Gedan­ken zum Palmsonntag

Symbolbild Religion
Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs

Als die eng­li­sche Köni­gin zum ersten Male Deutsch­land besuch­te, soll eine älte­re Dame aus­ge­ru­fen haben: „Ich habe die Queen gese­hen. Jetzt könn­te ich ster­ben!“ Als ich die­se Mel­dung las, woll­te ich zunächst ungläu­big den Kopf schüt­teln. Dass die Jeru­sa­le­mer damals beim Ein­zug Jesu in Exsta­se gerie­ten, kann ich dage­gen nach­voll­zie­hen: Er hat­te unheil­bar Kran­ke gesund gemacht, sogar Tote auf­er­weckt, ohne einen Pfen­nig dafür zu ver­lan­gen, wäh­rend die hoch­ge­ju­bel­ten und mora­lisch manch­mal recht frag­wür­di­gen Stars unse­rer Zeit allen­falls ein paar Bro­sa­men ihrer könig­li­chen Ein­künf­te für einen guten Zweck spen­den. Frei­lich haben die Aller­mei­sten schon vor 2000 Jah­ren nicht begrif­fen, wor­um es im Evan­ge­li­um geht. Eine der älte­sten Kreu­zes­dar­stel­lun­gen ist eine bos­haf­te Kari­ka­tur. Bei Aus­gra­bun­gen auf dem römi­schen Hügel Pala­tin fand man näm­lich fol­gen­de Krit­ze­lei: Man sieht ein Strich­männ­chen vor einem Kreuz knien, an dem ein Mensch mit Esels­kopf hängt. Dar­un­ter steht: „Alex­amenos betet sei­nen Gott an!“ Der gekreu­zig­te Mes­si­as stieß also den Leu­ten schon immer sau­er auf. Diet­rich Bon­hoef­fer hat Recht, wenn er schreibt:

„Die Gestalt des Gerich­te­ten und Gekreu­zig­ten bleibt einer Welt, in der der Erfolg das Maß und die Recht­fer­ti­gung aller Din­ge ist, fremd und im besten Fal­le bemit­lei­dens­wert. Die Gestalt des Gekreu­zig­ten setzt alles am Erfolg aus­ge­rich­te­te Den­ken außer Kraft.“

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs, www​.neu​stadt​-aisch​-evan​ge​lisch​.de

Infos zu Chri­sti­an Karl Fuchs:

  • geb. 04.01.66 in Neustadt/​Aisch
  • Stu­di­um der evang. Theo­lo­gie 1985 – 1990 in Neuendettelsau
  • Vika­ri­at in Schorn­weiss­ach-Vesten­bergs­greuth 1993 – 1996
  • Pro­mo­ti­on zum Dr. theol. 1995
  • Ordi­na­ti­on zum ev. Pfar­rer 1996
  • Dienst in Nürnberg/​St. Johan­nis 1996 – 1999
  • seit­her in Neustadt/​Aisch
  • blind
  • nicht ver­hei­ra­tet