Bam­ber­ger Rei­ter bekommt ein „gegen­über“

Aus­stel­lung mit zeit­ge­nös­si­scher Kunst im Dom eröffnet

Volker März, "Licht1 – Mann Frau" und "Licht 2 – Europäer Afrikaner", gebrannter Ton, bemalt

Vol­ker März, „Licht1 – Mann Frau“ und „Licht 2 – Euro­pä­er Afri­ka­ner“, gebrann­ter Ton, bemalt

(bbk) Zum drit­ten Mal nach 2002 („Kreu­ze“) und 2004 („Ewi­ge Wei­te“) ist im Bam­ber­ger Dom am Don­ners­tag eine Aus­stel­lung mit moder­ner Kunst eröff­net wor­den. Unter dem Mot­to „Gegen­über“ sind bis zum 4. Novem­ber 35 Wer­ke von 13 zeit­ge­nös­si­schen Künst­lern zu bestaunen.

Eine Kunst­aus­stel­lung im Dom sei inzwi­schen nicht mehr ein­zig­ar­tig, aller­dings auch kei­ne Tra­di­ti­on, beton­te der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick in sei­nem Gruß­wort zur Eröff­nung. Der Bam­ber­ger Dom sei mit sehr wert­vol­len klas­si­schen Kunst­wer­ken bestückt, die dem Got­tes­haus ange­mes­sen sind, stell­te der Bam­ber­ger Erz­bi­schof fest und ver­wies auf das Kai­ser­grab, den Bam­ber­ger Rei­ter, der den hei­li­gen Ste­phan von Ungarn dar­stel­len soll, sowie die Chri­stus- und Heiligenfiguren.

„Die moder­nen zeit­ge­nös­si­schen Kunst­wer­ke, die zum Teil extra für die­se Aus­stel­lung ange­fer­tigt wur­den, sind eine Ein­la­dung an die Besu­cher, sich wie­der mehr und inten­si­ver mit den ange­stamm­ten Kunst­wer­ken zu befas­sen“, sag­te Erz­bi­schof Schick. Er dank­te aus­drück­lich den Künst­lern für ihre krea­ti­ve Schaffenskraft.

In die­ser Aus­stel­lung wür­den zeit­ge­nös­si­sche Wer­ke von hoch­ran­gi­gen inter­na­tio­na­len Künst­lern gezeigt, sag­te Bernd Gold­mann, der ehe­ma­li­ge Direk­tor des inter­na­tio­na­len Künst­ler­hau­ses Vil­la Con­cordia, der die­se Aus­stel­lung zusam­men mit Roland Baierl von der Pro­jekt­ar­beit des Erz­bis­tums Bam­berg maß­geb­lich kon­zi­pier­te. Es sei­en so auch Orte zu erle­ben, die sonst nicht zugäng­lich sind. In der Ost­kryp­ta wer­den den bekann­ten Kapi­tel­len der Säu­len und der Apsis die kunst­voll col­la­gier­ten und gedruck­ten Gebet- und Stun­den­bü­cher des Main­zers Robert Schwarz, klei­ne Ton­ar­bei­ten des Ber­li­ners Vol­ker März, eine medi­ta­ti­ve Dar­stel­lung der „Wand­lung“ von Fran­zis­kus Wen­dels und Ves­per­bil­der von Tho­mas Dut­ten­hoe­fer gegen­über stehen.

In der soge­nann­ten Hein­richs­kryp­ta, die von der Ost­kryp­ta aus zugäng­lich ist, fin­den Arbei­ten von Horst Egon Kali­now­ski, der in Paris und Düs­sel­dorf lebt und arbei­tet, ihren Platz. Im nörd­li­chen Quer­haus regt die groß­flä­chi­ge Arbeit von Ben Wil­li­k­ens “Raum 724 Black Last Sup­per“ zum Nach­den­ken eben­so an wie die Foto­ar­bei­ten „Hor­tus con­cl­usus“ von Miron Schmück­le oder die Holz­skulp­tur „Gebro­che­ner Raum“ von Rudolf Wachter.

Im nörd­li­chen Sei­ten­schiff kor­re­spon­die­ren die Metall­ar­bei­ten von Rui Cha­fes aus Lis­sa­bon in ihrer unglaub­li­chen Leich­tig­keit mit den dort im Boden ein­ge­las­se­nen Grab­plat­ten und im süd­li­chen Sei­ten­schiff die Arbeit „7 Wor­te Jesu am Kreuz“ von Jörg Frank mit dem dor­ti­gen Kreuz­weg. Den Blick auf die Aus­ma­lung der Ost­ap­sis flan­kie­ren zwei gro­ße Acryl­ma­le­rei­en von Bernd Zim­mer auf dem Ost­chor. Dort bil­det auch eine gro­ße höl­zer­ne Figur von Hans Stein­bren­ner eine Ach­se zur Kreu­zi­gungs­grup­pe von Justus Gles­ker im Westchor.

Als ein ganz beson­de­res „Gegen­über“ wer­den die Besu­cher den gro­ßen Mar­mor­kopf „Awil­da in Bam­berg“ von Jau­me Ple­n­sa aus Bar­ce­lo­na wahr­neh­men. Er steht auf sonst lee­ren Kon­so­len, gegen­über dem Bam­ber­ger Rei­ter, und trifft den Blick des Rei­ters genau da, wo frü­her das Grab des Kai­ser­paa­res Hein­rich und Kuni­gun­de im Dom platz­iert war. Es lohnt sich, die­sen Blick im Dom nach­zu­ver­fol­gen und die über­ra­schen­den, inspi­rie­ren­den und ein­ma­li­gen „Ein­sich­ten“ zu erfahren.

Dom­ka­pi­tu­lar Nor­bert Jung, Lei­ter der Haupt­ab­tei­lung Kunst und Kul­tur im Erz­bi­schöf­li­chen Ordi­na­ri­at, sprach davon, dass mit einer sol­chen Aus­stel­lung von hoch­ka­rä­ti­gen Wer­ken zeit­ge­nös­si­scher Künst­ler die Bedeu­tung des Doms noch ein­mal her­aus­ge­ho­ben wer­de. „Der Dom ist kein Muse­um, son­dern ein Zeug­nis des auch im 21. Jahr­hun­dert leben­di­gen Glau­bens.“ Er wün­sche sich sehr, dass die­se Aus­stel­lung zu einer Aus­ein­an­der­set­zung mit tie­fer gehen­den Fra­gen füh­re, eben­so wie die Son­der­aus­stel­lung zum 1000-jäh­ri­gen Dom­ju­bi­lä­um im benach­bar­ten Diözesanmuseum.

Die Aus­stel­lung „gegen­über – Moder­ne Kunst im Dom zum 1000-jäh­ri­gen Dom­ju­bi­lä­um“ ist bis 4. Novem­ber täg­lich von 8.00 bis 18.00 Uhr, außer bei Got­tes­dien­sten oder beson­de­ren Ver­an­stal­tun­gen, im Dom zu sehen.