200 Jahre Richard Wagner

Als im Sommer 1876 im provisorisch fertiggestellten Festspielhaus in Bayreuth die erste Gesamtaufführung von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ über die Bühne ging, verwirklichte sich eine künstlerische Konzeption, die der Komponist seit gut einem Vierteljahrhundert verfolgt hatte. Dass sich diese Vision in Bayreuth erfüllen sollte, stand keineswegs von Anfang an fest. Mehrere Male hatte Wagner die Arbeit an der Partitur unterbrochen; andere Orte wie etwa München standen zeitweise im Fokus der Planungen. Einhundert Jahre später, im Frühling 1976, nahm das Forschungsinstitut für Musiktheater (fimt) als zentrale Einrichtung der neugegründeten Universität Bayreuth seine wissenschaftliche Arbeit auf. Heute wie damals gilt die bereits 1974 im Strukturbeirat der Universität Bayreuth beschlossene Maxime, „dass das Institut gegenüber allen Phänomenen und Entwicklungen des Musiktheaters, auch außerhalb Europas und unter Einschluss neuer Experimente offen sein müsse.“

Das Werk des Jubilars Richard Wagners stellt dabei eines der wissenschaftlich untersuchten Phänomene dar.

WagnerWorldWide2013

Das Projekt der Universität Bayreuth zum Wagnerjahr trägt den Titel WagnerWorldWide2013 und wird in Zusammenarbeit mit den Universitäten Bern und South Carolina sowie dem Shanghai Conservatory of Music organisiert. „Was bedeutet das Phänomen Wagner für die Gesellschaft heute, jenseits seines Werks und der Überlegungen, die sich an die Allgemeinplätze der immer wieder repetierten Wagner-Aufregung knüpfen, dass er politisch kontrovers einzuschätzen sei, dass er Antisemit war, dass er soziale Utopien verfolgte?“, fragt Projektinitiator Professor Dr. Anno Mungen jüngst in einem Beitrag für die Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ der Bundeszentrale für politische Bildung. Eine einleitende Ringvorlesung in Bayreuth, Konferenzen in Bern und Columbia und Workshops in Shanghai liegen zwischenzeitlich hinter uns und können zum großen Teil via YouTube nachvollzogen werden. Eine von Masterstudierenden erstellte Ausstellung im Steingraeber Haus (26. Juli bis 12. Dezember 2013) und die abschließende Konferenz www2013:Reflections in Bayreuth, Thurnau und Nürnberg (12. bis 15. Dezember 2013) liegen noch vor uns.

  • www.youtube.com/WagnerWorldWide
  • www.fimt.uni-bayreuth.de
  • www.bpb.de/apuz/160057/richard-wagner