Drei von fünf baye­ri­schen Öko-Modell­re­gio­nen lie­gen in der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg

Drei Gemein­de­bünd­nis­se aus der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg dür­fen sich künf­tig offi­zi­ell „Öko-Modell­re­gi­on“ nen­nen: der Land­kreis Neu­markt, die Stadt Nürn­berg mit den Land­krei­sen Nürn­ber­ger Land und Roth sowie die Stein­wald-Alli­anz, ein Zweck­ver­band von 13 Gemein­den im Natur­park Stein­wald im Land­kreis Tir­schen­reuth. Bei einem Fest­akt in der Münch­ner Resi­denz über­gab Land­wirt­schafts­mi­ni­ster Hel­mut Brun­ner die Urkun­den. Die Regio­nen (außer den genann­ten noch die ober­baye­ri­schen Gemein­de­ver­bün­de Wagin­ger See/​Rupertiwinkel und Isen­tal) sind Gewin­ner eines Wett­be­werbs, den das Land­wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­um aus­ge­lobt hat, um die Pro­duk­ti­on hei­mi­scher Bio-Lebens­mit­tel und das Bewusst­sein für regio­na­le Iden­ti­tät vor­an­zu­brin­gen. „Die Bünd­nis­se haben über­zeu­gen­de Stra­te­gien prä­sen­tiert, wie sie Öko­lo­gie, Regio­na­li­tät und Nach­hal­tig­keit zukunfts­wei­send umset­zen wol­len“, so der Mini­ster. Der Wett­be­werb ist Bestand­teil des Lan­des­pro­gramms „Bio­Re­gio 2020“, mit dem die Öko-Pro­duk­ti­on in Bay­ern bis 2020 ver­dop­pelt wer­den soll. Die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg will die Zusam­men­füh­rung von „Bio“ und „Regio­nal“ als ein Stand­bein ihrer Regio­nal­kam­pa­gne Ori­gi­nal Regio­nal aus­bau­en. Dabei kann sie auf das star­ke Netz­werk aus 23 Regio­na­lin­itia­ti­ven set­zen mit metro­pol­re­gi­ons­weit rund 1.500 Anbie­tern. Teil­wei­se sind schon heu­te regio­na­le Bio-Anbie­ter Mit­glied bei Ori­gi­nal Regio­nal. Die Öko-Modell­re­gio­nen sind des­halb wich­ti­ge Pio­nie­re und Part­ner.

Der Ver­bund Stadt Nürnberg/​Landkreis Nürn­ber­ger Land/​Landkreis Roth ist mit 700.000 Ein­woh­nern die mit Abstand größ­te Öko-Modell­re­gi­on – und die ein­zi­ge mit einer Groß­stadt. „Die Ver­net­zung von Groß­stadt und länd­li­chem Raum ist der wich­tig­ste Ansatz unse­res Pro­jekts“, so Dr. Wer­ner Ebert vom Umwelt­re­fe­rat der Stadt Nürn­berg, der die Bewer­bung zur Öko-Modell­re­gi­on beglei­tet hat. Die Koope­ra­ti­on will über spe­zi­el­le regio­na­le Wert­schöp­fungs­ket­ten, die sowohl für Öko-Land­wir­te, als auch Ver­ar­bei­ter und Ver­brau­cher attrak­tiv sind, die regio­na­le Wert­schöp­fung erhö­hen – auch durch die För­de­rung alter Sor­ten und Ras­sen. Das Pro­jekt ist, ganz im Sin­ne der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg, geleb­te Stadt-Land-Part­ner­schaft.

Der Land­kreis Neu­markt ver­fügt mit 7,8 Pro­zent der land­wirt­schaft­li­chen Flä­che bereits über einen über­durch­schnitt­lich gro­ßen Anteil öko­lo­gisch bewirt­schaf­te­ter Flä­che. Ziel ist es, die­sen Anteil durch Bera­tung und Ver­net­zung in der Ange­bots- und Nach­fra­ge­struk­tur wei­ter zu erhö­hen. Über ver­stärk­ten Wis­sens­trans­fer soll das Bewusst­sein für „Regio­nal“ und „Bio“ wei­ter aus­ge­baut wer­den. Uwe Krap­pitz von der Regi­na GmbH, die die Bewer­bung des Land­krei­ses erstellt hat: „Wir freu­en uns, gemein­sam mit Nürn­berg, Nürn­ber­ger Land und Roth eine star­ke Ach­se zu bil­den.“

Die Stein­wald-Alli­anz setzt vor allem auf die Ansie­de­lung des „Roten Höhen­viehs“, einer alten Rin­der­ras­se, die ganz­jäh­rig auf der Wei­de gehal­ten wer­den kann. Hans Don­ko, Bür­ger­mei­ster der Stadt Erben­dorf und 1. Vor­sit­zen­der der Stein­wald-Alli­anz: „Wir wol­len für das Rote Höhen­vieh eine Ver­mark­tungs­ket­te auf­bau­en. Die Tie­re sind zwar klei­ner und brin­gen weni­ger Ertrag, sie lie­fern aber höchst­klas­si­ges Fleisch und erst­klas­si­ge Milch.“ Zudem sei die Hal­tung auf den Mager­wie­sen akti­ve Erhal­tung der Kul­tur­land­schaft, weil deren Ver­bu­schung ver­hin­dert wer­de.

Für die Umset­zung der Kon­zep­te erhal­ten die Modell­re­gio­nen min­de­stens zwei Jah­re lang einen Zuschuss von 75 Pro­zent der Per­so­nal­ko­sten.

Mehr Infor­ma­tio­nen zum Wett­be­werb und Fotos von der Ver­lei­hung unter: https://​www​.stmelf​.bay​ern​.de/​l​a​n​d​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​o​e​k​o​l​a​n​d​b​a​u​/​0​6​4​2​0​3​/​i​n​d​e​x​.​php

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