So vie­le Weiß­stör­che wie seit 100 Jah­ren nicht mehr

Rekord­jahr bei den baye­ri­schen Weiß­stör­chen, Vie­le Neu­an­sied­lun­gen und guter Brut­er­folg, Lebens­raum wei­ter­hin bedroht

Deut­li­che Bestands­zu­nah­me und gutes Brut­er­geb­nis, so lau­tet die Zwi­schen­bi­lanz des Stor­chen­jah­res 2012 in Bay­ern. Eini­ge Stör­che haben bis zu 5 Jun­ge im Nest. Die LBV-Stor­chen­be­auf­trag­te Oda Wie­ding freut sich: „Dank der guten Zusam­men­ar­beit mit über 300 ehren­amt­li­chen Stor­chen­be­treu­ern gibt es in Bay­ern einen wei­te­ren Bestands­an­stieg auf über 265 Stor­chen­paa­re (2011: 243 Stor­chen­paa­re). Da die Eis­hei­li­gen in die­sem Jahr nicht so extrem aus­fie­len und das Früh­jahr weit­ge­hend warm und tro­cken war, kön­nen wir an vie­len Stor­chen­nes­tern erfolg­rei­che Bru­ten mit teil­wei­se 4–5 Jun­gen fest­stel­len“. Zu Beginn der vor­lie­gen­den Auf­zeich­nun­gen im Jahr 1900 wur­den 250 Stor­chen­paa­re gezählt.

Das baye­ri­sche Storchenschutzprogramm

Damit die Alt­stör­che genü­gend Fut­ter für die Jun­gen fin­den, küm­mert sich der LBV im Auf­trag des Lan­des­am­tes für Umwelt (LfU) im Rah­men des baye­ri­schen Stor­chen­schutz­pro­gramms dar­um, die Nah­rungs­wie­sen zu erhal­ten und zu verbessern.

Da es vie­ler­orts zu weni­ge Feucht­flä­chen gibt, müs­sen die Stor­chen­el­tern teil­wei­se lan­ge suchen, um pro Jung­storch täg­lich rund 500g an Nah­rungs­tie­ren zu finden.

Damit sich die posi­ti­ve Ent­wick­lung fort­setzt, muss der Stor­chen­le­bens­raum Grün­land erhal­ten wer­den, vor allem die ver­än­der­te land­wirt­schaft­li­che Nut­zung bei­spiels­wei­se durch den Anbau von Ener­gie­pflan­zen bedroht die Weiß­stör­che bun­des­weit. Jedes Stor­chen­paar braucht in Bay­ern rund 200 ha feuch­tes Grün­land in Horst­nä­he, die­ses bie­tet auch vie­len ande­ren gefähr­de­ten Tie­ren und Pflan­zen Lebensraum.

Details aus den Regionen:

  • Seit Jah­ren haben die Stör­che schon einen Kran als belieb­ten Brut­platz ent­deckt: am Bau­kran in Kirch­heim leben mitt­ler­wei­le neun Paare.
  • Die neue Ansied­lung in Bene­dikt­beu­ren ist die süd­lichs­te in ganz Bayern.
  • Erfreu­li­cher­wei­se gibt es mitt­ler­wei­le eini­ge Neu- und Wie­der­an­sied­lun­gen auch in Ost­bay­ern (z.B. Regen­dorf, Lkr. Regens­burg und Bär­n­au, Lkr. Tirschenreuth).
  • In Mem­min­gen hat sich das ers­te Mal seit 60 Jah­ren wie­der ein Stor­chen­paar niedergelassen.
  • Anm. d. Red.: Und auch in Eber­mann­stadt ist der Storch wie­der hei­misch gewor­den – sie­he Eber­mann­städ­ter StorchenCam

Unter www​.lbv​.de kann die aktu­el­le Ent­wick­lung an den ein­zel­nen Stor­chen­nes­tern in Bay­ern ver­folgt werden.