Fri­sche Fische für die Frän­ki­sche Schweiz

Günther Taschner (Lehranstalt für Fischerei), Fritz Gebhardt (Fischereiverband Fränkische Schweiz), Landrat Hermann Hübner, Dr. Thomas Speierl (Fachberatung für Fischerei des Bezirks), Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, Ronny Seyfried, örtlicher Leiter der Lehranstalt für Fischerei

Gün­ther Tasch­ner (Lehr­an­stalt für Fische­rei), Fritz Geb­hardt (Fische­rei­ver­band Frän­ki­sche Schweiz), Land­rat Her­mann Hüb­ner, Dr. Tho­mas Speierl (Fach­be­ra­tung für Fische­rei des Bezirks), Bezirks­tags­prä­si­dent Dr. Gün­ther Denz­ler, Ron­ny Sey­fried, ört­li­cher Lei­ter der Lehr­an­stalt für Fischerei

Arten­schutz für Forel­le und Co

Sie ist rund 30 cm groß und wird bis zu drei Kilo schwer. In vie­len hei­mi­schen Bächen und Gewäs­sern ist sie die Leit­art, wird dort jedoch immer sel­te­ner: die Bach­fo­rel­le. Nach wie vor ist sie durch man­geln­de Durch­gän­gig­keit der Gewäs­ser, Sedi­ment­ein­trag, Beu­te­grei­fer und eine zuneh­men­den Frei­zeit­nut­zung gefährdet.

Damit sie Leit­fisch der Frän­ki­schen Schweiz blei­ben kann, hilft der Bezirk Ober­fran­ken bei Nach­wuchs in der Forel­len-Kin­der­stu­be mit dem Besatz jun­ger Forel­len­brüt­lin­ge nach. Die Eltern­fi­sche wer­den zur Laich­zeit gefan­gen, abge­streift und die Eier wer­den in der Lehr­an­stalt für Fische­rei in Auf­seß erbrütet.

Über 2000 die­ser klei­nen Forel­len stell­te der Fische­rei­ver­band Frän­ki­sche Schweiz zur Ver­fü­gung. Bezirks­tags­prä­si­dent Dr. Gün­ther Denz­ler ent­ließ zusam­men mit Ver­tre­tern des Fische­rei­ver­ban­des Frän­ki­sche Schweiz, des Bezirks­fi­sche­rei­ver­ban­des und des Natur­schut­zes der Regie­rung von Ober­fran­ken die Brüt­lin­ge in ihre neue Hei­mat. Die Besatz­ak­ti­on fand am Forel­len­denk­mal in Beh­rin­gers­müh­le statt, dem ersten Denk­mal für Fischartenschutz.

„Die Forel­le als Cha­rak­ter­fisch der Frän­ki­schen Schweiz steht für unver­fälsch­te Natur und intak­te Gewäs­ser. Wenn es unse­rer hei­mi­schen Forel­le gut geht, geht es auch dem Bach­neunau­ge, der Mühl­kop­pe und Äsche gut. Mit die­ser Akti­on möch­ten wir die Öffent­lich­keit für den Schutz unse­rer Fisch­ar­ten in Ober­fran­ken sen­si­bi­li­sie­ren, eine der Haupt­auf­ga­ben der Fach­be­ra­tung für Fische­rei des Bezirks Oberfranken.“.

Zah­len aus dem vor kur­zem auf­ge­leg­ten Fisch­zu­stands­be­richts des Insti­tuts für Fische­rei der baye­ri­schen Lan­des­an­stalt für Land­wirt­schaft in Zusam­men­ar­beit mit den Fische­rei­fach­be­ra­tun­gen der Baye­ri­schen Bezir­ke bele­gen, wie wich­tig die­ser Arten­schutz ist: In Bay­ern kom­men nur noch 64 der ursprüng­lich 79 natür­li­chen Fisch­ar­ten vor, 77% der hei­mi­schen Fisch­ar­ten ste­hen auf der Roten Liste; Leit­fisch­ar­ten wie hier die Forel­le pflan­zen sich in nur 49% der Fließ­ge­wäs­ser erfolg­reich fort. Die Bestän­de bei den wich­tig­sten Indi­ka­tor­fi­schen im Ein­zugs­ge­bie­te des Rheins (Main) sind im Ver­gleich zu den 90-er Jah­ren deut­lich zurück­ge­gan­gen: bei den Äschen um 77%; bei den Mühl­kop­pen um 65%, bei der Elrit­ze ein Rück­gang um 81%.

Den Fischen in unse­ren Fließ­ge­wäs­sern machen vie­le Din­ge das Leben schwer. Für die Wie­sent und ihre Sei­ten­ge­wäs­ser sind dies in der Haupt­sa­che: die feh­len­de bzw. ein­ge­schränk­te Durch­gän­gig­keit an den Was­ser­kraft­an­la­gen, Beu­te­grei­fer (z.B. Kor­mo­ran), hoher Frei­zeit­druck vor allem durch den Boots­be­trieb sowie die Sedi­ment­be­la­stung unse­rer Fließgewässer.

„Ein zukünf­ti­ger Schwer­punkt muss die Ver­rin­ge­rung der Sedi­ment­ein­trä­ge sein, wo immer es geht! Ver­schlam­mung und Ver­san­dung füh­ren dazu, dass die an Kies gebun­de­nen Fisch­ar­ten, zu denen auch die Bach­fo­rel­le und die Äschen gehö­ren, kei­ne geeig­ne­ten Laich­plät­ze mehr fin­den bzw. der Laich sich nicht ent­wickeln kann. Ziel des FFH-Manage­ment­plans Wie­sent­tal ist es einen effek­ti­ven Maß­nah­men­plan auf­zu­stel­len, um den Schutz der hei­mi­schen Fisch­ar­ten und Gewäs­ser vor­an­zu­brin­gen“, so Tho­mas Speierl von der Fach­be­ra­tung für Fischerei.

Erheb­li­che Ver­bes­se­run­gen bei der Durch­gän­gig­keit konn­ten in den letz­ten Jah­ren im Rah­men des EEGs erzielt wer­den – so gelang z.B. 2013 durch die Fisch­auf­stiegs­an­la­ge an der Sach­sen­müh­le ein wich­ti­ger Lücken­schluss in der Wie­sent. Die Kor­moran­pro­ble­ma­tik wur­de durch eine All­ge­mein­ver­fü­gung ange­gan­gen, die noch bis 2017 besteht. Für die Kanu­nut­zung gibt es mitt­ler­wei­le ein­ver­nehm­li­che Vor­ga­ben, deren Wir­kung auf die Fisch­be­stän­de sich noch zei­gen wird.

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