Polizei sprengt Bayreuther Drogenring – Acht Rauschgifthändler in Haft

Gemeinsame Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberfranken und der Staatsanwaltschaft Bayreuth

Nach akribischer Vorbereitung führte am frühen Dienstagmorgen ein Großaufgebot der Polizei  unter Fachleitung eines Bayreuther Staatsanwalts einen erfolgreichen Schlag gegen zwei einschlägig vorbestrafte 56 und 59 Jahre alte Bayreuther Männer und deren Gefolge aus. Insgesamt wurden bei dieser konzertierten Aktion 18 Objekte in Bayreuth und Umgebung durchsucht. Acht Personen, darunter drei Frauen, sind mittlerweile in Untersuchungshaft.

Die Experten des Kommissariats für Drogendelikte bei der Kripo Bayreuth hatten die Gruppe in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Bayreuth bereits seit längerer Zeit in Verdacht, mit der extrem gefährlichen Droge Crystal Speed schwunghaften Handel im Stadtgebiet von Bayreuth zu treiben. Offenbar beschaffte dieser Personenkreis im Alter zwischen 19 und 59 Jahren die Drogen teils über Mittelsmänner aus dem Gebiet der Tschechischen Republik und verkauften diese gewinnbringend.

Die gewonnenen Erkenntnisse reichten dann bereits Anfang 2012 dem zuständigen Ermittlungsrichter für die  Anordnung umfangreicher Telekommunikationsüberwachungsmaßnahmen, um gerichtsfeste Beweise für das kriminelle Treiben dieser Rauschgiftbande um die beiden einschlägig  bekannten Männer zu gewinnen.

Anfang Februar zogen die Fahnder dann bereits ein Mitglied der Gruppe mit Haftbefehl aus dem Verkehr. Dieser Mann ging in Haft, weil er für die Gruppe das nötige Geld für den Erwerb der Drogen mittels Betrügereien beschafft hatte.

Nach und nach griffen alle Maßnahmen und schließlich ergingen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth nun weitere sechs Haftbefehle gegen Verdächtige. Bei der Festnahmeaktion am Dienstagmorgen mit Rauschgiftspürhunden und einem Geldscheinspürhund nahmen die Polizeibeamten alle sechs Personen zeitgleich fest. Aufgrund des Umstandes, dass es sich bei den beiden Hauptverdächtigen um Personen handelte, die bereits äußerst erfahren im Umgang mit Polizeiaktionen sind, ließen die Einsatzplaner kein Risiko einer Beweismittelvernichtung zu und holten die Personen unter Ausnutzung eines morgendlichen Überraschungskommandos mit Spezialkräften aus den Wohnungen.

Anhand der im Rahmen der konzertierten Aktion erworbenen Erkenntnisse erwirkte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch gegen eine weitere Verdächtige ebenfalls Haftbefehl, so dass in dem Verfahrenskomplex nunmehr insgesamt acht Personen inhaftiert sind.

Bei den Durchsuchungen konnten rund 15 Gramm der mittlerweile berüchtigten und extrem gesundheitsschädigenden Droge Crystal Speed sichergestellt werden. Bei einem der beiden Haupttäter, einem bereits vielfach vorbestraften 56-jährigen Bayreuther, fanden und beschlagnahmten Kriminalbeamte zudem einen Teil des Erlöses aus den kriminellen Rauschgiftgeschäften. Zudem ergaben sich Anhaltspunkte für die Beteiligung weiterer Personen an den kriminellen Geschäften und weiteren Straftaten. So konnte auch Diebesgut gefunden werden, das eindeutig auf die Beteiligung der Gruppe an Eigentumsdelikten hinweist. Polizei und Staatsanwaltschaft arbeiten weiter mit Hochdruck an der Aufklärung möglicher Straftaten, die auf das Konto der festgesetzten Personengruppe gehen könnten.

Das unerlaubte Handeltreiben mit Crystal Speed ist ab einer Wirkstoffkonzentration von fünf Gramm Metamphetaminbase als Verbrechen mit einer Mindeststrafe von einem Jahr bedroht, die Tätergruppe, von deren Mitgliedern keines einer geregelten Arbeit nachgeht, steht im dringenden Verdacht, seit Herbst 2011 rund 1,1 Kilogramm dieser gefährlichen Droge mit einer Wirkstoffkonzentration von rund 80 % für eine sechsstellige Summe umgesetzt zu haben.

Den teils mehrfach und einschlägig vorbestraften Inhaftierten drohen allesamt erhebliche Freiheitsstrafen. Mit der Erhebung der Anklagen können die Täter im Sommer 2012 rechnen.

Bis dahin wird eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe bei der Kriminalpolizei Bayreuth in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Bayreuth das kriminelle Tun der Tätergruppe akribisch aufarbeiten.