Erz­bi­schof Schick für gerech­te Löh­ne und gegen Tarif­flucht

Tref­fen mit Arbeit­neh­mer­ver­tre­tern unter dem Mot­to „Gerech­tig­keit ist mehr“

Erzbischof Schick beim Treffen mit Arbeitnehmervertretern im Bistumshaus St. Otto. Foto: Christiane Dillig

Erz­bi­schof Schick beim Tref­fen mit Arbeit­neh­mer­ver­tre­tern im Bis­tums­haus St. Otto. Foto: Chri­stia­ne Dil­lig

(bbk) Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat sich bei einem Tref­fen mit Gewerk­schaf­tern für gerech­te Löh­ne aus­ge­spro­chen. Die Arbeit­neh­mer­ver­tre­ter hät­ten die Bischö­fe bei ihren Bemü­hun­gen um Gerech­tig­keit am Arbeits­platz an ihrer Sei­te, sag­te Schick. Bei dem jähr­li­chen Zusam­men­tref­fen unter dem Mot­to „Gerech­tig­keit ist mehr“ bedau­er­te Schick am Diens­tag, dass es „die Gerech­tig­keit, die wir uns wün­schen“, im Arbeits­all­tag noch nicht im hin­rei­chen­den Maß gebe. Er for­der­te die Ver­tre­ter von Katho­li­scher Arbeit­neh­mer-Bewe­gung (KAB), Arbeit­neh­mer­pa­sto­ral und Gewerk­schaf­ten auf, sich wei­ter­hin inten­siv um gerech­te Löh­ne und Chan­cen­gleich­heit ein­zu­set­zen. Der Lei­ter der Arbeit­neh­mer­pa­sto­ral im Erz­bis­tum, Man­fred Böhm, erin­ner­te an das Sozi­al­wort der bei­den christ­li­chen Kir­chen, in dem den Men­schen sogar mehr als rei­ne Gerech­tig­keit zukom­me. Die Men­schen soll­ten auch im Arbeits­le­ben einen Ort der Gebor­gen­heit erfah­ren und die Mög­lich­keit, sich zu ent­fal­ten.

Böhm erin­ner­te an unter­schied­li­che Bil­dungs­vor­aus­set­zun­gen von Kin­dern. Ziel müs­se es sein, ein Netz zu knüp­fen, das für einen Aus­gleich sorgt. In der Dis­kus­si­on sprach sich Erz­bi­schof Schick ein­deu­tig gegen eine nicht tarif­ge­bun­de­ne Bezah­lung von Arbeit aus. Auch die Ver­hin­de­rung von Betriebs­rä­ten oder die Beein­träch­ti­gung von deren Arbeit sei abzu­leh­nen. „Die Betrie­be scha­den sich so selbst“, sag­te Schick. Bezüg­lich der Inter­es­sen­ver­tre­tung der Beschäf­tig­ten im kirch­li­chen Bereich, im so genann­ten Drit­ten Weg, sag­te der Erz­bi­schof, man sol­le die­sen Weg des pari­tä­ti­schen Mit­ein­an­ders nicht auf­ge­ben, solan­ge er akzep­tiert wird.

Gerech­tig­keit mei­ne, so beton­te Schick, dass Men­schen ein „rech­tes Leben“ füh­ren kön­nen. Dies bedeu­te, das nöti­ge Geld zu ver­die­nen, um ein Aus­kom­men zu haben, eine Arbeit zu haben, die dem Men­schen ent­spre­che und in der er sich ver­wirk­li­chen kön­ne. Unter Hin­weis auf die in die­sem Jahr bevor­ste­hen­den Wah­len for­der­te Schick dazu auf, Ein­fluss zu neh­men und sich mit den For­de­run­gen nach einem Mehr an Gerech­tig­keit in den poli­ti­schen Dis­kurs ein­zu­brin­gen.