Osteo­po­ro­se: Kli­nik Hohe War­te setzt auf moder­nes Ver­fah­ren bei Behand­lung von Wirbelbrüchen

Neue Metho­de für star­ke Knochen

Viskoser Zement dringt in die feinen Knochenstrukturen ein

Vis­ko­ser Zement dringt in die fei­nen Kno­chen­struk­tu­ren ein

Rund 200 Mil­lio­nen Men­schen welt­weit lei­den unter Osteo­po­ro­se (Kno­chen­schwund). In Deutsch­land betrifft die Erkran­kung etwa acht Mil­lio­nen Pati­en­ten – Ten­denz stei­gend. 25 Pro­zent davon sind älter als 50 Jah­re, dar­un­ter über­wie­gend Frau­en. Die Anzahl der Betrof­fe­nen wird sich, so die Pro­gno­se, in den kom­men­den 20 Jah­ren sogar ver­dop­peln. Kno­chen­schwund gehört somit zu den von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO gelis­te­ten Volkskrankheiten.

Brü­che an Wir­bel­kör­pern oder dem Ober­schen­kel­hals sind die schmerz­haf­tes­ten und am meis­ten gefürch­te­ten Fol­gen von Osteo­po­ro­se. Für Betrof­fe­ne gibt es jetzt aber eine gute Nach­richt: Radio­fre­quenz-Kypho­plas­tie (DFi­ne Euro­pe GmbH, Mann­heim) heißt das neue Ver­fah­ren, das die Kli­nik für Neu­ro­chir­ur­gie in der Kli­nik Hohe War­te in Bay­reuth ab jetzt ein­setzt. Damit las­sen sich die Wir­bel­kör­per nicht nur siche­rer wie­der auf­rich­ten, das Ver­fah­ren ist außer­dem kno­chen­scho­nend und sub­stanz­er­hal­tend. „Schon jetzt erzie­len wir mit die­ser Metho­de gute Erfol­ge“, so Dr. Axel Trost, Chef­arzt der Kli­nik für Neu­ro­chir­ur­gie in der Kli­nik Hohe War­te. Künf­tig sol­len jähr­lich auf die­se Wei­se rund 30 Pati­en­ten in sei­ner Kli­nik zu mehr Lebens­qua­li­tät und dau­er­haf­ter Schmerz­lin­de­rung ver­hol­fen wer­den, schätzt Trost.

Gum­mi­ar­ti­ger Zement bringt Lebens­qua­li­tät zurück

Bei die­ser neu­en Metho­de geben Medi­zi­ner einen spe­zi­ell ent­wi­ckel­ten gum­mi­ar­ti­gen Kno­chen­ze­ment in den porö­sen Wir­bel. Im Gegen­satz zu her­kömm­li­chen Metho­den umschließt die zähe Mas­se die fei­nen Wir­bel­struk­tu­ren, ohne die­se dabei zu zer­stö­ren. Anschlie­ßend här­tet die akti­vier­te Sub­stanz an Ort und Stel­le aus. „Dank der Zuga­be von Radio­fre­quenz­ener­gie erreicht der ohne­hin zähe Zement sei­ne sehr hohe Vis­ko­si­tät. So lässt sich das Risi­ko von Zemen­taus­trit­ten mini­mie­ren und der Wir­bel kann ohne zusätz­li­che Maß­nah­men sta­bi­li­siert und gege­be­nen­falls auf­ge­rich­tet wer­den“, erläu­tert Dr. Trost. „Die Vor­tei­le für die Pati­en­ten lie­gen in der Regel neben der hohen Sicher­heit in einer kur­zen Ope­ra­ti­ons­dau­er und einer schnel­len Rehabilitationszeit.“

Vor allem älte­re Pati­en­ten profitieren

Die neue Metho­de kann unter Lokal­an­äs­the­sie oder Voll­nar­ko­se durch­ge­führt wer­den und dau­ert nur etwa 25 Minu­ten pro Wir­bel – knapp die Hälf­te der her­kömm­li­chen Ope­ra­ti­ons­zeit. Hier­von pro­fi­tie­ren beson­ders älte­re Pati­en­ten. Über nur einen ein­zi­gen klei­nen Zugang führt der Medi­zi­ner eine schma­le Kanü­le unter Sicht­kon­trol­le in den behand­lungs­be­dürf­ti­gen Wir­bel­kör­per ein. Mit einem fei­nen Instru­ment, an des­sen Ende sich eine beweg­li­che Spit­ze befin­det, legt der Arzt gezielt klei­ne Gän­ge im porö­sen Kno­chen an. Bevor aber der Zement in die betrof­fe­ne Stel­le gelangt, kommt die Radio­fre­quenz­ener­gie hin­zu. „In die­sem Moment ver­än­dert der Zement sei­ne Eigen­schaft und wird zäh wie Harz“, erklärt der Chef­arzt. Der gum­mi­ar­ti­ge Kno­chen­ze­ment gelangt kon­trol­liert und sicher in den vor­be­rei­te­ten Hohl­raum. Von hier aus bahnt sich die Mas­se ihren Weg durch die fei­nen Gän­ge des Kno­chen­in­ne­ren und umschließt die löch­ri­ge Struk­tur, ohne die­se zu zer­stö­ren. Anschlie­ßend här­tet der Zement aus und dient als akti­ve Sta­bi­li­sie­rung des gebro­che­nen Wir­bel­kör­pers. Zurück bleibt ein klei­ner Schnitt, der nicht genäht wer­den muss. „Gewöhn­lich kommt es inner­halb kur­zer Zeit zu einer Schmerz­lin­de­rung und einer damit ver­bun­de­nen dau­er­haf­ten Stei­ge­rung der Lebens­qua­li­tät“, so Dr. Trost.

Wie kann man vorbeugen?

Um es aber erst gar nicht so weit kom­men zu las­sen, rät Dr. Trost zu aus­rei­chen­der Bewe­gung und einer gesun­den Ernäh­rung. Sie bil­den die Basis für gesun­de Kno­chen“, sagt Dr. Trost. Bei den Nah­rungs­mit­teln unter­stüt­zen vor allem Milch­pro­duk­te, grü­ne Lebens­mit­tel und Voll­korn den Kno­chen­auf­bau, da sie viel Kal­zi­um ent­hal­ten. Bewe­gung ist vor allem des­halb wich­tig, weil Mus­keln und Seh­nen dabei einen Reiz auf den Kno­chen aus­wir­ken, der die­sen zum Wach­sen anregt. Nor­dic Wal­king oder Wan­dern sind hier­für idea­le Sport­ar­ten. Sie for­dern den gesam­ten Bewe­gungs­ap­pa­rat, ohne den Kör­per zu überfordern.
Ver­mie­den wer­den soll­ten dage­gen vor allem Genuss­mit­tel wie Alko­hol und Ziga­ret­ten, aber auch zu viel Kaf­fee und Phos­phat, das in vie­len Lebens­mit­teln ent­hal­ten ist, wir­ken sich nega­tiv aus.