Cry­s­tal Meth wirkt schnell und zer­stö­re­risch – Auf­klä­rung und Hilfs­an­ge­bo­te drin­gend erforderlich

Anläss­lich einer Anhö­rung des Gesund­heits­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges am heu­ti­gen Tag, in der u.a. der Umgang mit Cry­s­tal Meth erör­tert wur­de, erklärt die ober­frän­ki­sche Abge­ord­ne­te Eli­sa­beth Schar­fen­berg MdB, Mit­glied im Gesundheitsausschuss:

Immer bun­ter, immer schnel­ler, immer auf­re­gen­der – das ist ein ver­brei­te­tes Lebens­mot­to in unse­rer Gesell­schaft. Dro­gen wie Cry­s­tal Meth wir­ken da wie prak­ti­sche Ver­stär­ker zum Par­ty machen. Ernüch­ternd sind dage­gen die Erkennt­nis­se der heu­ti­gen öffent­li­chen Anhö­rung des Gesundheitsausschusses.

Einig sind sich alle Gut­ach­ter in der Ein­schät­zung, dass Cry­s­tal Meth eine rasch wirk­sa­me, sehr zer­stö­re­ri­sche Dro­ge ist, die schnell zu Abhän­gig­keit führt. Es han­delt sich um die kri­stal­li­ne Form von Metham­phet­amin. Dabei wirkt die Sub­stanz sti­mu­lie­rend auf das Zen­tral­ner­ven­sy­stem und erzeugt Gefüh­le von Eupho­rie und Wach­heit. In hoher Dosie­rung kann sie zu Aggres­si­vi­tät und Gewalt­tä­tig­keit, Ver­fol­gungs­wahn und Sui­zid füh­ren. Sehr früh, so sind die Fach­leu­te einig, sind deut­li­che und blei­ben­de Schä­den der Ner­ven und der gei­sti­gen Funk­tio­nen fest­zu­stel­len. Das erschwert die The­ra­pie der Abhängigen.

Neben der psy­chi­schen Abhän­gig­keit , auch auf­grund der ver­meint­lich lei­stungs­stei­gen­den Wir­kung, ist eine mas­si­ve gesund­heit­li­che Gefähr­dung auf kör­per­li­cher und psy­chi­scher Ebe­ne fest­zu­stel­len: von Psy­cho­sen über Krampf­an­fäl­len bis zu Hirn­blu­tun­gen oder zum Herz­in­farkt. Zudem för­dert der Ein­fluss von Meth eine ver­mehr­te Anfäl­lig­keit für sexu­ell über­trag­ba­re Infek­ti­ons­krank­hei­ten wie HIV/AIDS.

Der­zeit ist die Ver­brei­tung der Dro­gen in erster Linie regio­nal fest­zu­stel­len. Gehäuft tritt sie in Sach­sen und im deutsch-tsche­chi­schen Grenz­ge­biet in Ober­fran­ken und der Ober­pfalz auf. Noch ist die For­schungs­la­ge dünn. Neben der Par­ty­sze­ne und Jugend­li­chen in Stress­pha­sen, sind ver­mehrt auch erwach­se­ne Berufs­tä­ti­ge und eine auf­fäl­lig hoher Anteil an Frau­en unter den Kon­su­men­ten zu finden.

Einig waren sich die Sach­ver­stän­di­gen dar­in, dass Abschreckung nicht der rich­ti­ge Weg ist. Sie emp­fah­len dage­gen mehr sach­ori­en­tier­te Auf­klä­rung und ver­bes­ser­te The­ra­pie­an­ge­bo­te. Repres­sio­nen, so die mehr­heit­li­che Mei­nung, soll­te sich auf Pro­du­zen­ten und Dea­ler kon­zen­trie­ren, weni­ger auf ein­zel­ne Kon­su­men­ten. Ent­schei­dend ist, dass finan­zi­el­le Ein­schrän­kun­gen von Bera­tungs­stel­len, Sozi­al­dien­sten und Jugend­äm­tern oft hoch­wirk­sa­me, mul­ti­pro­fes­sio­nel­le Ange­bo­te verhindern.

Unse­rer Regi­on ist ver­stärkt von der Aus­brei­tung der Dro­ge betrof­fen. Mul­ti­pro­fes­sio­nel­le und finan­zi­ell lang­fri­stig abge­si­cher­te Hilfs­an­ge­bo­te und eine ver­stärk­te Ursa­chen­for­schung für den Dro­gen­kon­sum sind gera­de hier drin­gend erfor­der­lich. Es ist wich­tig, Cry­s­tal Meth im gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Zusam­men­hang zu sehen. Wir müs­sen ver­mehrt Stra­te­gien zur Stress­be­wäl­ti­gung ins­be­son­de­re für Kin­der und Jugend­li­che anbie­ten. Zudem soll­te die Dro­ge auch im Zusam­men­hang mit dem Kon­sum­ver­hal­ten bei ande­ren Dro­gen, ins­be­son­de­re Alko­hol, gese­hen wer­den. Die Anhö­rung hat wie­der ein­mal ver­deut­licht: Cry­s­tal Meth ist kein harm­lo­ser Hel­fer in stres­si­gen All­tag. Im Gegen­teil, mit Meth geht der Stress erst rich­tig los.

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