MdL Ulri­ke Gote: „CSU gibt Start­schuss für Fracking in Bayern“

Nach Recher­chen der Land­tags-Grü­nen: Unter­su­chungs-Lizenz an die „ROSE PETRO­LE­UM PLC“ bereits erteilt

Zum Tag des Was­sers am 22. März 2014 tön­te die CSU noch laut: „Bay­ern sagt Nein zum Fracking, bis jeg­li­ches Risi­ko für Mensch und Natur aus­ge­schlos­sen ist. Fracking mit einem Gift­cock­tail darf unse­re Umwelt und unser Trink­was­ser nicht gefähr­den.“ Die Sät­ze stam­men von Umwelt­mi­ni­ster Mar­cel Huber. Sie sind aller­dings rei­ne Lip­pen­be­kennt­nis­se, wie Recher­chen der Land­tags-Grü­nen nur einen Tag spä­ter offen­ba­ren. Mit der Ver­ga­be einer Erkun­dungs­li­zenz an den bri­ti­schen Berg­bau-Rie­sen und Fracking-Spe­zia­li­sten Rose Petro­le­um hat die Staats­re­gie­rung bereits am 31. Janu­ar 2014 heim­lich, still und lei­se den Start­schuss für Fracking im ganz gro­ßen Stil gege­ben. Betrof­fen ist ein 2.600 Qua­drat­ki­lo­me­ter gro­ßes Are­al, das „Wei­den Basin“ in der Ober­pfalz und Oberfranken.

Ulri­ke Gote, Land­tags­vi­ze­prä­si­den­tin und ober­frän­ki­sche Abge­ord­ne­te der Grü­nen, spricht im Zusam­men­hang mit dem Vor­gang von einem Skan­dal. Wie auch bei ande­ren The­men neh­me die Regie­rung See­hofer zur glei­chen Zeit unter­schied­li­che Posi­tio­nen ein: „In Fen­ster­re­den streut man der Bevöl­ke­rung Sand in die Augen, wäh­rend man hin­ter den Kulis­sen knall­hart deren Inter­es­sen ver­scha­chert.“ Kon­kret ist für die Ver­ga­be berg­recht­li­cher Lizen­zen die ober­ste Berg­be­hör­de zustän­dig, die im Wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­um ange­sie­delt ist. Dort ver­wei­ger­te man den Land­tags-Grü­nen am Frei­tag eine Aus­kunft über den Vorgang.

Klar ist nach deren Recher­chen jedoch der Wer­de­gang der berg­recht­li­chen Lizenz, die über die Jah­re mehr­fach die Besit­zer wech­sel­te und stän­dig erwei­tert wur­de. Im Jahr 1989 stieß die Stadt Wei­den bei einer Boh­rung auf der Suche nach Ther­mal­was­ser für ihre „Ther­men­welt“ über­ra­schend auf Erd­öl. Die Stadt hat­te dar­auf­hin eine klei­ne För­der­li­zenz für die nähe­re Umge­bung Wei­dens bean­tragt, die­se aber 1991 wie­der auf­ge­ge­ben. Die Lizenz wur­de von Preussag/​Maxus über­nom­men und deut­lich erwei­tert. Auch die­se Lizenz wur­de 1994 wie­der auf­ge­ge­ben. Es gab und gibt kei­ne Mög­lich­keit zur wirt­schaft­li­chen För­de­rung der gefun­de­nen Ölvorkommen.

Am 31. Janu­ar 2014 hat nun die Rose Petro­le­um vom Frei­staat die­se Unter­su­chungs-Lizenz erhal­ten – auf drei Jah­re befri­stet und vor­der­grün­dig zu Erd­öl­aus­beu­tung. Die Lizenz dient laut dem Unter­neh­men jedoch zur Auf­su­che von Erd­öl und Erd­gas­mit­tels kon­ven­tio­nel­ler und unkon­ven­tio­nel­ler (Fracking-) För­de­rung. Und das macht nach wei­te­ren Recher­chen der Land­tags-Grü­nen aus betriebs­wirt­schaft­li­cher Sicht für das Unter­neh­men durch­aus Sinn. Denn im west­li­chen Lizenz­ge­biet liegt Posi­do­ni­en­schie­fer, den die Bun­des­an­stalt für Geo­wis­sen­schaf­ten und Roh­stof­fe als poten­zi­ell geeig­net für Erd­gas­fracking ein­stuft. Das Wei­de­ner Erd­öl­vor­kom­men hin­ge­gen fand schon 2002 in der Abhand­lung „Roh­stof­fe in Bay­ern“ des Wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­ums kei­ne Erwäh­nung mehr.

Rose Petro­le­um besitzt über ihre Toch­ter­fir­ma Par­kyn Ener­gy gro­ße Fracking-Lizen­zen in Polen und für die umstrit­te­nen Erd­gas-Auf­su­chungs­fel­der rund um den Boden­see (Kon­stanz, Biber­ach). Die Lizenz für das Wei­de­ner Aus­beu­tungs­ge­biet hält die Naab Ener­gie Gmbh, ange­sie­delt in Frei­burg im Breis­gau. Könn­te sie ein Unter­neh­mens­zweig zur kon­ven­tio­nel­len För­de­rung sein? „Unwahr­schein­lich“ urtei­len die Land­tags-Grü­nen. Gegrün­det wur­de die Naab Ener­gie GmbH am 14.10.2013 zeit­gleich mit dem Über­gang der Par­kyn Ener­gy Ger­ma­ny GmbH an Rose Petro­le­um. Bei­de Fir­men resi­die­ren an der­sel­ben Adres­se und wer­den geführt von dem Fran­zo­sen Mat­thew Frost.

Die neu­en Erkennt­nis­se zu min­de­stens einem groß ange­leg­ten Fracking-Vor­ha­ben in Bay­ern stu­fen die Land­tags-Grü­nen als bri­sant ein. Hoch­gra­dig ver­är­gert sind sie über eine offen­sicht­lich bewuss­te Ver­ne­be­lungs­tak­tik der Staats­re­gie­rung, die noch am 28. Febru­ar fol­gen­de Stel­lung­nah­me ver­öf­fent­lich­te: „In Bay­ern sind bei den nahe­zu 1.000 Koh­len­was­ser­stoff­boh­run­gen seit 1888 kei­ne Fracking-Maß­nah­men durch­ge­führt wor­den und auch für die Zukunft auf­grund der geo­lo­gi­schen Ver­hält­nis­se aus­zu­schlie­ßen“ (Land­tags-Druck­sa­che 17/546, Ant­wort auf eine schrift­li­che Anfra­ge des CSU-Abge­ord­ne­ten Josef Zell­mei­er). „Da wer­den die Par­la­men­ta­ri­er und alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die sich berech­tig­te Sor­gen nicht nur um ihr Grund- und Trink­was­ser machen, für dumm ver­kauft“, urteilt Gote.

Sie­he dazu: Offi­zi­el­le Pres­se­mit­tei­lung der „Rose Petro­lerum plc“

Press Release, 31-January-2014

Grant of new hydro­car­bon licence in the Wei­den Basin, Germany

Rose Petro­le­um plc („Rose“), the AIM-listed (Ticker: ROSE) natu­ral resour­ces com­pa­ny, is plea­sed to announ­ce the grant to Rose of a new con­ces­si­on covering cir­ca 657,000 acres (2,662.4 km²) in the Wei­den Basin, loca­ted in the Sta­te of Bava­ria, south-east Ger­ma­ny, for hydro­car­bon explo­ra­ti­on (the „Licence“).

The Licence com­men­ces on 1 Febru­a­ry 2014 for an initi­al peri­od of three years. The terms of the Licence obli­ga­tes Rose to car­ry out a pro­gram­me of works over a three year peri­od to inclu­de 2D seis­mic and geo­phy­si­cal mea­su­re­ments desi­gned to crea­te a geo­lo­gi­cal model of the licence area at an esti­ma­ted cost of appro­xi­mate­ly €900,000.

The Licence repres­ents the third licence gran­ted to Rose fol­lo­wing the recent acqui­si­ti­on of two licen­ces (Kon­stanz and Bei­ber­ach) in sou­thwe­stern Ger­ma­ny covering appro­xi­mate­ly 635,000 acres.

Mat­thew Idi­ens, CEO, said, „We are real­ly encou­ra­ged by the con­ti­nuing momen­tum we are gathe­ring on the deve­lo­p­ment of the Oil & Gas port­fo­lio and are plea­sed by the appro­val of the Wei­den licence which, simi­lar to the Kon­stanz and Bei­ber­ach licen­ces, will allow us to pro­gress the con­ven­tio­nal plays until the regu­la­to­ry envi­ron­ment beco­mes clea­rer on uncon­ven­tio­nal plays. The obli­ga­ti­ons of the Wei­den licence work pro­gram­me are not too exten­si­ve, and should the initi­al results be posi­ti­ve, we will be in a posi­ti­on to fast-track a more exten­si­ve explo­ra­ti­on pro­gram­me. We will be loo­king to update the mar­ket fur­ther at the appro­pria­te time.“

The Licence

The Licence is loca­ted in the Wei­den Basin, (north-east Bava­ria, Ger­ma­ny), and is both a con­ven­tio­nal and uncon­ven­tio­nal petro­le­um play. It is sub­ject to a sta­tu­to­ry peri­od (expi­ring in mid-March 2014) during which any legal chal­len­ges to its grant can be filed. An over­ri­ding royal­ty inte­rest (ORRI) of 0.5% is pay­a­ble on any reve­nues to the ori­gi­nal finder.

In 1989, the town of Wei­den dril­led a geo­ther­mal well (Weiden‑1) which indi­ca­ted the pre­sence of oil in the Per­mi­an sand­stones. A core, blee­ding of oil, was reco­ve­r­ed and, fol­lo­wing ana­ly­ses, it was repor­ted that the oil came from Per­mi­an- Car­bo­ni­fe­rous source rocks.

Fol­lo­wing this dis­co­very, the town of Wei­den then app­lied in 1989 for a petro­le­um explo­ra­ti­on licence in a small area sur­roun­ding the town, but relin­quis­hed the area in 1991. The explo­ra­ti­on efforts were sub­se­quent­ly taken up by the con­sor­ti­um of Preussag/​Maxus, Ger­man and Texas head­quar­te­red com­pa­nies. The per­mit awar­ded to the­se two com­pa­nies was cal­led „Ober­pfalz“. This per­mit inclu­ded all the pro­spec­ti­ve area of the Wei­den Basin and the con­sor­ti­um shot four new seis­mic lines. Howe­ver, the per­mit was relin­quis­hed in 1994 and the seis­mic data was sub­se­quent­ly acqui­red by Gaz de Fran­ce (Ger­ma­ny), when it took over Preu­ssag. At the time, Preussag’s chief geo­phy­si­cist published some of the seis­mic data and struc­tu­ral maps. Several poten­ti­al con­ven­tio­nal tar­gets are indi­ca­ted in this seis­mic data.

Con­ven­tio­nal pro­spec­ti­vi­ty is expec­ted to focus on the oil char­ged by Paleo­zoic source rocks, found in Per­mi­an sand­stones, in struc­tu­ral traps. The seal rock is pro­vi­ded by inter­bed­ded shales. Oil was gene­ra­ted and expel­led in the trough, as indi­ca­ted by the Weiden‑1 well. Rose plans to obtain the data from the Weiden‑1 well which is avail­ab­le and cur­r­ent­ly held in a uni­ver­si­ty depositary.

Rose has alrea­dy obtai­ned geo­che­mi­cal ana­ly­ses reco­ve­r­ed from out­crop­ping Upper Car­bo­ni­fe­rous (Ste­pha­ni­an) black shales in the Wei­den Basin, with TOC values of 16–18%. The­se shales demon­stra­te an ear­ly oil genera­ti­on matu­ri­ty. A working petro­le­um system the­re­fo­re appears pre­sent in the form of a petro­le­um source rock, good reser­voir sand­stones and evi­dence that oil has been gene­ra­ted and expel­led (from the Weiden‑1 core). Rose has also used geo­che­mi­cal ana­ly­sis to estab­lish the exi­stence of addi­tio­nal good qua­li­ty black shale in the mari­ne Lower Juras­sic Posi­do­nia Shales found in the Wei­den Basin regi­on with a TOC of 7.6%.

John M. Blair, B.Sc. M.Sc. Geo­lo­gy, Head of New Ven­tures, Rose Petro­le­um plc, who meets the cri­te­ria of a qua­li­fied per­son under the AIM Rules – Note for Mining and Oil & Gas Com­pa­nies, has review­ed and appro­ved the tech­ni­cal infor­ma­ti­on con­tai­ned wit­hin this announcement.