Hin­wei­se zum Ein­fä­deln auf der Autobahn

Immer wie­der ereig­nen sich Ver­kehrs­un­fäl­le, weil ein Kraft­fah­rer einem in die Auto­bahn ein­fah­ren­den Fahr­zeug Platz machen woll­te. Der Fach­be­reich Stra­ßen­ver­kehr am Land­rats­amt Bam­berg und die Poli­zei­di­rek­ti­on Bam­berg-Land möch­ten daher die Situa­ti­on beim Ein­fä­deln-Las­sen näher beleuchten.

Eine Fra­ge, die so man­che Auto­fah­rer nicht sicher beant­wor­ten kön­nen, ist: Soll­te man auf der Auto­bahn auf die lin­ke Spur wech­seln, wenn sich ande­re Fahr­zeu­ge von der Beschleu­ni­gungs­spur ein­fä­deln wol­len? Die Vor­fahrts­la­ge ist ein­deu­tig: Der flie­ßen­de Ver­kehr auf der Auto­bahn hat grund­sätz­lich Vor­fahrt. Es gilt weder Rechts-vor-Links, noch das Reiß­ver­schluss­ver­fah­ren! Wer sich ein­fä­deln möch­te, muss sei­ne Fahr­wei­se dem flie­ßen­den Ver­kehr anpas­sen, nicht umgekehrt.

Dage­gen kann ein plötz­li­cher Wech­sel von der rech­ten auf die lin­ke Spur den Ver­kehr auf der Über­hol­spur in arge Bedräng­nis brin­gen; denn die­ser hat oft kei­ne Mög­lich­keit aus­zu­wei­chen, und ein Auf­fahr­un­fall wäre viel­leicht nur noch durch eine Voll­brem­sung zu ver­hin­dern. Mit einem Fahr­spur­wech­sel wür­de das Pro­blem also nicht gelöst, son­dern nur an einen ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mer wei­ter­ge­ge­ben. Das ist aber ver­bo­ten, denn die Spur darf nur dann gewech­selt wer­den, wenn eine Gefähr­dung ande­rer aus­ge­schlos­sen wer­den kann.

Um brenz­li­ge Situa­tio­nen gar nicht erst ent­ste­hen zu las­sen, emp­feh­len sich des­halb die fol­gen­den Vor­sichts­maß­nah­men: Vor dem Vor­bei­fah­ren an einer Auto­bahn­ein­fahrt ist es vor­teil­haft, den rück­wär­ti­gen Ver­kehr vor­sorg­lich zu beob­ach­ten. Dadurch gewinnt man ent­schei­den­de Sekun­den, um abschät­zen zu kön­nen, wie „eng“ der Ver­kehr fließt und wo Lücken zum Ein­fä­deln (las­sen) sind.

Dem Ein­fäd­ler hilft es am mei­sten, den Abstand zum Vor­aus­fah­ren­den zu ver­grö­ßern, schließ­lich brau­chen hin­zu­kom­men­de Fahr­zeu­ge zusätz­li­chen Platz. Wer sich vor oder neben einem ein Fahr­zeug ein­fä­deln will, hält das Tem­po mög­lichst gleich­mä­ßig. Das erleich­tert dem ande­ren Auto­fah­rer, die Fahr­wei­se der ande­ren rich­tig ein­zu­schät­zen. Befin­det sich das ein­fä­deln­de Auto vor dem eige­nen Fahr­zeug, kann man den Ein­fahr­vor­gang durch leich­tes Gas­weg­neh­men unter­stüt­zen. Fällt das ein­fä­deln­de Auto zurück, kann man durch mäßi­ges Beschleu­ni­gen etwas nach­hel­fen. Wenn die Situa­ti­on bedroh­lich wird: hupen. Es macht den Ein­fäd­ler dar­auf auf­merk­sam, dass er sich eine ande­re Lücke suchen muss. Im Zwei­fel muss er eben anhal­ten, oder ein Stück auf der Stand­spur weiterfahren.

Fahr­strei­fen­wech­sel soll­te man mög­lichst ver­mei­den. Nur wenn man vor­her genü­gend Gele­gen­heit hat­te, den Ver­kehr auf der lin­ken Spur abzu­schät­zen, ist ein Wech­sel der Spur „aus Rück­sicht­nah­me“ zulässig.

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