Preis der Welt­kul­tur­er­be­stif­tung geht an die „Schutz­ge­mein­schaft Alt-Bam­berg e.V.“

Ver­lei­hung im Rah­men des Fest­akts 20 Jah­re Welterbe

Der Preis der Stif­tung Welt­kul­tur­er­be der Stadt Bam­berg geht in die­sem Jahr an die Schutz­ge­mein­schaft Alt Bam­berg. Ver­lie­hen wur­de er im Rah­men des Fest­akts zu 20 Jah­re Welt­erbe. Die Lau­da­tio hielt die ehe­ma­li­ge Stadt­hei­mat­pfle­ge­rin und Welt­erbe­ma­na­ge­rin Dr. Karin Deng­ler-Schrei­ber. Die Schutz­ge­mein­schaft Alt Bam­berg habe sich in vor­bild­li­cher und nach­ah­mungs­wer­ter Wei­se für die Erhal­tung und Revi­ta­li­sie­rung his­to­ri­scher Bau­sub­stanz und die Wie­der­be­le­bung bzw. Wie­der­be­bau­ung der Stadt Bam­berg ein­ge­setzt, so die Jury in ihrer Begrün­dung. Ein beson­de­res Anlie­gen der Schutz­ge­mein­schaft sei es, das Stadt­bild „Alt-Bam­berg“ in sei­ner Gesamt­heit und Wesens­art zu erhal­ten und zu pfle­gen sowie die Erhal­tung, Instand­set­zung oder den Wie­der­auf­bau von Bau- und Kul­tur­denk­mä­lern zu för­dern. Gegrün­det wur­de der Ver­ein 1968.

Die „Schutz­ge­mein­schaft Alt Bam­berg“ erhält den För­der­preis im Jubi­lä­ums­jahr des UNESCO-Welt­erbe­ti­tels (20 Jah­re), im Jubi­lä­ums­jahr der Stif­tung Welt­kul­tur­er­be (10 Jahr) und sogar an einem klei­nen eige­nen „run­den Geburts­tag“ (45 Jah­re). Der Ver­ein „Schutz­ge­mein­schaft Alt Bam­berg“ hat­te sich am 27. Sep­tem­ber 1968 im Grü­nen Saal der Har­mo­nie am Schil­ler­platz aus Pro­test gegen den Abbruch des Stadt­bild prä­gen­den Hau­ses „Zum Mari­en­bild“ am Kaul­berg­fuß gegründet.

Im Jahr 1984 erwarb und sanier­te die Schutz­ge­mein­schaft das Anwe­sen Schil­ler­platz 9. Ein wich­ti­ger Grund­stein ward gelegt, denn das Anwe­sen wur­de zum Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zen­trum für Denk­mal­schutz und Denk­mal­pfle­ge aus­ge­baut. Die Sanie­rung des nörd­li­chen Pavil­lons im Micha­els­ber­ger Ter­ras­sen­gar­ten wur­de mit einer Spen­de des Ver­eins ein­ge­lei­tet. Seit 1999 hat der Ver­ein den Pavil­lon von der Bür­ger­spi­tal­stif­tung gemie­tet, dafür eine Paten­schaft über­nom­men und ver­mie­tet ihn für klei­ne­re Ver­an­stal­tun­gen und Trau­un­gen. Die Sphinx-Skulp­tu­ren der Musik­mu­schel im Bam­ber­ger Hain wur­den eben­falls auf Initia­ti­ve des Ver­eins 2005 restau­riert. Auch das Ver­eins­haus am Schil­ler­platz, der Erl­wein-Bau des Alten Kran­ken­hau­ses oder die heu­ti­ge Volks­hoch­schu­le im alten Elek­tri­zi­täts­werk zäh­len zu den geret­te­ten Schät­zen der Schutz­ge­mein­schaft. Die „Schutz­ge­mein­schaft Alt Bam­berg“ hat über­all in der Stadt in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ihre Spu­ren hinterlassen.

Ganz aktu­ell ver­an­stal­tet die „Schutz­ge­mein­schaft Alt Bam­berg“ in Koope­ra­ti­on mit dem Archi­tek­tur­treff Bam­berg eine Vor­trags­rei­he zum The­ma „KON­VER­SI­ON: CHAN­CE FÜR BAM­BERG“ und saniert das Erthal-Wap­pen unter­halb der Volkshochschule.

Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke bei der Aus­hän­di­gung des „För­der­prei­ses 2013 zur Erhal­tung his­to­ri­scher Bau­sub­stanz“ der Stif­tung Welt­kul­tur­er­be Stadt Bam­berg am Sams­tag, 1. Juni 2013, ab 19 Uhr, Kon­zert- und Kongresshalle

Rede­ma­nu­skript – Es gilt das gespro­che­ne Wort –

Vie­len Dank an Sie, sehr geehr­te Frau Dr. Deng­ler-Schrei­ber, für die Lau­da­tio auf den dies­jäh­ri­gen Förderpreisträger.

Sehr geehr­ter Herr Ers­ter Vor­sit­zen­der Dr. Händler,

seit der Grün­dung im Jahr 1968, seit 45 Jah­ren, setzt sich die Schutz­ge­mein­schaft in vor­bild­li­cher und nach­ah­mens­wer­ter Wei­se für die Erhal­tung his­to­ri­scher Gebäu­de sowie die kul­tu­rel­le Bele­bung der Stadt Bam­berg ein. Die­ser Zeit­raum ist sehr viel län­ger als die Stadt Bam­berg den Welt­erbe­ti­tel trägt und die Stif­tung Welt­kul­tur­er­be exis­tiert. Als Vor­sit­zen­der leis­ten Sie, sehr geehr­ter Herr Dr. Händ­ler, seit 2005 an der Spit­ze des Ver­eins wert­vol­le Arbeit.

Wie wir eben ein­drucks­voll gehört haben, ist das Tätig­keits­feld Ihres gemein­nüt­zi­gen Ver­eins sehr viel­schich­tig und oft auch indi­vi­du­ell von den Gege­ben­hei­ten abhän­gig. Bei allen Ein­zel­ak­tio­nen und Initia­ti­ven ver­liert die Schutz­ge­mein­schaft aber nicht ihr gro­ßes Ziel aus den Augen: das Stadt­bild „Alt-Bam­berg“ in sei­ner Gesamt­heit und sei­ner Wesens­art zu erhal­ten und zu pflegen.

Dabei sto­ßen Sie mit Ihrer Arbeit nicht sel­ten auf Wider­stän­de und machen sich nicht immer nur Freun­de. Die Schutz­ge­mein­schaft hält das frei­lich nicht davon ab, ihre Anlie­gen zu ver­fol­gen und dafür not­falls die geteer­te Stra­ße zu ver­las­sen und enge, unbe­que­me Kopf­stein­pflas­ter-Gas­sen zu beschreiten.

Für die­sen lei­den­schaft­li­chen und andau­ern­den Ein­satz zum Woh­le unse­rer Stadt gebührt der Schutz­ge­mein­schaft Wert­schät­zung und Würdigung!

Der Stif­tungs­vor­stand der Stif­tung Welt­kul­tur­er­be Stadt Bam­berg hat des­halb [am 25. Sep­tem­ber 2012] beschlos­sen, der „Schutz­ge­mein­schaft Alt-Bam­berg e.V.“ den „För­der­preis zum Erhalt his­to­ri­scher Bau­sub­stanz 2013“ zu verleihen.

Der För­der­preis der Stif­tung wur­de im Jahr 2007 ins Leben geru­fen. Mit der Ziel­set­zung, den Stif­tungs­zweck der Stif­tung Welt­kul­tur­er­be Stadt Bam­berg zu erfül­len und her­aus­ra­gen­des Enga­ge­ment im Bereich der Denk­mal­pfle­ge und des Denk­ma­ler­halts aus­zu­zeich­nen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Herz­li­chen Glückwunsch

Ich darf Ihnen, Herrn Dr. Händ­ler, stell­ver­tre­tend für die gesam­te Schutz­ge­mein­schaft sehr herz­lich gra­tu­lie­ren und Ihnen die Urkun­de und den sym­bo­li­schen Scheck überreichen.

Als Ober­bür­ger­meis­ter und Vor­sit­zen­der des Stif­tungs­vor­stan­des wün­sche ich mir, dass die­ses Enga­ge­ment Bei­spiel­cha­rak­ter hat – zum Woh­le unse­rer Stadt Bamberg.