Wei­ter­bil­dungs­ver­bund gegen Haus­ärz­te­man­gel in der Regi­on Bay­reuth

Kli­nik­ärz­te und Haus­ärz­te haben jetzt ein attrak­ti­ves Wei­ter­bil­dungs­pa­ket für zukünf­ti­ge Haus­ärz­te in Bay­reuth geschnürt. Damit wol­len sie die haus­ärzt­li­che Ver­sor­gung in der Regi­on sichern.

Weiterbildungsverbund gegen Hausärztemangel

Wei­ter­bil­dungs­ver­bund gegen Haus­ärz­te­man­gel

Bereits 2008 sind der Haus­arzt­ver­ein Bay­reuth – Stadt und Land e. V. und die Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH eine Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung ein­ge­gan­gen, um den dro­hen­den Haus­ärz­te­man­gel in der Regi­on ent­ge­gen zu wir­ken. Jetzt haben die Part­ner die­se Koope­ra­ti­on noch erwei­tert und den Wei­ter­bil­dungs­ver­bund All­ge­mein­me­di­zin Regi­on Bay­reuth gegrün­det. Damit kann jetzt jun­gen Ärz­tin­nen und Ärz­ten ein indi­vi­du­ell zuge­schnit­te­nes Wei­ter­bil­dungs­pa­ket zum Fach­arzt für All­ge­mein­me­di­zin ange­bo­ten wer­den. Ohne Wohn­ort­wech­sel kön­nen jun­ge Medi­zi­ner in Bay­reuth ihre fünf­jäh­ri­ge Fach­arzt­wei­ter­bil­dung struk­tu­riert und zügig absol­vie­ren.

Der Haus­arzt­ver­ein, der ca. 80 Pro­zent aller Haus­ärz­te der Regi­on Bay­reuth reprä­sen­tiert, befürch­tet für die Zukunft eine deut­lich schlech­te­re haus­ärzt­li­che Ver­sor­gung. Ins­be­son­de­re wer­den länd­li­che und struk­tur­schwa­che Regio­nen, wie es unter ande­rem auf die Regi­on Bay­reuth zutrifft, davon betrof­fen sein. „In den näch­sten Jah­ren wird sich die haus­ärzt­li­che Ver­sor­gung in der Regi­on deut­lich ver­schlech­tern, wenn wir nicht gegen­steu­ern“, beton­te Dr. Ste­fan Wirth, Vor­sit­zen­der des Haus­arzt­ver­eins. Um die­sem Trend ent­ge­gen zu wir­ken, soll eine attrak­ti­ve Fach­arzt­wei­ter­bil­dung jun­ge Medi­zi­ner an Bay­reuth bin­den. „Die Wei­ter­bil­dung zum Fach­arzt für All­ge­mein­me­di­zin ist für die jun­gen Kol­le­gen bis­her mit meh­re­ren Wohn­ort­wech­seln und zeit­li­chen Ver­zö­ge­run­gen ver­bun­den. Hier haben wir ange­setzt, um dem Nach­wuchs­man­gel bei den Haus­ärz­ten in unse­rer Regi­on zu begeg­nen“, so Wirth wei­ter.

Medi­zi­ner, die sich für die Fach­arzt­aus­bil­dung All­ge­mein­me­di­zin in Bay­reuth bewer­ben, schlie­ßen für die fünf­jäh­ri­ge Fach­arzt­aus­bil­dung einen Arbeits­ver­trag mit der Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH. Im Rah­men die­ses Ver­tra­ges wird mit den Bewer­bern ein indi­vi­du­el­les Rota­ti­ons­pro­gramm ent­spre­chend der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung der Baye­ri­schen Lan­des­ärz­te­kam­mer zusam­men­ge­stellt. Drei Jah­re durch­lau­fen dann die Wei­ter­bil­dungs­as­si­sten­ten die Pflicht­fä­cher Inne­re Medi­zin, Chir­ur­gie, Not­auf­nah­me sowie ein Wahl­fach in den Kli­ni­ken der Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH. Anschlie­ßend absol­vie­ren sie in min­de­stens zwei All­ge­mein­arzt­pra­xen in Bay­reuth Stadt oder Land ihren zwei­ten Wei­ter­bil­dungs­ab­schnitt. Wäh­rend der Fach­arzt­aus­bil­dung stel­len die Mit­glie­der des Haus­arzt­ver­eins einen Men­tor, der die zukünf­ti­gen Kol­le­gen berät. Von der Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH wird ein zusätz­li­ches Bud­get für Fort­bil­dun­gen und Lite­ra­tur ange­bo­ten. Außer­dem wer­den indi­vi­du­el­le Wün­sche des Bewer­bers berück­sich­tigt – so kann die Wei­ter­bil­dung bei­spiels­wei­se auch in Teil­zeit erfol­gen.

Pro­fes­sor Dr. Klaus Hen­ne­king, Ärzt­li­cher Direk­tor der Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH, dazu; „Wir haben nicht nur ein her­vor­ra­gen­des Wei­ter­bil­dungs­kon­zept ent­wickelt, son­dern wer­den die enge Ver­net­zung zwi­schen der kli­ni­schen und ambu­lan­ten Behand­lung der Pati­en­ten wei­ter opti­mie­ren und eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge, flä­chen­decken­de Ver­sor­gung errei­chen.“

Für die Fach­arzt­wei­ter­bil­dung All­ge­mein­me­di­zin ste­hen in der Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH ins­ge­samt vier Arzt­stel­len zur Ver­fü­gung. Roland Ranftl, Geschäfts­füh­rer der Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH, beton­te: „Mit die­ser Ver­bund­lö­sung wol­len wir einen Bei­trag lei­sten, damit die haus­ärzt­li­che Ver­sor­gung in der länd­li­chen Regi­on abge­si­chert wer­den kann.“

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