Grü­ne Bilanz des BUND Natur­schutz für Ober­fran­ken 2012

„Stra­ßen­aus­bau im Land der schwin­den­den Bevölkerung?“

Wenn der BUND Natur­schutz in Bay­ern e.V. Bilanz für Ober­fran­ken zieht, geht es sowohl um die „gro­ßen The­men“ des deut­schen und glo­ba­len Umwelt­schut­zes als auch um die ört­li­che Bewah­rung von Natur und Land­schaft. Die Akti­ven des BUND Natur­schutz sind in Ober­fran­ken in neun Kreis­grup­pen orga­ni­siert und lei­sten ihre Arbeit ehren­amt­lich. Selbst bei För­der­pro­jek­ten wer­den Eigen­lei­stun­gen in erheb­li­chem Umfang erbracht.

Größ­te Erfol­ge 2012 waren die Fort­schrit­te bei der Ener­gie­wen­de als Bei­trag zum Kli­ma­schutz und zum Atom­aus­stieg, die Ver­hin­de­rung eines Stra­ßen­neu­bau­es im Tru­bach­tal (Lkr. Forch­heim), die Ret­tung von zig­tau­send Krö­ten, Frö­schen und Mol­chen vor den Ver­kehrs­tod, die Ent­deckung der für Bay­ern bis­her unbe­kann­ten Fle­der­maus­art Nym­phen­fle­der­maus im vom BN feder­füh­rend betreu­ten Pro­jekt „Fle­der­maus­kar­tie­rung Land­kreis Forch­heim“ und die Umwelt­bil­dung. Hier sind es Leucht­turm­pro­jek­te wie der mona­te­lan­ge Auf­tritt der Kreis­grup­pe Bam­berg auf der Lan­des­gar­ten­schau, die STAD­T­OA­SE (Kro­nach), das SCHLÖNZ (Kulm­bach), „EMIL“ in Hof, das Pro­jekt „Erleb­nis Wild­nis“ (Bam­berg), die ÖBO Mit­witz und hun­der­te ein­zel­ner Füh­run­gen für Erwach­se­ne und Kinder.

2013 wird sich der BN in Ober­fran­ken wei­ter schwer­punkt­mä­ßig für die Ener­gie­wen­de, vor allem das Ener­gie­spa­ren und den Aus­bau der Wind­kraft, und für die Ver­kehrs­wen­de ein­set­zen, weg vom Neu­bau von Flug­hä­fen und Stra­ßen, hin zu Kli­ma­schutz und Flä­chen­s­pa­ren. Die Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on BUND Natur­schutz bie­tet auch für jun­ge Leu­te Mit­mach­ak­tio­nen wie Moor­re­na­tu­rie­rung im All­gäu an und fährt zur Kli­ma­kon­fe­renz nach Warschau.

Dane­ben wird der BN sei­ne Akti­vi­tä­ten für eine bäu­er­li­che, gen­tech­nik­freie und öko­lo­gi­sche Land­wirt­schaft ver­stär­ken. Die Groß­de­mon­stra­ti­on in Ber­lin für die Agrar­wen­de im Janu­ar 2013 war bereits der Auf­takt dazu, aus allen Kreis­gru­pen Ober­fran­kens waren Akti­ve dabei. Die Initia­ti­ven für gen­tech­nik­freie Lebens­mit­tel wie z.B. das „Bünd­nis gen­tech­nik­freie Regi­on Bam­berg“, das Bünd­nis „Gen­tech­nik­frei­er Land­kreis Kro­nach“, „FO – gen­tech­nik­frei“ u.v.a. wer­den ihre Auf­klä­rungs­ar­beit fort­set­zen. Unser Ziel bleibt, dass wei­ter kein ein­zi­ger Acker in Ober­fran­ken mit gen­tech­nisch ver­än­der­tem Saat­gut bestellt und auch bei den Fut­ter­mit­teln Gen­tech­nik­frei­heit erreicht wird. Mit der Akti­on „Land­schaft schmeckt“ wer­ben die Jugend­li­chen der JBN in Ober­fran­ken am 8. Juni 2013 z.B. in Ahorn bei Coburg für regio­na­les Essen und Naturschutz.

Die Akti­vi­tä­ten für einen Natio­nal­park Stei­ger­wald lau­fen 2013 natür­lich wie in den letz­ten drei Jah­ren wei­ter. In Ebrach wird dazu z.B. ein Infopa­vil­lon auf­ge­stellt und am 4. Mai 2013 eine Groß­ver­an­stal­tung zu 300 Jah­ren forst­li­cher Nach­hal­tig­keit organisiert.

Der BN wird in allen Land­krei­sen Ober­fran­kens auch 2013 wie­der ein ambi­tio­nier­tes Pro­gramm anbie­ten, um für Arten­viel­falt und Natur­schön­hei­ten zu wer­ben. Spaß und Natur­er­le­ben ste­hen dabei im Vor­der­grund. Auf der Ober­fran­ken­aus­stel­lung OFRA wird 2013 ein BNStand über die Rück­kehr der scheu­en Wild­kat­ze informieren.

2013: Der BUND Natur­schutz wird 100

2013 fei­ert der BUND Natur­schutz sein 100-jäh­ri­ges Bestehen und drei ober­frän­ki­sche Kreis­grup­pen wie Kulm­bach, Forch­heim, Wun­sie­del und Hof haben Grün­dungs­ju­bi­lä­en. Die zen­tra­le Fest­kund­ver­an­stal­tung wird am 1. Mai 2013 am Wald­stein­gip­fel und damit an einem Tra­di­ti­ons­ort des Wider­stan­des gegen die Zer­stö­rung der Hei­mat durch die geplan­te Fich­tel­ge­birgs­au­to­bahn stattfinden.

Der Mit­glie­der­stand des BN-Ober­fran­ken stieg um 2,4% auf 14.760 Mit­glie­der und För­de­rer. In der Kreis­grup­pe Hof konn­te die Mit­glie­der­zahl im Rah­men einer Wer­be­kam­pa­gne von 2.175 auf 2.535 (+ 17%) gestei­gert werden.

Atom­aus­stieg und Energiewende

Die Akti­ven des BUND Natur­schutz betei­lig­ten sich enga­giert an den Aktio­nen für den Atom­aus­stieg und die Ener­gie­wen­de. Bei vom BN orga­ni­sier­ten oder unter­stütz­ten Mahn­wa­chen und Kund­ge­bun­gen zum ersten Jah­res­tag der Atom­ka­ta­stro­phe von Fuku­shi­ma for­der­ten z.B. in Bay­reuth, Kro­nach, Kulm­bach und Lich­ten­fels vie­le hun­dert Teil­neh­me­rIn­nen den schnel­le­ren Aus­stieg aus der Atomkraft.

Dass die Ener­gie­wen­de vor­an­kommt, gehört zu den gro­ßen Erfol­gen des Ver­ban­des auch in Ober­fran­ken. Mit einer gro­ßen Akti­on zum Ener­gie­spa­ren begann das BN-Jahr in Lich­ten­fels, wo alle Kreis­grup­pen gemein­sam mit einem Haus mit rie­si­ger Müt­ze für Wär­me­däm­mung war­ben. Ein­zel­ne Kreis­grup­pen wie Lich­ten­fels bie­ten Bera­tung mit Wär­me­bild­ka­me­ra an, um den Bedarf für die Däm­mung zu zei­gen, ande­re wer­ben über Vor­trä­ge oder Besu­che bei Vor­zei­ge­pro­jek­ten wie einem Nied­rig­ener­gie­haus (z.B. Lichtenfels).

Mit enor­mem Enga­ge­ment sor­gen die ober­frän­ki­schen Grup­pen für Alter­na­ti­ven vor Ort, z.B. mit dem Groß­pro­jekt „Ener­gie­vi­si­on Fran­ken­wald“ in den Land­krei­sen Hof, Kulm­bach und Kro­nach. In den näch­sten Jah­ren wer­den über die bereits neun rea­li­sier­ten Pro­jek­te in wei­te­ren neun Orten nahe­zu ener­gie­aut­ar­ke Kom­mu­nen ent­ste­hen. Das für Ener­gie aus­ge­ge­be­ne Geld bleibt dann im Land.

Aber auch klei­ne­re Pro­jek­te wie das Jugend­so­lar­pro­jekt der Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on BUND Natur­schutz (JBN) in Bam­berg sor­gen für ein Vor­an­kom­men beim not­wen­di­gen Umbau des Ener­gie­sy­stems: die Jugend­li­chen bau­ten 2012 mit Hil­fe von Fach­leu­ten z.B. Foto­vol­ta­ik­an­la­gen auf das Dach eines Kin­der­gar­tens in Ober­haid und das Gemein­de­haus von St. Urban in Bam­berg. Im Rah­men der Regio­nal­pla­nung für Vor­rang­ge­bie­te für Wind­ener­gie wur­den von den ört­li­chen Akti­ven zahl­rei­che Vor­schlä­ge für beson­ders geeig­ne­te Gebie­te vor­ge­legt, eini­ge Gebie­te aber auch wegen Land­schafts­bild­be­ein­träch­ti­gung oder Natur­schutz­be­lan­gen abge­lehnt. Nicht zuletzt das Bei­spiel Stein­berg im Lkr. Wun­sie­del, wo in einem beson­ders sen­si­blen Gebiet geplan­te Wind­kraft­an­la­gen zu Pro­te­sten führ­ten, zeigt, dass Wind­kraft nur nach Plan geneh­migt wer­den darf und Wal­d­er­halt und Land­schafts­schutz dabei stark berück­sich­tigt wer­den müssen.

2012 jähr­te sich zum 15. Mal der Bau der Wind­kraft­an­la­ge Sas­sen­dorf im Land­kreis Bam­berg, dem zwei­ten Bür­ger­wind­rad Bay­erns nach der auch vom BN gebau­ten Bür­ger­an­la­ge in Sel­lan­ger bei Hof. Es ist eine Erfolgs­ge­schich­te, weil die Anla­ge her­vor­ra­gend läuft und der Umwelt vie­le Ton­nen CO2 erspart blie­ben, die vie­len Mit­eig­ner mitt­ler­wei­le Ren­di­te bekom­men und vor Ort Steu­ern hän­gen­blei­ben. Als es um des­sen Geneh­mi­gung ging, woll­te der dama­li­ge Vize­re­gie­rungs­prä­si­dent den Bau noch ableh­nen, ihm sei ein Atom­kraft­werk bei Unter­viereth lie­ber statt der „Land­schafts­ver­schan­de­lung“ bei Sassendorf.

Ca. 90 Wind­kraft­an­la­gen sind bereits allein im Land­kreis Hof rea­li­siert. Ande­re Land­krei­se holen auf. Damit ist Bay­ern auf dem Weg, sei­nen Strom zuneh­mend selbst und umwelt­freund­lich zu pro­du­zie­ren. Rie­si­ge Strom­lei­tun­gen, wie sie in Ober­fran­ken dro­hen, kön­nen dadurch ver­mie­den wer­den. Der Kampf der Bür­ger­initia­ti­ven in Thü­rin­gen und im Raum Coburg-Lich­ten­fels gegen die 380 Kilo­volt-Lei­tung zwi­schen Alten­feld und Red­witz und die damit ver­BUN­De­nen rie­si­gen Land­schafts­ein­grif­fe wird auch vom BN unter­stützt. Hier dro­hen um ein Viel­fa­ches mehr Vogel­ver­lu­ste als an den Wind­kraft­an­la­gen! 2013 wird der BN sein Enga­ge­ment für die Ener­gie­wen­de wei­ter­füh­ren und ver­hin­dern, dass der Atom­aus­stieg wie­der in Fra­ge gestellt wird.

Land­schafts- und kli­ma­ver­träg­li­che Mobi­li­tät Weit ent­fernt vom Kli­ma­schutz ist Ober­fran­ken im Bereich Ver­kehr. Beson­ders augen­fäl­lig wird dies beim kli­ma­schäd­li­chen Flug­ver­kehr, der nach wie vor aus­ge­baut wer­den soll. Die Kreis­grup­pe Coburg kämpft zusam­men mit der Bür­ger­initia­ti­ve „Bür­ger für ihre Regi­on – gegen den Ver­kehrs­lan­de­platz“ wei­ter gegen den geplan­ten Flug­ha­fen bei Mee­der, die Kreis­grup­pe Bam­berg will Begren­zun­gen für den bestehen­den Flug­platz Brei­ten­au errei­chen. Von den BN-Akti­ven wer­den seit lan­gem Alter­na­ti­ven wie Bahn­re­ak­ti­vie­rung (Fich­tel­ge­birgs­bahn im Lkr. Bay­reuth; Anruf­sam­mel­ta­xi (Lich­ten­fels), Car-Sharing (Hof), oder Pro­jek­te wie „In die Schu­le GEH ich gern“ (Lich­ten­fels) erfolg­reich vor­an­ge­trie­ben. Beson­ders erfreu­lich ist der aktu­el­le Erfolg bei der begin­nen­den Reak­ti­vie­rung der Bahn­li­nie Selb-As, für die sich die Kreis­grup­pen Hof und Wun­sie­del stark gemacht hatten.

Im Ver­gleich zu den mil­li­ar­den­schwe­ren Bau­maß­nah­men im Rah­men der BUN­Des- und Staats­stra­ßen­pla­nung sind es aber nur win­zi­ge Hoff­nungs­schim­mer. Die vom Innen­mi­ni­ste­ri­um im Spät­herbst vor­ge­leg­te Liste „Vor­auswahl erwo­ge­ner Pro­jek­te für den Bereich der BUN­Des­fern­stra­ßen in Bay­ern“ (Stand 5. Novem­ber 2012) umfasst allein in Ober­fran­ken 40 Pro­jek­te, dar­un­ter 14 neue Vor­ha­ben. Neu sind B2 OU Töpen (Ho), B22 OU Mönch­sam­bach (Ba), B22 OU Wir­benz (Bt), B85 OU Knel­len­dorf (Kc), B85 OU Wei­ßen­brunn (Kc), B289 OU Rehau (Ho), B289 OU Hein­ers­berg (Ho), B303 OU Ober­ell­dorf (Co), B303 OU Tam­bach (Co), B303 A9 – Bischofs­grün (Bt), B303 Ver­le­gung Tröstau (-Sichers­reuth), B470 OU Oes­dorf (Fo), B470 OU Wim­mel­bach (Fo), B470 O‑OU Forch­heim (Fo). Prak­tisch alle Vor­ha­ben lie­gen in Ober­fran­ken in Berei­chen, die von Bevöl­ke­rungs­rück­gang geprägt sind.

Mit krea­ti­ven Aktio­nen und viel Know How agie­ren prak­tisch alle Kreis­grup­pen gegen den Neu­bau wei­te­rer Stra­ßen in Ober­fran­ken, das bereits heu­te über­durch­schnitt­lich mit Stra­ßen aus­ge­stat­tet ist. Weil die Bevöl­ke­rung im Regie­rungs­be­zirk bereits seit Jah­ren sinkt und die Pro­gno­sen des Lan­des­am­tes für Sta­ti­stik bis 2031 auf eine wei­te­re Abnah­me um 9,3 % hin­deu­ten, sieht der BN kei­nen Bedarf mehr für den Aus­bau des Stra­ßen­net­zes, zumal auch der Ver­kehr selbst bereits abnimmt. Neue Stra­ßen schaf­fen kaum neue Arbeits­plät­ze, sor­gen aber für deren Ver­la­ge­rung in Bil­lig­lohn­län­der. Beson­ders umstrit­ten sind wei­ter­hin die Fich­tel­ge­birgs­au­to­bahn, die als B 303 in Teil­stücken und z. T. vier­spu­rig in der „Vor­auswahl“ wie­der auf­taucht (Lkr. Wun­sie­del, Bay­reuth). Hier konn­te soeben durch eine Unter­schrif­ten­ak­ti­on der BI mit 3.000 Unter­stüt­ze­rIn­nen erreicht wer­den, dass die sog. ZVa­ri­an­te über Gefrees nicht in den BUN­Des­ver­kehrs­we­ge­plan 2015 kom­men soll. Wach­sam­keit bleibt aber vonnöten.

Auch der vier­spu­ri­ge Aus­bau der B 173 zwi­schen Lich­ten­fels und Kro­nach mit der Ler­chen­hof­tra­sse bei Küps im Zuge der B 303 (Lkr. Kro­nach, Lich­ten­fels), der geplan­te Aus­bau der B 470 im Raum Forch­heim als Quer­ver­bin­dung und Maut­aus­weich­strecke von A9, A73 und A3, die geplan­ten Orts­um­fah­run­gen von Bau­nach im Zuge der B 279 (Bam­berg), von Unter­stein­ach (B 289) und Stadt­stein­ach an der B 303 (bei­de Lkr. Kulm­bach) blei­ben stark umkämpft.

Umkämpf­te Neu­bau­ten von Staats­stra­ßen sind der­zeit die Umfah­run­gen Mel­ken­dorf (Kulm­bach), wo trotz ver­lo­re­ner Kla­ge noch Hoff­nun­gen bestehen, dass sie nicht gebaut wird, die West­um­fah­rung Neun­kir­chen a. Br. und die Umfah­rung Dormitz (Forch­heim), von Ober­kotzau (Hof) und Ebens­feld (Lich­ten­fels), wo das Kla­ge­ver­fah­ren seit Jah­ren ruht und der Ver­kehr mitt­ler­wei­le so gering gewor­den ist, dass der Bedarf einen Bau prak­tisch aus­schlie­ßen müsste.

Alle Pro­jek­te wären auch beson­ders inten­si­ve Land­schafts­ein­grif­fe. Ange­sichts eines Flä­chen­ver­brauchs für Sied­lungs- und Ver­kehrs­zwecke in Bay­ern von 18 Hekt­ar pro Tag, in Ober­fran­ken 2,3 Hekt­ar pro Tag, ist dies nicht mehr hinnehmbar.

Der BN ver­sucht – manch­mal lei­der ver­geb­lich – den trotz Bevöl­ke­rungs­rück­gan­ges – hohen Flä­chen­fraß auch im Wohn- und Gewer­be­be­reich ein­zu­däm­men. Nicht gelun­gen ist dies z.B. bei der beson­ders aggres­siv agie­ren­den Gemein­de Ebens­feld, wo 2012 ein rie­si­ges Aus­lie­fe­rungs­la­ger ins Main­tal gebaut wurde.

Sowohl bei den Stra­ßen­bau­pla­nun­gen als auch im Sied­lungs­be­reich stellt der BN immer umwelt­freund­li­che­re Alter­na­ti­ven in den Vor­der­grund. Eine gebau­te Alter­na­ti­ve, das Wohn­ge­biet „Cher­bon­hof“ in Bam­berg fei­er­te 2012 sein 25-jäh­ri­ges Bestehen als beson­ders attrak­ti­ves Stadt­quar­tier in dich­ter, frän­ki­scher Bau­wei­se. 2013 wird die Novel­le des Bun­des­verk ehrs­we­ge­pla­nes den BN in Ober­fran­ken beschäf­ti­gen. Das The­ma Bevöl­ke­rungs­rück­gang wird eine zen­tra­le Rol­le bei den Debat­ten um Infra­struk­tur-Aus­bau con­tra ‑Erhalt bestehen­der Stra­ßen, Bahn­li­ni­en und Orts­zen­tren spielen.

Ein­satz für eine bäu­er­li­che, gen­tech­nik­freie und öko­lo­gi­sche Landwirtschaft

Im Janu­ar 2012 fand zum zwei­ten Mal eine Groß­de­mon­stra­ti­on gegen die indu­stri­el­le Land­wirt­schaft vor der Grü­nen Woche in Ber­lin statt. Unter den 24.000 Demon­stran­tIn­nen waren auch weit über 100 aus Ober­fran­ken nach Ber­lin gefah­ren. Auch 2013 war dies wie­der eine Groß­ver­an­stal­tung, die allen Betei­lig­ten Mut macht und Hoff­nung ver­leiht, dass das Zeit­al­ter Anti­bio­ti­ka- bela­ste­ter Hähn­chen und tier­quä­le­ri­scher Mas­sen­tier­hal­tung auch zu Ende gehen könnte.

Im Rah­men der Wie­sen­mei­ster­schaft des BN zusam­men mit der Lan­des­an­stalt für Land­wirt­schaft in Ober­fran­ken betei­lig­ten sich im Som­mer 2012 32 land­wirt­schaft­li­che Betrie­be. Die schön­sten und arten­reich­sten Blu­men­wie­sen wur­den prä­miert. Die Preis­trä­ger wur­den am 5. Juli 2012 im Histo­ri­schen Rat­haus der Stadt Kro­nach gewür­digt. Die Wie­sen­mei­ster­schaft war 2012 zum 4. Mal aus­ge­schrie­ben wor­den, 2009 hat­te sie erst­mals im Baye­ri­schen Wald statt­ge­fun­den, 2010 im ober­frän­ki­schen Jura und 2011 im Schwä­bi­schen Hügelland.

Bay­erns Natur­reich­tum bewahren

Die ober­frän­ki­schen Kreis­grup­pen des BN haben 2012 wie­der mit zahl­rei­chen Akti­vi­tä­ten zum Erhalt der schön­sten Land­schaf­ten Ober­fran­kens und der hei­mi­schen Tier- und Pflan­zen­ar­ten bei­getra­gen. Sei es mit Pro­jek­ten wie „Grü­nes Band, Rodach­tal, Lan­ge Ber­ge, Stein­ach­tal“ (Coburg, Kro­nach), „Erhalt der Fluß­perl­mu­schel“ (Hof), dem Pro­jekt „Weidevie(h)lfalt Fran­ken­wald“ (Hof, Kro­nach, Kulm­bach), „Fle­der­maus­kar­tie­rung im Land­kreis Forch­heim“, dem Pro­jekt „Biber­be­ra­ter“ oder mit den jähr­li­chen Amphi­bi­en­ak­tio­nen. Letz­te­re sind fester Bestand­teil der ehren­amt­li­chen Arbeit in fast allen Kreis­grup­pen und Teil der größ­ten Arten­schutz­ak­ti­on Deutsch­lands. 2013 wer­den im bereits län­ger lau­fen­den Pro­jekt „Wild­kat­ze“ etli­che Kreis- und Orts­grup­pen wie Coburg, Lich­ten­fels, Kulm­bach, Creu­ssen Lock­stock­un­ter­su­chun­gen durch­füh­ren, mit denen das Vor­kom­men des scheu­en Wild­tiers nach­ge­wie­sen wer­den kann.

Die jähr­li­che Pfle­ge von über 310 ha Bio­top­flä­chen im BN-Eigen­tum oder als Pacht­land sorgt für den Erhalt der schön­sten Klein­ode in Ober­fran­ken. Dazu gehö­ren z.B. die Ent­bu­schung und Mahd von Flä­chen im euro­päi­schen Vogel­schutz­ge­biet am Naß­an­ger bei Trieb, wofür die Kreis­grup­pe Lich­ten­fels 2012 den Spar­kas­sen­för­der­preis erhielt oder Ent­bu­schun­gen im Natur­schutz­ge­biet Hai­ger Moor (Kro­nach) oder die Pfle­ge­mahd einer Kirsch­wie­se durch die Orts­grup­pe Hum­mel­gau (Lkr. Bay­reuth) und hun­der­te ande­rer Einsätze.

Der Ein­satz der Ehren­amt­li­chen für den Baum­schutz in Städ­ten und Dör­fern wur­de 2012 deut­lich ver­stärkt. Manch­mal konn­ten alte, das Orts­bild prä­gen­de Baum­rie­sen geret­tet wer­den wie in Herolds­bach eine 80 Jah­re alte Kasta­nie (Forch­heim) oder in Burg­kunst­adt alte Lin­den am Schwimm­bad (Lich­ten­fels). Lei­der ist der Ein­satz aber auch ver­geb­lich, wie die Kreis­grup­pe Hof mehr­fach erle­ben muss­te oder die Orts­grup­pe Stadt­stein­ach, wo eine völ­lig unnö­ti­ge Fäl­lung einer gan­zen Lin­den­al­le­e­rei­he auf städ­ti­schem Grund nicht ver­hin­dert wer­den konn­te. Wie in sol­chen Fäl­len üblich ist es vor allem der Wunsch eini­ger Anlie­ger, das jähr­li­che Laub­re­chen los­zu­wer­den. In Bam­berg konn­te die dor­ti­ge Kreis­grup­pe bei der Lan­des­gar­ten­schau 2012 mit dem The­ma Sand-Ach­se Fran­ken begeistern.

Zum Schutz von Kern­ge­bie­ten der San­d­Ach­se Fran­ken setzt sich die Kreis­grup­pe Bam­berg für die Aus­wei­sung der Neben­flä­chen am Flug­platz Brei­ten­au als Natur­schutz­ge­biet ein und will auch den Schutz von Kon­ver­si­ons­flä­chen in der Muna und im Haupt­s­moor­wald errei­chen, in Forch­heim soll das NSG Büg bei Eggols­heim deut­lich erwei­tert werden.

2013 wird die Aus­stel­lung „Die gro­ßen Vier – Vom Umgang mit Bär, Wolf und Luchs“ zwei­mal in Ober­fran­ken prä­sen­tiert, bereits im April in Bam­berg und in Hof.

Wie in den letz­ten Jah­ren bleibt der BN auch 2013 das grü­ne Gewis­sen in Ober­fran­ken, ob beim Kampf für die schö­ne Land­schaft oder um die besten zukunfts­fä­hi­gen Konzepte.