Erz­bi­schof Schick: Bei­hil­fe zum Sui­zid bei Alter und Krank­heit muss ver­bo­ten bleiben

Symbolbild Religion

„Alters­vor­sor­ge und Alten­pfle­ge müs­sen opti­miert werden“

(bbk) Nach Wor­ten des Bam­ber­ger Erz­bi­schofs Lud­wig Schick muss die Bei­hil­fe zum Sui­zid im Alter und bei Krank­heit ver­bo­ten blei­ben. Bei einem Besuch in einem Bam­ber­ger Alten­heim sprach sich Schick am Frei­tag ent­schie­den gegen den Gesetz­ent­wurf von Bun­des­ju­stiz­mi­ni­ste­rin Sabi­ne Leu­theu­sser-Schnar­ren­ber­ger aus, der nur die gewerbs­mä­ßi­ge Bei­hil­fe zum Sui­zid von alten und kran­ken Men­schen ver­bie­ten will. „Die­ser Geset­zes­ent­wurf öff­net der Tötung und Selbst­tö­tung von alten Men­schen Tür und Tor und för­dert den Sui­zid in der Gesell­schaft ins­ge­samt. Wenn Sui­zid gesell­schafts­fä­hig wird, nimmt die Ach­tung vor dem Leben und die Selbst­ach­tung des eige­nen Lebens dra­ma­tisch ab. Das dür­fen wir nicht zulas­sen“, sag­te Schick.

So nötig das gesetz­li­che Ver­bot der Bei­hil­fe zum Sui­zid sei, es genü­ge nicht. Das Ver­lan­gen nach Sui­zid und die Bei­hil­fe zur Selbst­tö­tung müs­se weit­mög­lichst aus­ge­schlos­sen wer­den. Ach­tung und Wert­schät­zung alter und kran­ker Men­schen, gute Alters­ver­sor­gung und lie­be­vol­le Pfle­ge zu Hau­se, in den Alten­hei­men und gut aus­ge­stat­te­ten Hospi­zen sowie eine ver­bes­ser­te Pal­lia­tiv­me­di­zin ver­hin­der­ten Sui­zid­ge­dan­ken und das Ver­lan­gen nach Selbst­tö­tung. Alten, gebrech­li­chen und kran­ken Men­schen müs­se ver­mit­telt wer­den, dass wir sie gern haben und sie nicht mis­sen möch­ten. Das löse nicht alle Pro­ble­me von alten und unheil­bar kran­ken Men­schen, aber schen­ke Freu­de am Leben, die das wich­tig­ste Heil­mit­tel gegen Sui­zid­ge­dan­ken sei.

Alte und kran­ke Men­schen müss­ten mehr Ach­tung in der Gesell­schaft genie­ßen und dürf­ten nicht als Last emp­fun­den und dekla­riert wer­den, so der Erz­bi­schof. Die Alten­pfle­ge müs­se einen höhe­ren Stel­len­wert ein­neh­men. Ein beson­ders gro­ßes Pro­blem sei der schon bestehen­de und sich stän­dig ver­stär­ken­de Not­stand in der Alten­pfle­ge. Des­halb müss­ten für die Aus­bil­dung zur Kran­ken­pfle­ge­rin und zum Kran­ken­pfle­ger mehr Anrei­ze gege­ben wer­den. Die Aus­bil­dung müs­se bes­ser finan­ziert und die Arbeit bes­ser bezahlt wer­den. Die Aus­stat­tung der Senio­ren- und Pfle­ge­hei­me las­se man­cher­orts noch sehr zu wün­schen übrig. „Wir brau­chen eine bes­se­re Ver­sor­gung der alten Men­schen“, so Erz­bi­schof Schick.