Erz­bi­schof Schick zum 50. Todes­tag von Johan­nes XXIII.

„Den schlich­ten Stil von Johan­nes XXIII. setzt Papst Fran­zis­kus fort“

(bbk) 50 Jah­re nach sei­nem Tod ist Johan­nes XXIII. nach den Wor­ten des Bam­ber­ger Erz­bi­schofs Lud­wig Schick auch heu­te ein Vor­bild für authen­ti­sche und akti­ve Chri­sten. „Sei­ne ech­te Mensch­lich­keit war geprägt von Ein­fach­heit im Leben und in der Spra­che und von unbe­schwer­tem Humor“, sag­te Schick. Johan­nes XXIII. habe Hoch­ach­tung und Wert­schät­zung glei­cher­ma­ßen für Kanz­ler, Köni­ge, Kar­di­nä­le wie für ein­fa­che Arbei­ter, Bau­ern und Kin­der emp­fun­den. Die­se Men­schen­freund­lich­keit gegen­über jeder­mann zei­ge sich erneut im Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus, sag­te Schick.

Auch mit dem von ihm eröff­ne­ten Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil wir­ke Johan­nes XXIII. bis heu­te in der Kir­che fort. „Noch längst nicht haben wir alles umge­setzt, was das Kon­zil uns auf­ge­tra­gen hat“, beton­te der Erz­bi­schof. „Das Kon­zil hat der Kir­che viel gege­ben, was nach wie vor gül­tig ist und auch noch der Umset­zung harrt.“ Schick nann­te die Erneue­rung der Lit­ur­gie, die öku­me­ni­schen Impul­se und den inter­re­li­giö­sen Dia­log. Johan­nes XXIII. habe mit der Ein­be­ru­fung des Kon­zils, des­sen Aus­gang er nicht mehr erleb­te, die Fen­ster der Kir­che geöff­net. Dabei sei es ihm dar­um gegan­gen, durch die Ver­heu­ti­gung, das „aggior­na­men­to“, des Evan­ge­li­ums „fri­schen Wind“ in Kir­che und Welt wehen zu las­sen.

Der Auf­trag und das Erbe des seli­gen Pap­stes sei­en gera­de im Jahr des Glau­bens aktu­el­ler denn je, und dabei den­ke er nicht nur an das Kon­zil, sag­te Schick. Mit sei­ner Enzy­kli­ka „Pacem in ter­ris“ (Frie­de auf Erden) aus dem Jahr 1963, die als sein geist­li­ches Testa­ment gilt, habe sich Johan­nes XXIII. kurz vor sei­nem Tod mit­ten im Kal­ten Krieg dafür ein­ge­setzt, Kon­flik­te nicht mit Waf­fen­ge­walt, son­dern durch Ver­trä­ge und Ver­hand­lun­gen zu been­den. Außer­dem beton­te er die Beach­tung der Men­schen­rech­te als not­wen­di­ge Kon­se­quenz des christ­li­chen Men­schen­bil­des. Die­se Äuße­run­gen sei­en heu­te aktu­el­ler denn je.

Johan­nes XXIII. habe die Katho­li­ken auch auf­ge­ru­fen, offen auf Anders­den­ken­de zuzu­ge­hen und mit ihnen im Sin­ne der guten Sache zusam­men­zu­ar­bei­ten. Sein Ziel sei es gewe­sen, das Reich Got­tes der Gerech­tig­keit, des Frie­dens und der Freu­de durch die Inkul­tu­ra­ti­on des Evan­ge­li­ums allen Völ­kern zu brin­gen.

Johan­nes XXIII. wur­de am 25. Novem­ber 1881 als Ange­lo Guisep­pe Ron­cal­li gebo­ren. Als Patri­arch von Vene­dig wur­de er am 28. Okto­ber 1958 zum Papst gewählt. Schon im Janu­ar 1959 berief er über­ra­schend das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil ein. Er schaff­te den bei Pri­vat­au­di­en­zen übli­chen Fuß­kuss und die drei­fa­che Ver­beu­gung ab. Sei­ne Beschei­den­heit brach­te ihm den Bei­na­men „Der gute Papst“ ein. Johan­nes XXIII. starb wäh­rend des Kon­zils am 3. Juni 1963. Auf dem Ster­be­bett soll er die Wor­te Chri­sti „Alle sol­len eins sein“ wie­der­holt haben. Am 3. Sep­tem­ber 2000 wur­de er von Johan­nes Paul II. selig gespro­chen.

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