Sport­ler­aus­tausch Schie­ßen & Vol­ley­ball zwi­schen Forch­heim und Bis­ca­ros­se

Schützen und Volleyballer aus Forchheim und Biscarrosse

Schüt­zen und Vol­ley­bal­ler aus Forch­heim und Bis­car­ros­se. Foto: Micha­el Adler

Aus der fran­zö­si­schen Part­ner­ge­mein­de Bis­car­ros­se hat­ten im Rah­men des Sport­ler­aus­tauschs neben Judo­kas und Ten­nis­spie­lern auch 15 jugend­li­che und erwach­se­ne Schüt­zen und Vol­ley­bal­ler den wei­ten Weg von 1.500 KM ange­tre­ten, um Stadt und Land­kreis Forch­heim zu besu­chen und sich sport­lich mit ihren Gast­ge­bern zu mes­sen.

Außer für Alain Lyon­net, dem Gesamt­lei­ter des Spor­taus­tauschs auf fran­zö­si­scher Sei­te, sowie Jacky Trum­tel, dem Chef der Schüt­zen, und sei­ner Frau, war es für alle ande­ren Bis­car­ros­ser Vol­ley­bal­ler und Schüt­zen der erste Besuch in Forch­heim. Nach der Ankunft und einem herz­li­chen “Bien­ve­nue” im Land­rats­amt, wur­den die Fran­zo­sen auf ihre deut­schen Gast­fa­mi­li­en auf­ge­teilt, die für fünf Über­nach­tun­gen ihr Heim dar­stell­ten. Die Sprach­bar­rie­re wur­de mit “Händ und Füß” und eini­ger Brocken Schul­fran­zö­sisch und ‑eng­lisch soweit über­wun­den, daß der Fran­zos’ jetzt weiß, daß “a Gosch” nicht “links” heißt, und der Deut­sche, daß der “Gro Arsch” nix mit irgend­wel­chen über­di­men­sio­nier­ten Kör­per­tei­len zu tun hat.

Ein Rah­men­pro­gramm des Part­ner­schafts­ko­mi­tées des Land­krei­ses Forch­heim, unter Lei­tung von Ernst Deutsch und Rein­hard Heyden­reich, ermög­lich­te den Sport­lern aus Bis­car­ros­se, Forch­heim, Nürn­berg und die Frän­ki­sche Schweiz ken­nen zu ler­nen und sicher­te somit den Gast­fa­mi­li­en unterm Tage die unat­trak­ti­ve aber not­wen­di­ge Mög­lich­keit, zu arbei­ten, bzw. zur Schu­le zu gehen.

Am Wochen­en­de und abends zogen die jewei­li­gen Sport­ab­tei­lun­gen ihr spe­zi­el­les Pro­gramm mit ihren Gästen durch. Bei den Forch­hei­mern hat­ten sich Schüt­zen und Vol­ley­bal­ler um Orga­ni­sa­tor Bernd Döt­zer gesam­melt, um gemein­sam als eine Grup­pe zu agie­ren, durch­aus auch eine Art sport­li­che Auf­fang­trup­pe für Fran­ko­phi­le ohne fester Anlauf­sta­ti­on.

Die Schieß-Wett­kämp­fe fan­den im Schüt­zen­ver­ein Andre­as Hofer Wie­sent­hau statt. Alle Fran­zo­sen und Deut­schen schos­sen mit dem Luft­ge­wehr auf­ge­legt, damit auch die Anfän­ger und Lei­stungs­schwä­che­ren eine gute Chan­ce hat­ten, “ins Zen­trum zu hal­ten”. Die Wie­sent­hau­er Schüt­zen­mei­ste­rin Lena Rei­chel stell­te die dafür benö­tig­te Aus­rü­stung ihres Ver­eins zur Ver­fü­gung und schoß mit 99 von 100 Rin­gen auch das beste Ein­zel­er­geb­nis, selbst­ver­ständ­lich ohne Gebrauch von Ziel­was­ser, wie sich das für Sport­ler gehört. Die 15 Teil­neh­mer aus Bis­car­ros­se erziel­ten einen Durch­schnitt von 80,7 Rin­ge auf 10 Schuß, bemer­kens­wert war hier­bei die her­vor­ra­gen­de Lei­stung der jun­gen Vol­ley­bal­le­rin­nen. Die Forch­hei­mer erschos­sen sich denk­bar knapp mit 81,6 Rin­gen den Sieg. Zum Abschluß wur­de ein klei­nes Luft­ge­wehr-Duell-Fina­le mit den jeweils zwei besten Schüt­zen im Ste­hend­schie­ßen ohne spe­zi­el­ler Wett­kampf­klei­dung aus­ge­tra­gen, bei dem Lena Rei­chel und Bernd Döt­zer mit deut­li­chem Vor­sprung Jacky Trum­tel und Phil­ip­pe Mazy zeig­ten, wo die Kugel hin­ge­hört.

Beim Vol­ley­ball hin­ge­gen waren es die Mädels aus Bis­car­ros­se, die mit ihrem Trai­ner Phil­ip­pe Joli­vet dem zusam­men­ge­wür­fel­ten jun­gen Forch­hei­mer Team kei­ne Chan­ce lie­ßen. In zwei Sät­zen mit jeweils 25:11 konn­ten sich die ein­ge­spiel­ten und tech­nisch über­le­ge­nen Bis­car­ros­se­rin­nen im Alter zwi­schen 13 und 16 Jah­ren klar durch­set­zen. Den­noch zeig­te die ange­tre­te­ne Forch­hei­mer Jugend, obwohl die Hälf­te von ihnen kein Vol­ley­ball im Ver­ein spielt, son­dern nur am Com­pu­ter übt, durch gelun­ge­ne Aktio­nen Talent und Kampf­geist. In einem abschlie­ßen­den Match tra­ten die Erwach­se­nen zusam­men mit Jugend­li­chen in zwei Mixed-Mann­schaf­ten an. Trotz teil­wei­se knir­schen­der Kno­chen und Ver­lust von Haut und Haa­ren bei Hecht­bag­gern, konn­te die im Durch­schnitt betag­te­re Forch­hei­mer Équi­pe die­se Begeg­nung mit 25:21 und 25:19 für sich ent­schei­den, womit der Vol­ley­ball-Wett­kampf mit einem fai­ren Unent­schie­den aus­ging.

Am sech­sten Tag war der Abschied gekom­men, was immer etwas weh­mü­tig aus­fällt, denn man lernt neue Bekann­te und Freun­de ken­nen und gewöhnt sich in der kur­zen Zeit anein­an­der, beson­ders an sei­nen bei sich unter­ge­brach­ten Gast und sei­ne mit­ge­brach­ten Geschen­ke.

Für die­se neu ent­stan­de­nen gemisch­ten Grup­pen von Schüt­zen und Vol­ley­bal­lern aus Forch­heim und Bis­car­ros­se erhof­fen sich Bernd Döt­zer und Alain Lyon­net ein durch­aus lang­jäh­ri­ges Zusam­men­ge­hö­rig­keits­ge­fühl. Schließ­lich geht es näch­stes Jahr zum Gegen­be­such in die Part­ner­ge­mein­de nach Frank­reich und ein herz­li­ches Tref­fen alter Bekann­ter und Freun­de gehört doch mit zu dem Schön­sten, was Sport und Völ­ker­freund­schaft her­vor­brin­gen kön­nen. Dar­um ver­ab­schie­de­te man sich mit einem Ver­spre­chen: “Au revoir!” – “Auf Wie­der­se­hen!”.

Bericht: Bernd Döt­zer, Foto: Micha­el Adler

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