Bay­reu­ther Gastro­in­itia­ti­ve: „Kein Platz für Ras­sis­mus! Wir zei­gen Zivilcourage“

Stadt Bay­reuth will Bay­reu­ther Gastro­no­men dafür gewin­nen, kei­ne Räu­me an rechts­ex­tre­me Grup­pie­run­gen zu vermieten

Gabriela Brud vom Café Samocca, OB Brigitte Merk-Erbe, Dr. Christoph Rabenstein und Gerhard Eggert vom Amt für Integration der Stadt Bayreuth mit dem Flyer der Gastroinitiative

Gabrie­la Brud vom Café Samoc­ca, OB Bri­git­te Merk-Erbe, Dr. Chri­stoph Raben­stein und Ger­hard Eggert vom Amt für Inte­gra­ti­on der Stadt Bay­reuth mit dem Fly­er der Gastroinitiative

Mit Besorg­nis muss auch in Ober­fran­ken eine Zunah­me rechts­ex­tre­mi­sti­scher Akti­vi­tä­ten ver­zeich­net wer­den. Rechts­ex­tre­mis­mus ist längst kei­ne Rand­er­schei­nung mehr. Immer häu­fi­ger fin­den sich rechts­ex­tre­me Grup­pie­run­gen meist hin­ter ver­schlos­se­nen Türen zusam­men, mit dem Ziel, Stra­te­gien zur Ver­brei­tung ihrer men­schen­ver­ach­ten­den Ideo­lo­gien zu pla­nen. Zudem ver­su­chen sie immer wie­der, Räum­lich­kei­ten der Gast­stät­ten und Hotels zu nut­zen, um ihr anti­de­mo­kra­ti­sches Gedan­ken­gut vor­zu­stel­len. Um dem einen Rie­gel vor­zu­schie­ben, hat die Stadt Bay­reuth jetzt eine unge­wöhn­li­che Akti­on gestartet.

Die Alli­anz gegen Rechts­ex­tre­mis­mus in der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg, der auch die Stadt Bay­reuth ange­hört, hat im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res eine Kam­pa­gne mit dem Titel „Kein Platz für Ras­sis­mus! Wir zei­gen Zivil­cou­ra­ge“ gestar­tet. Ihr Ziel ist es, zu ver­hin­dern, dass es rechts­ex­tre­men Grup­pen gelingt, Räu­me in gastro­no­mi­schen Betrie­ben oder Hotels anzu­mie­ten. Einer ent­spre­chen­den Initia­ti­ve des Bay­reu­ther Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten und Stadt­rats Dr. Chri­stoph Raben­stein (SPD) fol­gend, hat sich Ober­bür­ger­mei­ste­rin Bri­git­te Merk-Erbe inzwi­schen in per­sön­li­chen Schrei­ben an ins­ge­samt 120 Bay­reu­ther Gastro­no­mie­be­trie­be gewandt und um deren Unter­stüt­zung bei der Akti­on gebe­ten. „Wir hof­fen, dass sich vie­le Gastro­no­men in Bay­reuth der Initia­ti­ve anschlie­ßen und sie aktiv unter­stüt­zen“, so Merk-Erbe.

Ger­hard Eggert; Lei­ter des städ­ti­schen Amts für Inte­gra­ti­on, freut sich über die posi­ti­ve Reso­nanz sei­tens der Bay­reu­ther Gastro­no­men. Für ihn ist die Sen­si­bi­li­sie­rung der Gastro­no­men und Hotel­be­trei­ber eine wich­ti­ge Maß­nah­me für ein fried­li­ches und demo­kra­ti­sches Zusam­men­le­ben in Bayreuth.

Ein Redak­ti­ons­team der Alli­anz gegen Rechts­ex­tre­mis­mus in der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg hat inzwi­schen auch eine Infor­ma­ti­ons­bro­schü­re erar­bei­tet, die jedem Schrei­ben an die Bay­reu­ther Gastro­no­mie­be­trie­be bei­gefügt wur­de. Die­se ver­mit­telt einen umfas­sen­den Über­blick über die rechts­ex­tre­men Struk­tu­ren, Ver­ei­ni­gun­gen und deren Prot­ago­ni­sten in der Metro­pol­re­gi­on. Außer­dem ent­larvt sie das stra­te­gi­sche Vor­ge­hen der Rechts­ex­tre­men bei der Anmie­tung von Räu­men und bie­tet gleich­zei­tig juri­sti­sche sowie prak­ti­sche Hil­fe. Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Dr. Raben­stein betont, dass es wich­tig ist zu zei­gen, dass die Nazi­sze­ne ernst genom­men wird und dazu alle Gastro­no­men und Hotel­be­trei­ber mit ins Boot geholt wer­den müs­sen. Nur so kann eine Nicht­will­kom­mens­kul­tur gegen­über Rechts­ex­tre­men deut­lich gemacht wer­den. „Die Gastro­in­itia­ti­ve ist nur eine Maß­nah­me unter vie­len, aber eine sehr wich­ti­ge!“, so Dr. Rabenstein.