Bam­ber­ger GAL will neue Geschäfts­füh­rung für Sozi­al­stif­tung

Ent­schei­dung steht an: Ver­trags­ver­län­ge­rung für Frau­en­knecht oder Stel­len­aus­schrei­bung?

„Die Sozi­al­stif­tung muss wie­der sozi­al wer­den“, appel­liert die GAL an ihre Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen in Stadt­rat und Stif­tungs­rat und for­dert eine Aus­schrei­bung der Geschäfts­füh­rungs­stel­le der Sozi­al­stif­tung (SSB). Der Ver­trag des jet­zi­gen Geschäfts­füh­rer Xaver Frau­en­knecht läuft dem­nächst aus und steht der­zeit zur Ver­län­ge­rung an. Dass dies sang- und klang­los geschieht, will die GAL-Stadt­rats­frak­ti­on unbe­dingt ver­hin­dern und hat des­halb eine Aus­schrei­bung bean­tragt. Dass sich hier auch der jet­zi­ge Stel­len­in­ha­ber wie­der bewer­ben kön­ne, sei unbe­nom­men.

„Wir dür­fen uns nicht blen­den las­sen von ver­meint­lich guten Geschäfts­zah­len“, sagt dazu Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Ursu­la Sowa, „Betriebs­wirt­schaft ist nicht die gan­ze Wahr­heit.“ Wer Bilanz zie­he bei der Sozi­al­stif­tung, kom­me in vie­len Punk­ten zu einem nega­ti­ven Ergeb­nis. Die ihrer Frak­ti­on zuge­tra­ge­ne Unzu­frie­den­heit bei den Pfle­ge-Beschäf­tig­ten in den Kli­ni­ken wegen Lohn­dum­ping und Über­la­stung sei bezeich­nend, ihr gegen­über ste­he eine auf­ge­bläh­te Rie­ge von best­be­zahl­ten Spit­zen­po­si­tio­nen. Mise­ra­ble Ergeb­nis­se gebe es von der Heim­auf­sicht für die Alten­pfle­ge­hei­me, und auf­grund schlech­ter Arbeits­be­din­gun­gen, die sich her­um­ge­spro­chen haben, man­ge­le es dort an Fach­kräf­ten. Gro­ße Kon­flik­te gebe es mit Ärz­te­schaft und Kli­ni­ken im Umland auf­grund der aggres­si­ven und nicht an Koope­ra­ti­on ori­en­tier­ten Geschäfts­po­li­tik der SSB. Die­se wer­de wie ein Bör­sen­un­ter­neh­men geführt – mit einem gan­zen Netz von GmbH-Unter­grün­dun­gen, die bil­li­ge­res Per­so­nal ein­stell­ten, vom Stif­tungs­rat bzw. Stadt­rat als Auf­sichts­or­gan kaum mehr steu­er­bar sei­en und über­dies gro­ße Defi­zi­te ver­ur­sach­ten.

Wie Sowa sagt, fühlt sich die GAL in ihrer Ein­schät­zung durch zahl­rei­che Aus­sa­gen von Ärz­tIn­nen, Pati­en­tIn­nen und Beschäf­tig­ten in den Betrie­ben der Sozi­al­stif­tung bestä­tigt. Nicht zuletzt der im letz­ten Jahr für Schlag­zei­len sor­gen­de Skan­dal um fort­wäh­ren­de Behand­lungs­feh­ler eines Gynä­ko­lo­gen habe gera­de­zu ein Fass geöff­net.

Die GAL hält des­halb eine Neu­be­set­zung der Geschäfts­füh­rung für drin­gend not­wen­dig, um einer „beäng­sti­gen­den Ent­wick­lung ent­ge­gen zu steu­ern“. Aus ihrer Sicht steht Frau­en­knecht für die jet­zi­ge rein gewinn­ori­en­tier­te Aus­rich­tung der SSB, „die nicht im Sin­ne einer Stif­tung mit sozia­lem Anspruch“ ist. Sowa: „Herr Frau­en­knecht hat sich zwei­fel­los als betriebs­wirt­schaft­li­cher Kon­so­li­die­rer Ver­dien­ste erwor­ben und damit eine wich­ti­ge Auf­ga­be erfüllt. Für die Zukunft braucht die Sozi­al­stif­tung aber einen deut­li­chen Kurs­wech­sel, der eine neue Spit­zen­kraft ver­langt.“

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