Uni­ver­si­tät Bay­reuth: Struk­tur­bio­lo­ge Prof. Dr. Paul Rösch mit Lud­wig-Schae­fer-Award aus­ge­zeich­net

Colum­bia Uni­ver­si­ty ehrt den Bay­reu­ther Pro­fes­sor für For­schung zu All­er­ge­nen und Anti­bio­ti­ka

Für sei­ne For­schun­gen zu All­er­ge­nen und Anti­bio­ti­ka erhält Prof. Dr. Paul Rösch, Inha­ber des Lehr­stuhls Bio­po­ly­me­re der Uni­ver­si­tät Bay­reuth sowie Geschäfts­füh­ren­der Direk­tor des For­schungs­zen­trums für Bio-Makro­mo­le­kü­le (BIO­mac) und Mit­grün­der der ALNu­Med GmbH für Lebens­mit­tel­ana­ly­tik, den Lud­wig-Schae­fer-Award. Der renom­mier­te Preis der Colum­bia Uni­ver­si­ty (NY) hono­riert die wis­sen­schaft­li­chen Lei­stun­gen des Bay­reu­ther For­schers zu All­er­ge­nen und Anti­bio­ti­ka

Mit dem Lud­wig-Schae­fer-Award wird die Arbeits­grup­pe von Prof. Dr. Rösch für ihre struk­tur­bio­lo­gi­schen Arbei­ten zur Ent­ste­hung von All­er­gien und zur Ent­wick­lung neu­er Anti­bio­ti­ka aus­ge­zeich­net. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat die Bay­reu­ther For­scher­grup­pe wesent­li­che Bei­trä­ge zur Auf­klä­rung der räum­li­chen Struk­tur von Pro­te­inen und Nukle­in­säu­ren mit Hil­fe der magne­ti­schen Kern­re­so­nanz­spek­tro­sko­pie (nuclear magne­tic reso­nance = NMR) gelei­stet.

Aus­zeich­nung mit 250 000 US-Dol­lar dotiert

Die­se hohe Aus­zeich­nung wird all­jähr­lich von der medi­zi­ni­schen Fakul­tät der US-ame­ri­ka­ni­schen Colum­bia-Eli­te­uni­ver­si­tät, dem Col­le­ge for Phy­si­ci­ans and Sur­ge­ons, ver­ge­ben. Den hoch dotier­ten Preis erhal­ten jähr­lich je zwei ame­ri­ka­ni­sche und zwei nicht-ame­ri­ka­ni­sche Wis­sen­schaft­le­rin­nen bzw. Wis­sen­schaft­ler für her­aus­ra­gen­de For­schungs­ar­bei­ten auf dem Gebiet der Human­phy­sio­lo­gie. Die Colum­bia Uni­ver­si­tät im Her­zen der Stadt New York ist Mit­glied der Ivy-League ame­ri­ka­ni­scher Eli­te­uni­ver­si­tä­ten und zählt zu den älte­sten und renom­mier­te­sten Uni­ver­si­tä­ten der USA. Der Lud­wig-Schae­fer-Award ist mit 250.000 US-Dol­lar dotiert.

Prof. Dr. Paul Rösch stu­dier­te Phy­sik an den Uni­ver­si­tä­ten Karls­ru­he und Hei­del­berg, pro­mo­vier­te und habi­li­tier­te an der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg und war vie­le Jah­re Mit­ar­bei­ter des dor­ti­gen Max-Planck-Insti­tuts für Medi­zi­ni­sche For­schung. Er wur­de 1990 an die Uni­ver­si­tät Bay­reuth auf den Lehr­stuhl Bio­po­ly­me­re beru­fen. Seit über 40 Jah­ren wid­met sich der Wis­sen­schaft­ler der Anwen­dung phy­si­ka­li­scher Metho­den auf bio­lo­gi­sche Pro­ble­me und ist einer der Pio­nie­re auf dem Gebiet der NMR-basier­ten Struk­tur­bio­lo­gie.

All­er­gen­for­schung

Vor weni­gen Mona­ten gelang Prof. Dr. Paul Rösch und sei­ner Arbeits­grup­pe erneut ein wis­sen­schaft­li­cher Durch­bruch in der All­er­gen­for­schung: Die Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler konn­ten nach­wei­sen, dass das Haupt­all­er­gen der Bir­ken­pol­len und ver­wand­te All­er­ge­ne eine bestimm­te Klas­se klei­ner Mole­kü­le bin­den, die in vie­len Pflan­zen vor­kommt. Damit konn­te erst­mals gezeigt wer­den, dass die­se Fami­lie von Pro­te­inen phy­sio­lo­gisch von gro­ßer Bedeu­tung ist und eine zen­tra­le Rol­le bei der Ent­wick­lung von Pflan­zen ein­nimmt. Gleich­zei­tig wer­den durch die Arbei­ten der Bay­reu­ther For­scher­grup­pe neue Wege zur The­ra­pie von All­er­gien eröff­net.

Ent­wick­lung neu­er Anti­bio­ti­ka

Das zwei­te wich­ti­ge Arbeits­ge­biet der Grup­pe um Prof. Dr. Rösch ist die Schaf­fung der struk­tur­bio­lo­gi­schen Grund­la­gen für die Ent­wick­lung neu­er Anti­bio­ti­ka. Im Mit­tel­punkt die­ses Arbeits­ge­bie­tes steht die Erfor­schung von Pro­te­inen, die für die Ver­meh­rung von Bak­te­ri­en uner­läss­lich sind und den bak­te­ri­el­len Lebens­zy­klus steu­ern. Auch auf die­sem Gebiet konn­te die Arbeits­grup­pe in den letz­ten Jah­ren erheb­li­che Erfol­ge ver­zeich­nen, da sie in Zusam­men­ar­beit mit US-Wis­sen­schaft­lern völ­lig uner­war­te­te zen­tra­le Signal­we­ge und Steu­er­me­cha­nis­men in Bak­te­ri­en ent­decken konn­te.

For­schungs­zen­trum für Bio-Makro­mo­le­kü­le

Das For­schungs­zen­trum für Bio-Makro­mo­le­kü­le (BIO­mac) ist eine zen­tra­le wis­sen­schaft­li­che Insti­tu­ti­on der Uni­ver­si­tät Bay­reuth. BIO­mac bün­delt die wis­sen­schaft­li­chen Akti­vi­tä­ten bio­phy­si­ka­lisch und bio­che­misch arbei­ten­der Lehr­stüh­le und bie­tet For­sche­rin­nen und For­schern auf die­sen Gebie­ten eine her­vor­ra­gen­de Infra­struk­tur. BIO­mac ist Mit­glied im euro­päi­schen ARB­RE-Netz­werk der struk­tur­bio­lo­gi­schen Groß­ge­rä­te­zen­tren.

Im Mit­tel­punkt der Arbei­ten von BIO­mac ste­hen Pro­ble­me mit medi­zi­ni­scher oder tech­ni­scher Rele­vanz sowie die spek­tro­sko­pi­sche Ana­ly­tik von Lebens­mit­teln auf höch­stem Niveau. BIO­mac ver­wal­tet mit dem Nord­baye­ri­schen Zen­trum für hoch­auf­lö­sen­de Kern­re­so­nanz (NZN) ein inter­na­tio­nal her­vor­ra­gend aus­ge­wie­se­nes Zen­trum der Struk­tur­bio­lo­gie, das gemein­sam von den Uni­ver­si­tä­ten Bay­reuth, Erlan­gen-Nürn­berg und Würz­burg ins Leben geru­fen wur­de. Das NZN ver­fügt u.a. über das der­zeit welt­weit lei­stungs­fä­hig­ste Kern­re­so­nanz­spek­tro­me­ter.

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