Uni­ver­si­tät Bay­reuth: Prof. Dr. Cla­ris­sa Vier­ke ist neue Pro­fes­so­rin für Lite­ra­tu­ren in afri­ka­ni­schen Sprachen

Symbolbild Bildung

Seit dem 1. Mai 2014, dem Tag der Arbeit, krem­pelt Cla­ris­sa Vier­ke als Pro­fes­so­rin für Lite­ra­tu­ren in afri­ka­ni­schen Spra­chen an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth die Ärmel hoch, gibt es doch viel zu tun: Ihre Pro­fes­sur ist die ein­zi­ge ihrer Art in Deutsch­land und etwa 2.000 Spra­chen und viel­fäl­ti­ge Lite­ra­tur­tra­di­tio­nen gibt es in Afri­ka zu erforschen!

Dr. phil. Clarissa Vierke erhält von Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Leible ihre Ernennungsurkunde als Universitätsprofessorin zum 1. Mai 2014.

Dr. phil. Cla­ris­sa Vier­ke erhält von Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Prof. Dr. Ste­fan Lei­ble ihre Ernen­nungs­ur­kun­de als Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­rin zum 1. Mai 2014.

Nach ihrem Stu­di­um der Afri­ka­ni­stik, Eth­no­lo­gie und Lite­ra­tu­ren in afri­ka­ni­schen Spra­chen an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth und spä­ter an der Rijks­uni­ver­sit­eit Lei­den in den Nie­der­lan­den hat Cla­ris­sa Vier­ke inner­halb der BIGS­AS, der Bay­reu­ther Inter­na­tio­na­len Gra­du­ier­ten­schu­le für Afri­ka­stu­di­en, pro­mo­viert. Die Afri­ka­stu­di­en der Uni­ver­si­tät Bay­reuth neh­men seit Jah­ren eine inter­na­tio­na­le Spit­zen­po­si­ti­on ein; die BIGS­AS (Bay­reuth Inter­na­tio­nal Gra­dua­te School of Afri­can Stu­dies) ist Teil der Exzel­lenz­in­itia­ti­ve des Bun­des und der Länder.

Für ihre wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten zu ost­afri­ka­ni­schen Poe­ti­ken bekam sie 2012 den Wis­sen­schafts­preis des Uni­ver­si­täts­ver­eins Bay­reuth e.V. und 2013 den Heinz-Mai­er-Leib­nitz-Preis der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft (DFG). Die­ser Preis gilt als der bedeu­tend­ste Preis für den wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuchs in Deutsch­land. Mit der Aus­zeich­nung von Cla­ris­sa Vier­ke wur­de der Preis erst­ma­lig in sei­ner Geschich­te für her­vor­ra­gen­de wis­sen­schaft­li­che Lei­stun­gen auf dem Gebiet der Afri­ka­stu­di­en verliehen.

Bei den Bay­reu­ther Afri­ka­wis­sen­schaf­ten liegt ein beson­de­rer Fokus auf dem Swa­hi­li, der jahr­hun­der­te­al­ten Ver­kehrs- und Han­dels­spra­che Ost­afri­kas mit einem rei­chen lite­ra­ri­schen Erbe. Jähr­lich fin­det an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth das inter­na­tio­na­le Swa­hi­li-Kol­lo­qui­um statt, das Spe­zia­li­sten aus aller Welt ins Ober­frän­ki­sche führt. Den Swa­hi­li-Schwer­punkt der Uni­ver­si­tät Bay­reuth kennt Prof. Dr. Cla­ris­sa Vier­ke gut: Schon als Stu­den­tin hat sie beim Kol­lo­qui­um mit­ge­ar­bei­tet und dabei ihre Lie­be zum Swa­hi­li ent­deckt. Den Bay­reu­ther Swa­hi­li-Schwer­punkt möch­te die 34-jäh­ri­ge Wis­sen­schaft­le­rin wei­ter­füh­ren, aus­bau­en und auch neue Akzen­te set­zen. Gemein­sam mit einer bel­gi­schen Kol­le­gin lei­tet sie der­zeit ein For­schungs­pro­jekt zu Swa­hi­li-Varie­tä­ten und ‑Tex­ten im Nor­den Mosam­biks, das neue Erkennt­nis­se zur Swa­hi­li-Kul­tur­ge­schich­te ver­spricht. Im Juni 2014 soll das von der Bay­reu­ther BIGS­AS und der Thys­sen-Stif­tung geför­der­te Sym­po­si­um ‚New Dyna­mics in Swa­hi­li Stu­dies‘ neue inter­dis­zi­pli­nä­re Per­spek­ti­ven für die Swa­hi­li Stu­dies aus­lo­ten. Das Sym­po­si­um wird die Bay­reu­ther Afri­ka­ni­stin zusam­men mit Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen der Uni­ver­si­tät Leip­zig veranstalten.

Wich­tig ist Prof. Dr. Cla­ris­sa Vier­ke vor allem, sich nicht her­me­tisch auf Swa­hi­li-Text­tra­di­tio­nen zu beschrän­ken, son­dern eine brei­te­re, kom­pa­ra­ti­sti­sche For­schung über Sprach­gren­zen hin­weg anzu­ge­hen. „Zum einen möch­te ich Lite­ra­tu­ren in afri­ka­ni­schen Spra­chen ger­ne an wei­te­re Debat­ten der Lite­ra­tur­wis­sen­schaft anschlie­ßen und sie damit in die aktu­ell neu ent­flamm­te Dis­kus­si­on zur Welt­li­te­ra­tur ein­brin­gen. Zum andern möch­te ich mich selbst nicht nur auf Swa­hi­li-Wort­kunst und ihre Bezie­hung zu euro­päi­scher Lite­ra­tur fest­le­gen, son­dern mich auch dem Ver­gleich zu ande­ren afri­ka­ni­schen Spra­chen und ihren Lite­ra­tu­ren ver­schrei­ben. Gern möch­te ich auch die Ver­bin­dun­gen afri­ka­ni­scher Lite­ra­tu­ren über den Atlan­tik nach Süd­ame­ri­ka aus­lo­ten“, erläu­tert die Bay­reu­ther Afri­ka­ni­stin ihre For­schungs­zie­le. „In der Leh­re“, fügt Prof. Dr. Cla­ris­sa Vier­ke hin­zu, „ist es mir wich­tig, Stu­die­ren­de für die rei­che Wort­kunst Afri­kas, von ora­len Tra­di­tio­nen bis hin zu zeit­ge­nös­si­schen Roma­nen, zu begeistern.“

Die Pro­fes­sur für Lite­ra­tu­ren in afri­ka­ni­schen Spra­chen an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth hat­te seit 1997 Prof. Dr. Said A. M. Kha­mis inne, der 2012 in den Ruhe­stand ver­ab­schie­det wur­de. Mit sei­nen inter­na­tio­nal aus­ge­wie­se­nen For­schungs-kom­pe­ten­zen und sei­nem Enga­ge­ment für die Stu­die­ren­den hat­te er den Bay­reu­ther Afri­ka­schwer­punkt wesent­lich mitgeprägt.

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