Leserbrief: Nur Spinnerei?

Sehr geehrte Damen und Herren!

„Fahrrad statt Auto? Alles (linke) Öko-Spinner!“ ist wahrscheinlich noch immer einer der ersten Gedanken, die manchem/r eingefleischtem/r Benzin- oder Dieselkutscher/in in den Sinn kommen. „Feinstaub? Erderwärmung? Meine Klimaanlage hat Filter!“

Wie ich feststellen mußte, haben die „Öko-Spinner“ Zuwachs bekommen: „‚Die Überschreitung der Feinstaubrichtlinie ist in diesem Jahr bereits mit Händen zu greifen’, … müsse es daher schnellstens gelingen, das Verhalten der Menschen zu verändern: raus aus dem Auto, rauf aufs Fahrrad. … auch und gerade im innerstädtischen Raum. … Während Elektroautos noch in der Entwicklungsphase steckten, seien Pedelecs, also die Fahrräder mit eingebauten Elektromotoren, bereits ‚uneingeschränkt zu empfehlen’.“

Der neue Radikale heißt Dr. Marcel Huber, ist Umwelt- und Gesundheitsminister des Freistaats Bayern und äußerte sich wie vorstehend zitiert beim Mittagsgespräch des ADFC-Landesverbandes:

http://www.adfc-bayern.de/news-detailansicht/article/die-ueberschreitung-der-feinstaubrichtlinie-ist.html

Darüber hinaus sprach er sich für weitere Alternativen zur bisherigen, am Vorrang des motorisierten Individualverkehrs (MIV) ausgerichteten Politik aus: CarSharing, öffentlicher Personenverkehr und „das logistische Ineinandergreifen“, gemeinhin als Umweltverbund bekannt – sieht man einmal von schwarzen (jetzt nicht parteipolitisch gemeint) Löchern, wie sie auch in Bamberg zu finden sind, ab.

Es bleibt zu hoffen, daß Herr Dr. Huber nicht nur im fränkischen Rom, sondern auch in München Gehör findet und entsprechend Einfluß auf die Entscheidungen der Landesregierung haben wird. Bedeutend für die Verkehrsmittelwahl ist nicht allein die Verkehrspolitik. Raumordnung und Siedlungsplanung setzen die ersten Pflöcke.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Bönig
Martin-Ott-Straße 8
96049 Bamberg-Gaustadt