Fei­er­tags­ge­dan­ken: Epi­pha­ni­as oder Die Wei­sen aus dem Morgenland

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs

Da ent­decken Men­schen aus fer­nen lan­den unab­hän­gig von­ein­an­der eine geheim­nis­vol­le, sie magisch anzie­hen­de Ster­nen­kon­stela­ti­on und sie machen sich auf den Weg ins Unbe­kann­te. Ich bewun­de­re den Mut, die Aus­dau­er die­ser Leu­te. Wir wis­sen ungleich mehr als sie, wir haben Got­tes Wort, die gan­ze Fro­he Bot­schaft von Jesus Chri­stus in vie­len preis­gün­sti­gen, ver­ständ­lich über­setz­ten Bibeln vor uns lie­gen, aber lesen wir dar­in, machen wir uns per­sön­lich auf den Weg zur Krip­pe, das meint, fra­gen wir heu­te nach dem Evan­ge­li­um? Die „Wei­sen aus dem Mor­gen­land“ ver­trau­ten sich der Füh­rung Got­tes an, ver­trau­ten dar­auf, daß er sie ans Ziel füh­ren wür­de. Heu­te hal­ten die schein­bar tole­ran­ten, welt­ge­wand­ten Zeit­ge­nos­sen uns ent­ge­gen: „Der Weg ist das Ziel!“ Der Mensch müs­se stets auf der Suche, welt­of­fen sein. Aber ohne Ziel wird der Weg zum Irr­weg, zur quä­len­den, sinn­lo­sen Last.

Schließ­lich kom­men die „Wei­sen“ nach Jeru­sa­lem zum König Hero­des. Sie scheu­en sich nicht, aus­ge­rech­net den berüch­tig­ten Hero­des um Hil­fe zu bit­ten, ihre eige­ne Schwä­che, ihr Unver­mö­gen ein­zu­ge­ste­hen. Wie schwer fällt uns das! Wir wol­len stets stark und unab­hän­gig erschei­nen. Wie sehr las­sen wir uns da unter Druck setzen!

Die­ser Hero­des aber ist ein Gewalt­mensch. Er hat sei­ne Stel­lung ille­gal mit gemei­nen Tricks ergau­nert. Das macht ihn miß­trau­isch, unsi­cher. Sol­che Hero­de­se gibt es auch heu­te genug, die Karie­re­ty­pen, arro­gant und spöt­tisch, aber doch ruhe­los und unzu­frie­den, nei­disch und aggres­siv. Aus schlech­tem Gewis­sen, um die „Leu­te“ zu beein­drucken, hat er den Tem­pel groß­zü­gig aus­bau­en las­sen, ver­gleich­bar den Dro­gen­bos­sen, die sich heu­te als Wohl­tä­ter auf­spieln. Die Kir­che muss sich also heu­te genau über­le­gen, von wem sie Spen­den annimmt, wie das gespen­de­te Geld ein­ge­nom­men wurde.

Nun aber die drit­te Grup­pe, die Schrift­ge­lehr­ten. Sie ken­nen die Wahr­heit und tun doch nichts. Sind sie gleich­gül­tig oder fei­ge, ange­paßt oder kor­rupt? Heu­te fin­den wir die­se Schrift­ge­lehr­ten bei vie­len kühl-ver­nünf­ti­gen Wis­sen­schaft­lern, die beden­ken­los für dubio­se Welt­kon­zer­ne arbei­ten, die nicht danach fra­gen, ob ihre Pro­duk­te Segen oder Fluch über die Mensch­heit bringen.

Möge das Fest der „Erschei­nung des HERRN“, das bedeu­tet Epi­pha­ni­as, auch in unse­ren Her­zen das gött­li­che Licht auf­strah­len las­sen. Ein Held, muß nie­mand von uns sein, aber wir soll­ten kri­tisch über uns nach­den­ken und dür­fen uns im Gebet, beim Lesen in der Hei­li­gen schrift von Got­tes Geist anrüh­ren lassen.

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs, www​.neu​stadt​-aisch​-evan​ge​lisch​.de

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