Bay­reu­ther Früh­jahrs­schu­le im Genetik-Schülerlabor

Studentinnen als Tutorinnen mit Schülerinnen und Schülern im Schülerlabor

Stu­den­tin­nen als Tuto­rin­nen mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern im Schülerlabor

Seit Anfang März kom­men jeden Mor­gen Tag für Tag ande­re Schul­klas­sen in das Schü­ler­la­bor des Lehr­stuhls Didak­tik der Bio­lo­gie, um Gene­tik mit schü­ler­ge­rech­ten Expe­ri­men­ten zu ler­nen. Seit nun­mehr 10 Jah­ren exi­stiert das Demon­stra­ti­ons­la­bor Bio-/Gen­tech­nik als „Lern­ort Labor“ an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth. Hier kön­nen bis zu den Oster­fe­ri­en rund 300 Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Ober­stu­fe uni­ver­si­tä­re Luft schnup­pern und ein rich­ti­ges Labor ken­nen­ler­nen. Ange­bo­ten wird dies­mal das Modul „Poly­me­ra­se-Ket­ten­re­ak­ti­on (PCR) mit mensch­li­chem Erb­gut“: In die­sem Modul iso­lie­ren die Schü­le­rin­nen und Schü­ler Erb­gut aus ihren Mund­schleim­haut-Zel­len. Mit vor­be­rei­te­ten Pro­ben mensch­li­cher DNA füh­ren sie Poly­me­ra­se-Ket­ten­re­ak­tio­nen durch und ver­viel­fäl­ti­gen einen nicht kodie­ren­den Abschnitt aus dem Genom. Iso­la­te und Ampli­fi­ka­te wer­den durch eine Gel­elek­tro­pho­re­se sicht­bar gemacht. Das Modul schließt zwangs­läu­fi­ge ethi­sche Fra­ge­stel­lun­gen mit ein, damit Schü­le­rin­nen und Schü­ler ler­nen, begrün­de­te eige­ne Posi­ti­on zu fin­den und argu­men­ta­tiv zu ver­tei­di­gen. Die Lei­tung der Schü­ler­la­bor-Tage liegt wie jedes Jahr in den bewähr­ten Hän­den von Dr. Franz-Josef Schar­fen­berg vom Lehr­stuhl Didak­tik der Bio­lo­gie. Auch die­ses Jahr kamen die Schul­klas­sen wie­der aus ganz Oberfranken.

Das Demon­stra­ti­ons­la­bor ist in das Zen­trum zur För­de­rung des mathe­ma­tisch-natur­wis­sen­schaft­li­chen Unter­richts (Z‑MNU) ein­ge­bet­tet und stellt einen Bei­trag des Lehr­stuhls für die­se zen­tra­le Ein­rich­tung an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth dar. Wie in den Vor­jah­ren sind die Schü­ler­ta­ge in die lau­fen­den For­schun­gen des Z‑MNU zum Lern­ort Labor ein­be­zo­gen: Der Fokus liegt dabei heu­er wie­der auf aus­ge­wähl­ten Aspek­ten der Betreu­ung von Schü­le­rin­nen und Schü­ler bei der Labor­ar­beit, die ihnen einen an sich kom­ple­xen Schul­stoff „mit eige­nen Hän­den“ (hands-on) leich­ter zugäng­lich machen soll.

Mit dem Kom­pakt­se­mi­nar „Ler­nen und Leh­ren im außer­schu­li­schen Lern­ort Labor“ waren wie­der fast alle Schü­ler­ta­ge direkt mit der Aus­bil­dung von Lehr­amts­stu­die­ren­de (Bio­lo­gie) ver­knüpft. Ein wesent­li­ches Ziel die­ses im Rah­men des Modell­stu­di­en­gangs „Master of Edu­ca­ti­on“ für das gym­na­sia­le Lehr­amt ent­wickel­ten Lehr­an­ge­bo­tes bezieht sich dabei auf den bei­spiel­haf­ten Auf­bau von fach­be­zo­ge­nem päd­ago­gi­schem Inhalts­wis­sen (Pedago­gi­cal Con­tent Know­ledge: PCK). PCK ist der didak­ti­sche Fach­be­griff für das Fach­wis­sen, das Leh­rer brau­chen, um eine Lehr­si­tua­ti­on so alters­ge­recht anzu­bie­ten, dass Schü­le­rin­nen und Schü­ler einen bestimm­ten Lern­in­halt ver­ste­hen kön­nen. Die Lehr­amts­stu­die­ren­den wer­den dafür eigens in einem spe­zi­el­len theo­re­ti­schen Semi­nar vor­be­rei­tet. Anschlie­ßend neh­men sie in Klein­grup­pen an Prak­ti­ka mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern aus unter­schied­li­chen Ober­stu­fen-Kur­sen teil. Auf­bau­end auf aktu­el­len For­schungs­er­geb­nis­sen zum „Tuto­ring“

im Lern­ort Labor (Schar­fen­berg & Bogner, 2012) wur­de erst­mals ein spe­zi­el­les Tuto­ren-Trai­ning in die Aus­bil­dung mit ein­be­zo­gen. Die Effek­ti­vi­tät des Trai­nings für die Stu­die­ren­den in der Tutor-Rol­le sowie ein even­tu­el­ler Ein­fluss auf ihre PCK-Ent­wick­lung wer­den zudem im Rah­men von lau­fen­den Master­ar­bei­ten überprüft.

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