Fal­scher Bekann­ter – Enkel­trick­be­trü­ger erfolg­reich

BAM­BERG / OBER­FRAN­KEN. Ver­mehrt kommt es in letz­ter Zeit in Ober­fran­ken zu Anru­fen von fal­schen Ver­wand­ten oder Bekann­ten. So auch in zahl­rei­chen Fäl­len am Diens­tag im Bereich Bam­berg. Bei allen Anru­fen for­der­ten die angeb­li­chen Ange­hö­ri­gen oder ver­meint­li­chen Bekann­ten hohe Geld­be­trä­ge. Die mei­sten Ange­ru­fe­nen waren miss­trau­isch und been­de­ten das Gespräch. Lei­der waren die Betrü­ger bei einem Anruf in Bau­nach erfolg­reich und erbeu­te­ten einen fünf­stel­li­gen Euro­be­trag. Die ober­frän­ki­sche Poli­zei warnt ein­dring­lich vor die­ses Betrugs­ma­sche.

Das Vor­ge­hen der Täter ist immer das Glei­che. Durch geschick­te Gesprächs­füh­rung am Tele­fon täu­schen die Betrü­ger ihre Opfer. Die Gau­ner geben sich als Ver­wand­te, Enkel oder auch gute Bekann­te aus. Sobald eine gewis­se Ver­trau­ens­ba­sis geschaf­fen ist, täu­schen sie glaub­haft vor, dass sie sich in einem finan­zi­el­len Eng­pass oder einer Not­la­ge befin­den. Am Tele­fon schil­dern sie ihre Situa­ti­on immer äußerst dring­lich und bit­ten ihr Opfer ihnen bei der ver­meint­lich unauf­schieb­ba­ren Inve­sti­ti­on oder der vor­ge­täusch­ten Situa­ti­on zu hel­fen.

Dabei nut­zen sie die Arg­lo­sig­keit und Hilfs­be­reit­schaft der oft­mals älte­ren Per­so­nen aus und bewe­gen ihre hilfs­be­rei­ten Opfer zum Gang zur Bank. Schließ­lich wird die Abho­lung des Bar­gel­des an der Woh­nungs­tü­re ver­ein­bart. Bis die Geschä­dig­ten dann den Betrug bemer­ken, sind die Täter mit dem gan­zen Erspar­ten meist schon über alle Ber­ge.

So erging es am Diens­tag­nach­mit­tag auch einem Senio­ren­ehe­paar aus Bau­nach. Gegen 14.30 Uhr erhiel­ten sie einen Anruf von ihrer angeb­li­chen Bekann­ten aus Frank­furt. Die ver­meint­li­che Freun­din schil­der­te ihren hilfs­be­rei­ten Opfern, dass sie und ihr Ehe­mann eine Woh­nung in Bam­berg stei­gern möch­ten. Nach­dem sie nicht genü­gend Geld dabei hät­ten und ihr Mann aber drin­gend das Bar­geld bräuch­te um den Zuschlag zu erhal­ten, bat die Anru­fe­rin die bei­den 88 und 90 Jah­re alten Senio­ren ihnen kurz­fri­stig zu hel­fen. Offen­sicht­lich der Mei­nung, sie wür­den mit einem tat­säch­li­chen guten Bekann­ten spre­chen, der ihnen zudem zusi­cher­te sich das Geld nur kurz­fri­stig zu lei­hen, wil­lig­ten sie ein.

Bereits kur­ze Zeit spä­ter, gegen 15 Uhr, erschien eine angeb­li­che Beauf­trag­te des Notars und hol­te die ver­ein­bar­te Sum­me ab. Gut­gläu­big ihrem Freund zu hel­fen, hän­dig­ten die betag­ten Senio­ren einen fünf­stel­li­gen Euro­be­trag aus.

Die bis­lang unbe­kann­te Geld­ab­ho­le­rin wird wie folgt beschrie­ben:

  • etwa 40 bis 45 Jah­re alt
  • zir­ka 170 Zen­ti­me­ter groß, schlan­ke Sta­tur
  • kur­ze dunk­le Haa­re
  • dun­kel geklei­det und führ­te eine schwar­ze Umhän­ge­ta­sche mit
  • sprach Hoch­deutsch

Die Spe­zia­li­sten des Fach­kom­mis­sa­ri­ats der Kri­po Bam­berg haben die Ermitt­lun­gen auf­ge­nom­men und bit­ten um Mit­hil­fe der Bevöl­ke­rung und fra­gen:

  • Ist Ihnen in der Zeit von etwa 14.30 Uhr bis zir­ka 15 Uhr in Bau­nach im Bereich Gal­gen­weg die Geld­ab­he­be­rin auf­ge­fal­len?
  • Sind Ihnen sonst ver­däch­ti­ge Per­so­nen und/​oder Fahr­zeu­ge in die­sem Bereich auf­ge­fal­len?

Wer ent­spre­chen­des beob­ach­tet hat oder ander­wei­ti­ge sach­dien­li­che Hin­wei­se geben kann, wird gebe­ten sich mit der Kri­mi­nal­po­li­zei Bam­berg unter der Tel.-Nr. 0951/9129–491 in Ver­bin­dung zu set­zen.

Die Ober­frän­ki­sche Poli­zei rät:

  • Sei­en Sie miss­trau­isch, wenn sich jemand am Tele­fon nicht selbst mit Namen vor­stellt.
  • Ver­ge­wis­sern Sie sich, ob der Anru­fer wirk­lich ein Ver­wand­ter ist: Rufen Sie die jewei­li­ge Per­son unter der bis­her bekann­ten und benutz­ten Num­mer an und las­sen Sie sich den Sach­ver­halt bestä­ti­gen.
  • Geben Sie kei­ne Details zu Ihren fami­liä­ren oder finan­zi­el­len Ver­hält­nis­sen preis.
  • Las­sen Sie sich zeit­lich und emo­tio­nal nicht unter Druck set­zen.
  • Stel­len Sie dem Anru­fer gezielt Fra­gen nach sei­nem fami­liä­ren Umfeld, zum Bei­spiel nach dem Namen der Mut­ter oder dem Wohn­ort und bestehen Sie auf die Beant­wor­tung.
  • Legen Sie ein­fach den Tele­fon­hö­rer auf, sobald Ihr Gesprächs­part­ner Geld von Ihnen for­dert.
  • Infor­mie­ren Sie sofort die Poli­zei über die Not­ruf­num­mer 110, wenn Ihnen ein Anruf ver­däch­tig vor­kommt.

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen fin­den sie auch im Inter­net unter:

http://​www​.poli​zei​-bera​tung​.de/​t​h​e​m​e​n​-​u​n​d​-​t​i​p​p​s​/​b​e​t​r​u​g​/​e​n​k​e​l​t​r​i​c​k​.​h​tml

oder in der kosten­lo­sen Bro­schü­re „Der Gol­de­ne Herbst“ bei Ihrer Poli­zei­dienst­stel­le.

Schreibe einen Kommentar