GAL Bam­berg: Stadt soll „Wäch­ter­häu­ser“ ein­rich­ten und ein­zel­ne Wohn­blocks sofort kaufen

Kon­ver­si­ons­ge­län­de schon ab 2014 nutzen

„Wäch­ter­häu­ser auf dem Kon­ver­si­ons­ge­län­de“ – das ist der zen­tra­le Punkt im jüng­sten Antrag der GAL-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Ursu­la Sowa. Sie meint damit aber nicht etwa Unter­stell­häus­chen für Wach­sol­da­ten, son­dern ein Kon­zept, mit dem ver­hin­dert wer­den soll, dass nach Abzug der Ame­ri­ka­ner das Gebiet kom­plett leer steht und über kurz oder lang verrottet.

Die­se Gefahr droht näm­lich, wenn über meh­re­re Mona­te oder gar Jah­re die Ver­sor­gungs­lei­tun­gen von Was­ser, Gas und Strom, aber auch die Gebäu­de nicht genutzt wer­den. Nach Anga­ben der GAL, die aus dem Kon­ver­si­ons­re­fe­rat stam­men, wird in der Regel auf Kon­ver­si­ons­flä­chen 75 % der Bau­mas­se abge­ris­sen. „Das ist eine enor­me Res­sour­cen­ver­schwen­dung und muss in Bam­berg unbe­dingt ver­hin­dert wer­den“, kom­men­tiert Sowa.

In Leip­zig ver­mei­det man Schä­den durch Leer­stand – eben mit dem Kon­zept der Wäch­ter­häu­ser, das die Grü­nen-Spit­zen­kan­di­da­tin für die Stadt­rats­wah­len nun auch für Bam­berg vor­schlägt. „Ein­zel­ne stra­te­gisch bedeut­sam gele­ge­ne Gebäu­de wer­den aus­ge­sucht und wei­ter für Wohn- oder Gewer­be­zwecke genutzt“, erklärt Sowa die Idee. „So blei­ben alle Lei­tun­gen sowie wich­ti­ge Gebäu­de­tei­le in Gebrauch und kön­nen nicht ver­kei­men oder sonst einen Scha­den neh­men.“ Die dort woh­nen­den oder arbei­ten­den „Haus­wäch­ter“ wie­der­um erhal­ten nur ganz kurz­fri­sti­ge Miet­ver­trä­ge mit sehr gerin­gem Miet­zins oder nur gegen die Über­nah­me der Betriebs- und Neben­ko­sten; sie sind also jeder­zeit künd­bar, wenn eine neue Nut­zung für das Gebäu­de gefun­den ist.

Und noch einen wei­te­ren Antrag stellt Ursu­la Sowa: „Ange­sichts des drän­gen­den Wohn­raum­man­gels könn­te man bereits ab 2014 zahl­rei­che Gebäu­de auf dem Kon­ver­si­ons­ge­län­de bewoh­nen.“ Dem stimmt auch ihre frü­he­re Frak­ti­ons­kol­le­gin und aktu­el­le Stadt­rats­kan­di­da­tin, Petra Fried­rich, zu. In der Zoll­ner- oder Haupt­s­moor­stra­ße etwa gebe es gan­ze Wohn­blocks direkt am Grenz­zaun zur Stadt, die – sobald ihre Bewoh­ne­rIn­nen aus­ge­zo­gen sei­en – sofort bezugs­fer­tig sei­en. „Es wäre kaum mehr als eine Ver­schie­bung des Zauns not­wen­dig, um die Gebäu­de dem städ­ti­schen Gebiet zuzu­schla­gen“, so Fried­rich. Die bei­den Grü­nen-Poli­ti­ke­rin­nen gehen von 900 Woh­nun­gen aus, die für eine sofor­ti­ge Wei­ter­nut­zung in Fra­ge kämen.

Die GAL bean­tragt des­halb, umge­hend mit der BImA (Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en) Ver­hand­lun­gen zu füh­ren, damit die Stadt Bam­berg die­se Häu­ser vor­zei­tig und her­aus­ge­löst vom übri­gen Gelän­de auf­kauft. „Frei­lich muss das plan­voll und markt­ge­recht gesche­hen. Wir brau­chen einen Zeit­plan und ein Finan­zie­rungs­kon­zept, nach dem nicht auf einen Schlag, son­dern Schritt für Schritt die geeig­ne­ten Wohn­blocks auf dem Woh­nungs­markt kom­men“, erläu­tert Sowa. „Und auch hier“, so ergänzt Fried­rich, „kön­nen bis zur voll­stän­di­gen Nut­zung aller 900 Woh­nun­gen Haus­wäch­ter den Erhalt garantieren.“

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