Bei­rat der AOK-Direk­ti­on Bam­berg dis­ku­tier­te gesund­heits­po­li­ti­sche Themen

Matthias Graßmann, Thomas Silberhorn, Peter Weber, Melanie Huml, Mathias Eckardt

Mat­thi­as Graß­mann, Tho­mas Sil­ber­horn, Peter Weber, Mela­nie Huml, Mathi­as Eckardt

In der jüng­sten Sit­zung des AOK-Bei­ra­tes konn­ten die alter­nie­ren­den Bei­rats­vor­sit­zen­den Mat­thi­as Graß­mann und Mathi­as Eckardt als Gäste die Staats­se­kre­tä­rin Mela­nie Huml sowie den Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Tho­mas Sil­ber­horn begrü­ßen. Ziel war es, gesund­heits­po­li­ti­sche Fra­gen, die auch die Regi­on Bam­berg-Forch­heim bewe­gen, direkt mit poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen zu dis­ku­tie­ren. Die The­men tan­gier­ten aktu­el­le Geset­zes­vor­ha­ben eben­so wie loka­le Fra­gen. Beim The­ma Kran­ken­haus zeig­te AOK-Direk­tor Peter Weber den Zusam­men­hang zwi­schen dem seit Jah­ren unge­brem­sten Fall­zah­len­an­stieg (ste­ti­ger Anstieg der Kran­ken­haus­fäl­le) und den Erfolgs­bi­lan­zen der jewei­li­gen Kran­ken­häu­ser auf. Dabei sind die Rech­nungs­er­geb­nis­se – wie auch der Pres­se zu ent­neh­men war – sehr unter­schied­lich. Trotz über­pro­por­tio­na­ler Aus­ga­ben­stei­ge­run­gen im Kran­ken­haus­be­reich, ins­be­son­de­re seit der Ein­füh­rung des Fall­pau­scha­len­sy­stems im Jahr 2003, haben ein­zel­ne Häu­ser Finan­zie­rungs­pro­ble­me, wäh­rend ande­re Über­schüs­se erwirtschafteten.

Dabei ist der über­durch­schnitt­li­che Aus­ga­ben­an­stieg nur zum Teil auf den medi­zi­ni­schen Fort­schritt und der demo­gra­fi­schen Ent­wick­lung zurück­zu­füh­ren. Auch der zwi­schen­zeit­lich statt­fin­den­de Wett­be­werb um mög­lichst vie­le Pati­en­ten und damit um mög­lichst vie­le (Fall­pau­scha­len-) Erlö­se hat sei­ne Aus­wir­kun­gen. Fer­ner spie­len Struk­tu­ren und Fra­gen der koope­ra­ti­ven Zusam­men­ar­beit eben­so eine Rol­le wie die Zusam­men­ar­beit zwi­schen dem ambu­lan­ten und dem sta­tio­nä­ren Bereich (Ein­wei­ser­ver­hal­ten). Und es geht auch um die Finan­zie­rung der Inve­sti­ti­ons­ko­sten, die nach gel­ten­dem Gesetz nicht Auf­ga­be der Kran­ken­kas­sen ist, son­dern Auf­ga­be der jewei­li­gen Bun­des­län­der; hier – so stimmt Staats­e­kre­tä­rin Mela­nie Huml zu – steht die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung zu ihrer Ver­ant­wor­tung. „2013 ste­hen wie­der 500 Mil­lio­nen Euro an För­der­mit­teln für Kran­ken­haus­in­ve­sti­tio­nen in Bay­ern zur Ver­fü­gung – 70 Mil­lio­nen mehr als 2012“, beton­te die Staatssekretärin.

Dis­kus­sio­nen gab es auch beim The­ma „ver­si­che­rungs­frem­de Lei­stun­gen“, also Lei­stun­gen, die die Kran­ken­kas­sen für den Staat erbrin­gen (z. B. kosten­lo­se Mit­ver­si­che­rung von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, Mut­ter­schafts­hil­fe­lei­stun­gen). So herr­sche gro­ßes Unver­ständ­nis sei­tens der Bei­rats­mit­glie­der bei dem Vor­ha­ben des Gesetz­ge­bers, den Steu­er­zu­schuss des Bun­des für ver­si­che­rungs­frem­de Lei­stun­gen zum Zwecke der Sanie­rung des Bun­des­haus­hal­tes noch­mals um 1,5 Mrd. Euro zu kür­zen. Zwar ver­fü­ge der Gesund­heits­fonds aktu­ell über aus­rei­chen­des Geld. Die­ses kommt jedoch aus den Porte­mon­naies der Bei­trags­zah­ler und wird spä­te­stens im näch­sten Jahr zur Finan­zie­rung bereits heu­te abseh­ba­rer wei­te­rer Aus­ga­ben­stei­ge­run­gen benö­tigt, so die alter­nie­ren­den Bei­rats­vor­sit­zen­den Graß­mann und Eckardt. In die­sem Zusam­men­hang hat­te der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Tho­mas Sil­ber­horn einen Vor­schlag. Er spricht sich für einen „Lie­fer­schein“ aus, auf dem die Ver­si­cher­ten alle erhal­te­nen Lei­stun­gen quit­tie­ren sollten.

Der Bei­rat der AOK-Direk­ti­on Bam­berg besteht aus je 12 Ver­tre­tern von Ver­si­cher­ten und Arbeit­ge­ber aus dem Bereich Bam­berg und Forch­heim. Zu sei­nen Auf­ga­ben gehört es u. a. zu aktu­el­len gesund­heits­po­li­ti­schen Fra­gen Stel­lung zu bezie­hen und die Inter­es­sen der Bei­trags­zah­ler, also ins­be­son­de­re der Ver­si­cher­ten und der Arbeit­ge­ber in der Regi­on, wahrzunehmen.

Mat­thi­as Graß­mann, Tho­mas Sil­ber­horn, Peter Weber, Mela­nie Huml, Mathi­as Eckardt