Phä­no­men Tracht: Ein For­schungs­pro­jekt unter­sucht histo­ri­sche Klei­dung in Bamberg

Symbolbild Bildung
Prof. Dr. Bärbel Kerkhoff-Hader und Meike Bianchi-Königstein M.A. (v.r.n.l.) im Depot der Museen der Stadt Bamberg. Foto: Projekt Kleidungsverhalten Oberfranken

Prof. Dr. Bär­bel Kerk­hoff-Hader und Mei­ke Bian­chi-König­stein M.A. (v.r.n.l.) im Depot der Muse­en der Stadt Bam­berg. Foto: Pro­jekt Klei­dungs­ver­hal­ten Oberfranken

Ob anläss­lich der Bam­ber­ger Sand­ker­wa oder dem Münch­ner Okto­ber­fest: Dirndl und Leder­ho­sen ste­hen zur­zeit in zahl­rei­chen Mode­häu­sern zum Ange­bot. Wäh­rend eini­ge Men­schen dies als Mode­trend betrach­ten, besteht bei Ande­ren der Wunsch nach einer Klei­dung, die für ihre Regi­on typisch ist und so die Ver­bun­den­heit mit ihrer Hei­mat und Tra­di­ti­on aus­drückt. Aber wel­che Klei­dung ist eigent­lich kenn­zeich­nend für Oberfranken?

Die Wis­sen­schaft­le­rin­nen Mei­ke Bian­chi-König­stein M.A. und Cla­ris­sa Knoll M.A. gehen im Rah­men eines For­schungs­pro­jek­tes den Fra­gen nach, was die Men­schen im 19. Jahr­hun­dert getra­gen haben und ob es in Ober­fran­ken eine regio­nal­ty­pi­sche Klei­dung gege­ben hat. Das Pro­jekt steht unter der Lei­tung von Prof. Dr. Bär­bel Kerk­hoff-Hader, ehe­ma­li­ge Lehr­stuhl­in­ha­be­rin des Faches Euro­päi­sche Eth­no­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Bam­berg, und Dr. Bir­git Jau­er­nig, Lei­te­rin des Bau­ern­mu­se­um Bam­ber­ger Land und Trach­ten­be­ra­te­rin für den Bezirk Ober­fran­ken. Das Pro­jekt wird von der Ober­fran­ken­stif­tung und von der Volks­wa­gen­Stif­tung unterstützt.

Die Suche nach Ant­wor­ten führ­te die Wis­sen­schaft­le­rin­nen bereits in zahl­rei­che Muse­en. Dar­un­ter das Pfalz­mu­se­um in Forch­heim sowie das Fich­tel­ge­birgs-muse­um in Wun­sie­del. Eine wei­te­re Sta­ti­on war nun Bam­berg: Hier begut­ach­te­te das For­sche­rin­nen­team sowohl die histo­ri­schen Klei­dungs­stücke aus den Bestän­den der Muse­en der Stadt Bam­berg und der dort ver­wahr­ten Samm­lung des Histo­ri­schen Ver­eins Bam­berg. Dank der Unter­stüt­zung von Dr. Regi­na Hane­mann, Dr. Eva Schurr, der Tex­til­re­stau­ra­to­rin Sibyl­le Ruß in ihrer Funk­ti­on als Samm­lungs­be­auf­trag­te des Histo­ri­schen Ver­eins sowie Mar­ga­re­te Holl, konn­ten die Wis­sen­schaft­le­rin­nen die aus­ge­wähl­ten Objek­te genau unter­su­chen und digi­tal erfas­sen. Dabei trat die Viel­sei­tig­keit der Klei­dung des 19. Jahr-hun­derts in Erschei­nung: impo­san­te Flü­gel­hau­ben, fili­gra­ne Braut­kro­nen, far­ben­fro­he Tücher und bestick­te Westen.

Durch die wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chung der Bestän­de erhof­fen sich die Wis­sen­schaft­le­rin­nen Erkennt­nis­se dar­über, ob sich die Klei­dung in Bam­berg von der in ande­ren Tei­len Ober­fran­kens unter­schie­den hat und wel­che Merk­ma­le sie aus­zeich­ne­te. Ger­ne wer­den auch Stücke aus Pri­vat­be­sitz begut­ach­tet. Dafür kön­nen sich Pri­vat­per­so­nen an das Bau­ern­mu­se­um Bam­ber­ger Land wenden.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu dem For­schungs­pro­jekt gibt’s im Inter­net unter www​.bau​ern​mu​se​um​-frens​dorf​.de.

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