Jah­res­haupt­ver­samm­lung der BN-Kreis­grup­pe Forch­heim: Kat­ten­beck sagt Natur­frev­lern den Kampf an

BN-Kreisvorsitzender Heinrich Kattenbeck, Ernst-Jürgen Dahlmann, Georg Mönius

BN-Kreis­vor­sit­zen­der Hein­rich Kat­ten­beck, Ernst-Jür­gen Dah­l­mann, Georg Möni­us

Der in jüng­ster Zeit in eini­gen Gemein­den im Land­kreis Forch­heim immer mehr zuneh­men­de Natur­fre­vel, teil­wei­se nach Mei­nung des Bund Natur­schut­zes, auch mit behörd­li­chem Ein­ver­neh­men, ver­an­lasst die BN-Kreis­grup­pe Forch­heim nun zu einem noch här­tern Kurs gegen ver­meint­li­che Umwelt­schän­der und taten­los zuse­hen­de Fach­be­hör­den. BN-Kreis­vor­sit­zen­der Hein­rich Kat­ten­beck kün­dig­te im Rah­men der Jah­res­mit­glie­der­ver­samm­lung der Kreis­grup­pe, die am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag im Gast­hof Schwei­zer Grom statt­fand an, in eini­gen Fäl­len jetzt auch weit­ge­hen­de recht­li­che Schrit­te ein­zu­lei­ten.

Die BN-Kreis­grup­pe schreibt Erfolgs­ge­schich­te und geht gestärkt in den Kampf gegen Umwelt­sün­der. „Wir erle­ben momen­tan einen sprung­haf­ten Mit­glie­der­an­stieg“; so Kreis­vor­sit­zen­der Kat­ten­beck. Zähl­te die BN-Kreis­grup­pe 2010 noch 2104 Mit­glie­der, so ist die Mit­glie­der­zahl in 2011 auf beacht­lich 2728 Mit­glie­der ange­wach­sen, Ten­denz wei­ter stei­gend. „Dies wer­ten wir als ein Ver­trau­en in unse­re Arbeit“, sag­te Kat­ten­beck in sei­nem Rechen­schafts­be­richt, der gestärkt mit soviel Mit­glie­der­re­so­nanz nun den Kampf gegen Flä­chen­fraß & Co. auf­neh­men möch­te.

„Umwelt- und Natur­schutz ist inzwi­schen in aller Mun­de“, so Kat­ten­beck. „Unse­re The­men sind in der Mit­te der Gesell­schaft ange­kom­men und unse­re Arbeit wird respek­tiert, unter­stützt, geför­dert und ist inzwi­schen auch bei so man­chem Poli­ti­ker aner­kannt“, so der Kreis­vor­sit­zen­de. Bay­ern­weit nähe­re man sich an die 180.000-mitglieder-Grenze.

Dann wet­ter­te Kat­ten­beck so rich­tig los und sag­te so man­chen Lokal­po­li­ti­ker kräf­tig die Mei­nung. Als skan­da­lös bezeich­ne­te Kat­ten­beck das Vor­ge­hen des Eber­mann­städ­ter Bür­ger­mei­sters Franz Josef Kraus. „Dan­ke an die BN-Orts­grup­pe Eber­mann­stadt, dass der unnö­ti­ge Dis­coun­ter auf der grü­nen Wie­se ver­hin­dert wer­den konn­te“, so Kat­ten­beck. „Jetzt will der Bür­ger­mei­ster in Eber­mann­stadt neue, nicht erfor­der­li­che Bau­ge­bie­te aus­wei­sen, weil er selbst dort Grund­stücke hat und eini­ge befreun­de­te Stadt­rä­te auch; ist das nicht skan­da­lös“, wet­ter­te Kat­ten­beck. In Eber­mann­stadt gebe es der­zeit 190 freie Bau­plät­ze; also sei eine Bau­land­aus­wei­sung nach Mei­nung des BN-Vor­sit­zen­den nicht erfor­der­lich. Hier kün­dig­te er recht­li­che Schrit­te an. Man habe hier bereits einen Anwalt ein­ge­schal­tet.

Er dank­te aber auch den ande­ren BN-Orts­grup­pen. Gekämpft wer­de an vie­len Fron­ten. Das Vor­ge­hen von Bür­ger­mei­ster Claus Schwarz­mann aus Eggols­heim in Sachen „Mul­chen“ des Natur­schutz­ge­bie­tes „Alter Lud­wig-Donau-Main­ka­nal“ bezeich­ne­te Kat­ten­beck als „natur­schutz­wid­ri­ge Saue­rei“. Von Sei­ten der BN-Orts­grup­pe Eggols­heim kämp­fe man gegen die Pla­nung des neu­en LIDL-Zen­tral­la­gers, wofür ein 2000 bis 3000 Qua­drat­me­ter­gro­ßes FFH-Natur­schutz­ge­biet geop­fert wer­den sol­le. Auch hier wür­den recht­li­che Schrit­te der­zeit geprüft.

Forch­heims Ober­bür­ger­mei­ster Franz Stumpf bla­se dem­nächst kräf­ti­ger Gegen­wind ins Gesicht. Die BN-Orts­grup­pe Forch­heim gegen die Plä­ne für bes­ser ver­die­nen­de Bür­ge­rin­nen und Bür­ger exklu­si­ve Bau­ge­län­de zu schaf­fen nun eine Bür­ger­initia­ti­ve gegrün­det.

Die BN-Orts­grup­pen Kir­cheh­ren­bach und Wie­sent­hau Schlaifhau­sen suchen Ver­bün­de­te gegen die Ost­span­ge der Süd­um­ge­hung Forch­heim. Man habe bei einem Ter­min beim Staat­li­chen Bau­amt in Bam­berg erst das immense Aus­maß der Pla­nung rich­tig erkant. „Da graust es einer Sau“, schimpf­te Kat­ten­beck. Die Ost­span­ge der Süd­um­ge­hung Forch­heim kostet allei­ne mehr als 40 Mil­lio­nen Euro; Ten­denz stei­gend und das bei rück­läu­fi­gem Ziel- und Quell­ver­kehr. Der Gemein­de­rat in Wie­sent­hau habe sich bereits ein­stim­mig gegen die Pla­nun­gen aus­ge­spro­chen, so Kat­ten­beck. Die Ost­span­ge, sol­le von Höhe Ker­s­bach kom­mend, Rich­tung Gos­berg vier­spu­rig aus­ge­baut wer­den; Brücken­bau­ten sol­len hier ent­ste­hen; das Wäld­chen bei Ker­s­bach soll wei­chen. Noch vor Ostern wer­de man hier eine Bür­ger­initia­ti­ve grün­den, so der Kreis­vor­sit­zen­de.

Auch auf die Per­so­nal­ver­än­de­run­gen in der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de ging Kat­ten­beck noch­mals ein. „Lie­ber Herr Land­rat, ihre Ent­schei­dung den Diplom Bio­lo­gen Johan­nes Mohr aus der Arbeit der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de zu ent­fer­nen, war ihr schlech­te­ster Dienst für eine frucht­ba­re und erfolg­rei­che Arbeit im Zusam­men­wir­ken zur Ein­hal­tung von Recht und Gesetz. Es bleibt ein schwar­zer Fleck, dass Johan­nes Mohr weg muss­te, weil er sich behörd­lich zu sehr für den Natur­schutz in Stadt- und Land­kreis Forch­heim ein­setz­te“, so Kat­ten­beck. „Für so einen manch poli­ti­schen Kar­rie­re­stre­ber sei ist Mohr wohl ein Dorn im Auge gewe­sen“. „Johan­nes Mohr ging es aber nicht dar­um Geset­zes­lücken zu suchen, um Natur­schutz­ge­set­ze und Ver­ord­nun­gen aus­zu­he­beln, son­dern um den Natur­schutz zu sei­nem Recht zu ver­hel­fen und zu zei­gen, dass Natur­schutz­ge­set­ze und Ver­ord­nun­gen von jeder­mann ein­zu­hal­ten sind.

Neben den Kurz­be­rich­ten aus den Arbeits­krei­sen Öffent­lich­keits­ar­beit, Land­schafts­pfle­ge­maß­nah­men, Haus­li­sten­samm­lung, Fle­der­maus, Tag­fal­ter-Moni­to­ring und Wis­sens­wer­tes aus der Kreis­ge­schäfts­stel­le, stan­den an die­sem Abend auch zahl­rei­che Ehrun­gen an. Die Ehren­na­del in Bron­ze für lang­jäh­ri­ge Mit­glie­der (25 Jah­re) ging an Bir­git und Tho­mas Ban­ning (Herolds­bach), Lydia und Bernd Bey­er (Lan­gen­sen­del­bach), Hans Brand­may­er (Herolds­bach), Wer­ner­Dit­te­rich (Herolds­bach), Bar­bar und Wolf­gang Eich­horn (Heroldsbach),Anna Maria Grell­ner (Wie­sent­tal), Max Hegen­dör­fer (Forch­heim), Christl Hoff­mann (Neun­kir­chen), Sig­rid und Hein­rich Hüb­sch­mann (Eber­mann­stadt), Chri­sti­ne und Bernd Hüb­sch­mann (Kir­cheh­ren­bach), Karl Johann (Herolds­bach), Mar­kus Mau­ser (Herolds­bach), Hen­rik Moes (Kun­reuth), Chri­sti­na und Engel­bert Rauh (Pox­dorf), Clau­dia und Micha­el Schlep­pe (Klein­sen­del­bach), Wolf­gang und Cori­na Schnei­der (Lan­gen­sen­del­bach), Tou­ri­sten­ver­ein Natur­freun­de e.V. (Herolds­bach) und Andre­as Wer­ner-Welsch (Lan­gen­sen­del­bach).

Die Ehren­na­del in Sil­ber (30 Jah­re) ging an Bar­ba­ra und Fried­rich Beka­an (Eggols­heim), Ernst Bezold (Wie­sent­tal), Rudolph Buch­ner (Eber­mann­stadt), Ber­na­det­te Dittrich (Eggols­heim), Gabrie­le Fär­ber (Neun­kir­chen), Otmar Fleig (Neun­kir­chen), Micha­el Fört­schlan­ger (Leu­ten­bach), Gabi und Achim Gra­sser (Effeltrich), Her­bert Gries (Neun­kir­chen), Sabi­ne Höhn (Forch­heim), Johan­nes Huber (Lan­gen­sen­del­bach), Bernd Mei­er (Unter­lein­lei­ter), Tho­mas Merkt (Neun­kir­chen), Man­fred Moos (Lan­gen­sen­del­bach), Kon­rad Ober­feld (Forch­heim), Paul Schenk (Neun­kir­chen), Ulrich Stra­ss­mann-End­ress (Hetz­les), Ani­ta und Max Stürcke (Neun­kir­chen) und Tho­mas Weck­mül­ler (Forch­heim).

Über die Ehren­na­del in Gold (40 Jah­re Mit­glied­schaft) freu­en sich Ernst Jür­gen Dah­l­mann (Mit­te­l­eh­ren­bach), Anne­lie und Klaus Gör­ting (Eber­mann­stadt), Georg Möni­us (Forch­heim), Regi­na und Jür­gen Paris (Neun­kir­chen), Ger­lin­de und Wolf­gang Streit (Mug­gen­dorf), Anne­lie­se und Her­bert Unfried (Eber­mann­stadt) und Josef Urban (Eggols­heim).

Im Rah­men der Jah­res­haupt­ver­samm­lung konn­te die Kreis­grup­pe auch Hel­ga Krau­se, die Mobil­funk­be­auf­trag­te des Bund Natur­schutz-Lan­des­ver­ban­des begrü­ßen, die zum The­ma sprach „Gesun­de Ent­wick­lung unse­rer Kin­der durch Schutz vor Mobil­funk­strah­lung“. Finanz- und Wirt­schafts­be­richt wur­den ver­le­sen; die Kas­sen­prü­fer beschei­nig­ten eine ordent­li­che Buch- und Kas­sen­füh­rung und der Vor­stand wur­de kom­plett ent­la­stet. Ein­stim­mig wur­de an die­sem Abend auch der Haus­halts­plan der Kreis­grup­pe für das Jahr 2012 ver­ab­schie­det.