Grü­ne Bay­reuth: „Bay­ern braucht Veränderung“

Grü­ne sind die Stim­me für eine welt­of­fe­ne, gerech­te und öko­lo­gi­sche Heimat

Im Rah­men der Mit­glie­der­ver­samm­lung der Bay­reu­ther Grü­nen stell­te die ober­frän­ki­sche Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und Spit­zen­kan­di­da­tin zur Land­tags­wahl *Ulri­ke Gote* das grü­ne Pro­gramm zur Land­tags­wahl am 15. Sep­tem­ber 2013 vor.

Bay­ern ver­än­de­re sich. Es gin­ge nicht um „immer mehr“ und „immer schnel­ler“, son­dern um einen ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit der Welt, in der wir leben. Des­halb stün­den die Grü­nen für eine Poli­tik, die Mensch und Natur in den Mit­tel­punkt stellt. „Damit wir auch in Zukunft noch hier in unse­rer baye­ri­schen Hei­mat gut leben kön­nen, braucht es nach­hal­ti­ge Kon­zep­te: Wir Grü­ne haben sie“, begann *Ulri­ke Gote* und gab zunächst eine Über­sicht über die Inhal­te des Pro­gramms. Anschlie­ßend erläu­ter­te sie die grü­ne Wirtschafts‑, Agrar‑, Ener­gie- und Bildungspolitik.

„Wir Grü­ne wol­len Bay­erns Wirt­schaft zukunfts­fest machen. Wir wer­den Inno­va­tio­nen anschie­ben, die kom­mu­na­le Daseins­für­sor­ge stär­ken, die vor­han­de­ne Infra­struk­tur erhal­ten und die­se öko­lo­gisch und sozi­al ver­träg­lich aus­bau­en.“, erläu­tert *Gote* und fährt fort: „Dar­über hin­aus wer­den wir regio­na­les Wirt­schaf­ten und regio­na­le Initia­ti­ven för­dern.“ Ein öko­lo­gisch-sozia­les Beschaf­fungs­we­sen, Tarif­treue, die Ein­füh­rung eines gesetz­li­chen Min­dest­lohns und die För­de­rung von Ent­wick­lungs- und Grün­der­zen­tren sei­en wei­te­re Pfei­ler grü­ner Wirtschaftspolitik.

„Unse­re grü­ne Agrar­po­li­tik folgt dem Leit­bild der öko­lo­gi­schen Land­wirt­schaft. Wir wol­len eine art­ge­rech­te Tier­hal­tung, Gen­tech­nik­frei­heit und die Stär­kung der regio­na­len Wert­schöp­fungs­ket­ten.“, führt die ober­frän­ki­sche Land­tags­ab­ge­ord­ne­te aus, die sich gegen Agrar­fa­bri­ken und Export­sub­ven­tio­nen und für den Erhalt der Milch­men­gen­steue­rung aus­spricht. Flä­chen­prä­mi­en soll­ten an die Arbeits­kraft gekop­pelt sein. „Wir Grü­ne sagen Ja zum Grün­land und Nein zur Mais­mo­no­kul­tur“, stellt *Ulri­ke Gote* klar.

Die Umset­zung der Ener­gie­wen­de sei ein anspruchs­vol­les Pro­jekt, von dem am Ende aber alle pro­fi­tie­ren wür­den: die Regio­nen, Mit­tel­stand und Hand­werk, Umwelt und Kli­ma. „Wir Grü­ne wer­den ein moder­nes und zukunfts­si­che­res Ener­gie­sy­stem schaf­fen, das auf 100 Pro­zent eneu­er­ba­rer Ener­gie basiert.“, erläu­tert *Ulri­ke Gote*. „Um dies zu errei­chen, set­zen wir neben dem Aus­bau der Erneu­er­ba­ren Ener­gien auf Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Ener­gie­ein­spa­rung. Wir wol­len die Kraft-Wär­me-Kopp­lung för­dern, For­schungs­an­rei­ze für intel­li­gen­tes Last­ma­nage­ment und Wär­me­spei­che­rung gewäh­ren, Pas­siv­bau­wei­se, ener­ge­ti­sche Gebäu­de­sa­nie­rung und Abwär­me­nut­zung fördern.“

„Wir Grü­ne kämp­fen für mehr Bil­dungs­ge­rech­tig­keit. Früh­kind­li­che Bil­dung muss beson­ders geför­dert wer­den. Sie gehört ins Kul­tus­mi­ni­ste­ri­um, das Kita-Aus­bau­tem­po muss erhöht wer­den“, führt *Ulri­ke Gote* aus. „Die Zukunft gehö­re den Ganz­tags­schu­len. Sie sol­len Orte nach­hal­ti­gen Ler­nens und Lebens­raum sein.“ Wich­tig sei dabei, so Gote, nicht alles von oben zu bestim­men, son­dern zu ermög­li­chen, dass Schu­le sich ent­wickeln kön­ne, was mit einer Öff­nungs­klau­sel im Schul­ge­setz für neue Schul­mo­del­le erreicht wer­den könne.

„Für die Hoch­schu­len in Bay­ern gilt: Es fehlt an allen Ecken und Enden, denn sie sind seit lan­gem chro­nisch unter­fi­nan­ziert“, weiß die hoch­schul­po­li­ti­sche Spre­che­rin. „Wir wer­den Aus­bau und Öff­nung der Hoch­schu­len vor­an­trei­ben.“ Die Grund­fi­nan­zie­rung für Leh­re und For­schung müs­se auf­ge­stockt wer­den, Frau­en­för­de­rung inten­si­viert, die ver­fass­te Stu­die­ren­den­schaft wie­der ein­ge­führt werden.

„Wir Grü­ne ste­hen für einen Poli­tik­stil, der alle zu Wort kom­men lässt und jedem und jeder die Chan­ce bie­tet, sich ein­zu­mi­schen. Dazu möch­ten wir inno­va­ti­ve Betei­li­gungs­mo­del­le wie Bür­ge­rIn­n­en­gut­ach­ten u.a. erpro­ben, das Bau- und Pla­nungs­recht über­ar­bei­ten, Volks­be­geh­ren und Bür­ger­be­geh­ren erleich­tern und das Wahl­al­ter sen­ken“, erläu­tert *Ulri­ke Gote*. Die anschlie­ßen­de Dis­kus­si­on über die Her­ab­set­zung des Wahl­al­ters auf 14 oder 16 Jah­re, bzw. die Mög­lich­keit sich durch per­sön­li­che Ein­tra­gung ins Wahl­re­gi­ster bereits vor dem 18. Lebens­jahr an Wah­len betei­li­gen zu kön­nen ergab, dass die Mehr­heit der Anwe­sen­den eine Her­ab­set­zung des Wahl­al­ters auf 16 Jah­re begrü­ßen würde.

Anschlie­ßend wähl­ten die Bay­reu­ther Grü­nen ihre Dele­gier­ten. Tim Par­gent und Ulri­ke Gote, wer­den die Bay­reu­ther Grü­nen am 13. und 14. April auf der Lan­des­de­le­gier­ten­kon­fe­renz in Würz­burg, Dari­us Göss­ling vom 26. bis 28. April auf der Bun­des­de­le­gier­ten­kon­fe­renz in Ber­lin, Sabi­ne Stei­nin­ger, Ulri­ke Gote und Joa­chim Maß­ler auf der Bezirks­ver­samm­lung am 18. Mai in Hof vertreten.