bands der VVN.

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