Sil­ber­rei­her ist in Bay­ern zu einem Hin­gucker gewor­den

Frü­her ein äußerst sel­te­ner Gast, ist der gro­ße wei­ße Rei­her nun auf vie­len Wie­sen und Äckern zu sehen – Wis­sen­schaft­ler rät­seln noch

In den letz­ten Wochen häuf­ten sich beim Lan­des­bund für Vogel­schutz in Bay­ern (LBV) die Hin­wei­se auf immer mehr Sil­ber­rei­her. Dabei fällt der gro­ße wei­ße Vogel auch vie­len Men­schen auf, die sich selbst nicht zu den Vogel­ex­per­ten zäh­len. Oft ste­hen die statt­li­chen Rei­her gut erkenn­bar in grö­ße­ren Grup­pen auf Wie­sen und Äckern und suchen dort nach Nah­rung. Doch die Zunah­me des Sil­ber­rei­hers in Bay­ern hin­ter­lässt vie­le offe­ne Fra­gen.

Vor 30 Jah­ren noch eine abso­lu­te Sen­sa­ti­on in Deutsch­land und auch vor der Jahr­tau­send­wen­de nur ein sel­te­ner Gast, stieg die Zahl der in Bay­ern beob­ach­te­ten Sil­ber­rei­her in den letz­ten Jah­ren rapi­de an. Mitt­ler­wei­le sind die statt­li­chen Vögel auch mal in Trupps von bis zu 300 Tie­ren zu sehen und der­zeit in Bay­ern auch für den Lai­en in Fluss­ge­bie­ten und auf Äckern ein­fach zu beob­ach­ten. War­um es immer mehr Sil­ber­rei­her zu uns zieht, dafür haben Wis­sen­schaft­ler noch kei­ne Erklä­rung.

Noch rät­seln Orni­tho­lo­gen, war­um sich der Sil­ber­rei­her seit Jah­ren ohne Fremd­ein­wir­kung immer wei­ter nach Mit­tel- und West­eu­ro­pa aus­brei­tet, obwohl sei­ne Brut­ge­bie­te eigent­lich im Süd­osten Euro­pas lie­gen. Des Wei­te­ren ist eben­falls unge­klärt, war­um der statt­li­che wei­ße Rei­her erst 2012 zum ersten Mal über­haupt in Deutsch­land gebrü­tet hat und ob er es 2013 auch wie­der­ho­len wird.

Tat­sa­che ist, dass die Popu­la­tio­nen in den Brut­ge­bie­ten im Süd­ost­eu­ro­pa zuge­nom­men haben und somit mehr Tie­re den Weg zu uns fin­den. Da sie hier im Win­ter gute Bedin­gun­gen vor­fin­den, blei­ben sie ger­ne meh­re­re Mona­te. Zum ersten Mal in Deutsch­land gebrü­tet hat der Sil­ber­rei­her erst 2012. Als Schilf­brü­ter hat er hohe Ansprü­che an sei­nen Nist­platz und benö­tigt gro­ße Alt­schilfbe­stän­de, ein Lebens­raum der in Deutsch­land immer sel­te­ner wird. So ver­wun­dert es nicht, dass das erste Brut­paar einen ver­las­se­nen Grau­rei­her-Horst in Meck­len­burg-Vor­pom­mern nutz­te.

Aus­se­hen:

Mit einer Grö­ße von 90 cm und einer Spann­wei­te von 190 cm ist der Sil­ber­rei­her unge­fähr so groß wie der Grau­rei­her. Er hat ein rein wei­ßes Gefie­der. Der Schna­bel ist im Brut­kleid schwarz mit gel­bem Grund, im Jugend­kleid und im Win­ter ist er gelb.

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