Tod nach der Ein­nah­me von „K.O. ‑Trop­fen“ – Die Poli­zei warnt

Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung des Poli­zei­prä­si­di­ums Ober­fran­ken und der Staats­an­walt­schaft Bam­berg

BAM­BERG. Nach der Ein­nah­me einer zunächst unbe­kann­ten Flüs­sig­keit bei einer pri­va­ten Par­ty Ende Dezem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res starb ein 27-jäh­ri­ger Mann kurz dar­auf an den Fol­gen. Die inten­si­ven Ermitt­lun­gen der Kri­mi­nal­po­li­zei Bam­berg sowie ein inzwi­schen vor­lie­gen­des toxi­ko­lo­gi­sches Gut­ach­ten erga­ben, dass es sich bei der Sub­stanz um GBL han­delt, einen Wirk­stoff, der auch unter dem Sam­mel­be­griff K.O.-Tropfen Ver­wen­dung fin­det.

Bei der Fei­er in dem Mehr­fa­mi­li­en­haus am 20. Dezem­ber 2014 in der Stra­ße „Bleich­an­ger“, kon­su­mier­ten die Gäste Alko­hol und eini­ge offen­sicht­lich auch zusätz­lich Dro­gen. Ein 24-Jäh­ri­ger sowie sein 27 Jah­re alter Bekann­ter tran­ken von der unbe­kann­ten Sub­stanz aus einer Fla­sche und waren anschlie­ßend nicht mehr ansprech­bar. Wäh­rend der 24-Jäh­ri­ge nach kur­zer Zeit das Kran­ken­haus wie­der ver­las­sen konn­te, gaben die Ärz­te dem 27-jäh­ri­gen Bam­ber­ger auf­grund der star­ken Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen bezie­hungs­wei­se einer Atem­läh­mung kaum eine Über­le­bens­chan­ce. Der Mann starb trotz aller Bemü­hun­gen am 24. Dezem­ber im Kran­ken­haus.

Bei der durch­sich­ti­gen Flüs­sig­keit, die ein wei­te­rer Par­ty­gast an die­sem Abend mit­ge­bracht hat­te, han­del­te es sich laut einem mitt­ler­wei­le vor­lie­gen­dem rechts­me­di­zi­ni­schen Gut­ach­ten um die Rei­ni­gungs-Che­mi­ka­lie “GBL” (Butyro‑1,4‑lacton), die in ein­schlä­gi­gen Krei­sen auch „Liquid” oder “Liquid Ecsta­sy“ genannt wird.

Unter den umgangs­sprach­li­chen Begriff K.O.-Tropfen fal­len grund­sätz­lich Schlaf- und Beru­hi­gungs­mit­tel sowie Nar­ko­ti­ka. In mini­ma­ler Dosie­rung kann GBL zwar mög­li­cher­wei­se eine ent­span­nen­de und berau­schen­de Wir­kung haben, nur wenig mehr jedoch kann bereits bewusst­los machen und bis zum Koma sowie zum Atem­still­stand füh­ren. Ins­be­son­de­re auch in Ver­bin­dung mit dem Kon­sum von Alko­hol, ande­ren Dro­gen oder Medi­ka­men­ten kann die Ein­nah­me von GBL lebens­ge­fähr­li­che Fol­gen haben.

Der Par­ty­gast, der die Che­mi­ka­lie beschaff­te, muss sich nun wegen fahr­läs­si­ger Tötung und unter­las­se­ner Hil­fe­lei­stung ver­ant­wor­ten. Auch gegen die ande­ren Gäste der Fei­er wer­den Ermitt­lun­gen wegen unter­las­se­ner Hil­fe­lei­stung, kon­kret die feh­len­de recht­zei­ti­ge Ver­stän­di­gung eines Ret­tungs­dien­stes, ein­ge­lei­tet. Mög­li­cher­wei­se hät­te das Leben des jun­gen Man­nes dadurch noch geret­tet wer­den kön­nen.

Die Ober­frän­ki­sche Poli­zei warnt in die­sem Zusam­men­hang erneut ein­dring­lich vor der Ein­nah­me von Betäu­bungs­mit­teln und unbe­kann­ten Sub­stan­zen, ins­be­son­de­re in Ver­bin­dung mit Alko­hol und/​oder ande­ren Dro­gen besteht hier abso­lu­te Lebens­ge­fahr!

Schreibe einen Kommentar