Schon­zeit­auf­he­bung für Reh­wild bis Ende Januar

Wald vor Wild wie in Baden-Württemberg

Nicht nur bay­ern­weit, son­dern im gesam­ten süd­deut­schen Raum ist es im Jagd­jahr 2011/2012 enorm schwie­rig, die Reh­wild­ab­schuss­plä­ne zu erfül­len. Über­re­gio­nal war das Reh­wild ab Sep­tem­ber kaum mehr sicht­bar. Die Erfül­lung der Abschuss­vor­ga­ben war damit in wei­ten Tei­len Bay­erns nicht mög­lich. In Baden- Würt­tem­berg ist unter ver­gleich­ba­ren Ver­hält­nis­sen nach wie vor die Beja­gung bis Ende Janu­ar festgesetzt.

In Bay­ern arbei­tet der Lan­des­jagd­ver­band (BJV) seit Mona­ten dar­an, mög­li­che Schon­zeit­auf­he­bun­gen zu ver­hin­dern. So wer­den in eigens dafür erstell­ten „Check­li­sten für Kreisgruppenvorsitzende/​Hegegemeinschaftsleiter im Fall eines Antrags auf Schon­zeit­auf­he­bung durch Staats­forst­be­trie­be“ Vor­ga­ben und Argu­men­ta­ti­ons­richt­li­ni­en zur Ver­hin­de­rung von Schon­zeit­auf­he­bun­gen her­aus­ge­ge­ben. Dabei wer­den vor Ertei­lung einer Schon­zeit­auf­he­bung z.B. Ein­zel­schutz­maß­nah­men vor­ge­schrie­ben und mit dem Tier­schutz, der abso­lu­ten Vor­rang habe, argumentiert.

Es ist schlicht­weg unmög­lich, den Wald­be­sit­zern zuzu­mu­ten, gro­ße Tei­le des Wal­des mit Ein­zel­schutz­maß­nah­men zu sichern. Der auf Grund des Kli­ma­wan­dels drin­gend not­wen­di­ge Wald­um­bau kann so nicht erreicht wer­den. Zudem wird auf­grund der gro­ßen Schwarz­wild­pro­ble­ma­tik (immense Schä­den in der Land­wirt­schaft) und der damit erfor­der­li­chen Beja­gung auf Bewe­gungs­jag­den das Reh­wild ohne­hin mit beun­ru­higt. So ist der vom BJV ange­führ­te Tier­schutz­ge­dan­ke nur sehr bedingt stichhaltig.

Auch die vom BJV for­cier­ten sinn­lo­sen Fuchs­be­ja­gun­gen im Febru­ar füh­ren zur Beun­ru­hi­gung des Reh­wil­des und soll­ten des­halb unter­las­sen wer­den. Der ÖJV Bay­ern for­dert zugun­sten der in wei­ten Tei­len Bay­erns drin­gend not­wen­di­gen Wild­be­stands­re­gu­lie­rung, die Schon­zeit für Reh­wild – wie in allen ande­ren Bun­des­län­dern (bis auf Thü­rin­gen) – bis Ende Janu­ar auf­zu­he­ben. Es zeigt sich, dass die erst vor eini­gen Jah­ren ein­ge­führ­te Vor­ver­le­gung der Reh­wild­schon­zeit von Ende Janu­ar auf Mit­te Janu­ar falsch war. Auf­grund der erfah­rungs­ge­mäß wesent­lich gün­sti­ge­ren Ver­hält­nis­se in den letz­ten zwei Janu­ar­wo­chen soll­te die alte Jagd­zeit bis Ende Janu­ar wie­der ein­ge­führt werden.

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