MdB Schar­fen­berg: „Schwarz-Gelb-Blind­heit – Durch­blick beim Reform­be­darf in der Pfle­ge haben andere“

Anläss­lich der Ver­öf­fent­li­chung der Leit­li­ni­en zur Pfle­ge des Kura­to­ri­um Deut­sche Alters­hil­fe (KDA) und der Fried­rich-Ebert-Stif­tung (FES)erklärt Eli­sa­beth Schar­fen­berg, Spre­che­rin für Pfle­ge­po­li­tik und Alten­po­li­tik der Bun­des­tags­frak­ti­on von Bünd­nis 90/ Die Grünen:

Der Pfle­ge­po­li­tik von Uni­on und FDP stel­len die aktu­ell vom KDA und der FES vor­ge­leg­ten „Neu­en Leit­li­ni­en für die Pfle­ge“ ein Armuts­zeug­nis aus. Der Reform­stau, den die Leit­li­ni­en auf­zei­gen, ist beach­tens­wert und führt der Bun­des­re­gie­rung ihre Schwarz-Gelb-Blind­heit in der Pfle­ge­po­li­tik vor Augen. Die Pfle­ge wie­der auf Kurs zu brin­gen, wird nach der Abwahl von Schwarz-Gelb der nächs­ten Bun­des­re­gie­rung so eini­ges an Kraft und Ener­gie abverlangen.

Die Leit­li­ni­en wei­sen auf Pro­ble­me hin, die Dani­el Bahr mit sei­ner Ali­bi-Pfle­ge­re­form ver­säumt hat zu lösen. Dabei ist der Reform­be­darf enorm und die Bau­stel­len nicht unbe­kannt. So müs­sen end­lich Anrei­ze gesetzt wer­den, um Pfle­ge­be­dürf­tig­keit zu ver­mei­den, die Pfle­ge im Quar­tier zu stär­ken, den Grund­satz ambu­lant vor sta­tio­när durch­grei­fend umzu­set­zen. Genau da spielt die Musik – denn jeder und jede möch­te so lan­ge wie mög­lich gesund blei­ben. Wenn die Pfle­ge­be­dürf­tig­keit ein­tritt, kann sich nicht ein­mal ein Drit­tel der Men­schen über­haupt vor­stel­len in ein Heim zu zie­hen! Das zeigt, dass wir eine umfas­sen­de Pfle­ge­re­form benö­ti­gen. Uns ist abso­lut klar, dass uns das auch etwas kos­ten wird.

Wir haben Kon­zep­te und Vor­stel­lun­gen, wie das gehen kann. So muss ein neu­er Pfle­ge­be­griff umge­setzt wer­den. Die Pfle­ge­re­form darf nur in Über­ein­stim­mung zur Wei­ter­ent­wick­lung der Ein­glie­de­rungs­hil­fe erfol­gen. Pfle­ge und Teil­ha­be sind zen­tra­le Säu­len für eine gute Ver­sor­gung, der auf Hil­fe ange­wie­se­nen Men­schen. Für eine aus­rei­chen­de Finan­zie­rung der Leis­tun­gen nach dem neu­en Pfle­ge­be­griff muss das Leis­tungs­vo­lu­men der Pfle­ge­ver­si­che­rung um 15 Pro­zent aus­ge­wei­tet wer­den – das wer­den wir mit der Ein­füh­rung einer Pfle­ge-Bür­ger­ver­si­che­rung gegen­fi­nan­zie­ren. Dabei wer­den die Leis­tun­gen der Pfle­ge-Bür­ger­ver­si­che­rung regel­mä­ßig an den Real­lohn- und an die Infla­ti­on angepasst.