Forch­heim: Gemein­sam gegen Extre­mis­mus jeder Art

Über­par­tei­li­ches Bünd­nis gegen Extre­mis­mus jeder Art trifft sich mit Vor­stand des Tür­ki­schen Kulturvereines

Auf Initia­ti­ve des Ehren­vor­sit­zen­den des Tür­ki­schen Kul­tur­ver­eins, Hasan Güle­ry­üz, der auch einer der vier Spre­cher des über­par­tei­li­chen Bünd­nis­ses gegen Extre­mis­mus jeder Art ist, erfolg­te ein gemein­sa­mer Gedan­ken­aus­tausch. Anlass waren die aktu­el­len Erkennt­nis­se über rechts­ex­tre­mi­sti­sche Mord­an­schlä­ge. Drei davon erfolg­ten im nahe­ge­le­ge­nen Nürn­berg, gera­de ein­mal 30 km. entfernt.

Udo Schön­fel­der, Initia­tor des Bünd­nis­ses, stell­te deut­lich her­aus, dass es Her­zens­an­lie­gen von Bun­des­in­nen­mi­ni­ster Hans-Peter Fried­rich ist, auch die wei­te­ren Zusam­men­hän­ge der Mord­se­rie bis ins letz­te Detail auf­zu­klä­ren und rechts­ex­tre­mi­sti­schem Gedan­ken­gut den Nähr­bo­den zu ent­zie­hen. Auch wenn hier­durch nicht von heu­te auf mor­gen sol­che Gesin­nun­gen weni­ger wer­den, wäre das Ver­bot der NPD zu begrü­ßen – es ist nicht nach­voll­zieh­bar, dass so eine Par­tei staat­li­che Bezu­schus­sun­gen erhält. Die poli­ti­sche Hand­schrift von Neo­na­zis und ent­spre­chen­de Gewalt­ta­ten oder –andro­hun­gen, egal ob gegen Aus­län­der oder Behin­der­te, sei­en abso­lut inak­zep­ta­bel, so Evi Rossa.

Dass es vor Ort zwei Bünd­nis­se gibt, wird nicht als kri­tisch gese­hen. Man agiert neben- nicht gegen­ein­an­der. Und bei Ankün­di­gun­gen von rechts­ex­tre­mi­sti­scher Sei­te auch mit­ein­an­der, was im Som­mer bewie­sen wur­de. Gleich­wohl blei­be es von zen­tra­ler Bedeu­tung, gegen jede Art des Extre­mis­mus wach­sam zu sein und nicht etwa Links­au­to­no­me als Ver­stär­kung eines bür­ger­li­chen Wider­stan­des gegen Rechts­ex­tre­mi­sten will­kom­men zu hei­ßen. Es wäre fatal, den Teu­fel mit dem Beel­ze­bub aus­trei­ben zu wol­len. Sich ken­nen und mit­ein­an­der zu spre­chen, ist wich­tig für Inte­gra­ti­on und Prä­ven­ti­on. Mit‑, statt über­ein­an­der zu reden, sei die rich­ti­ge Devi­se, so Hol­ger Lehnard.

Mitt­ler­wei­le gibt es eine Viel­zahl von gebür­ti­gen Tür­ken, wel­che die deut­sche Staats­bür­ger­schaft ange­nom­men haben. Im täg­li­chen Leben ist das Mit­ein­an­der Nor­ma­li­tät, ob am Arbeits­platz, im Sport­ver­ein, als Spiel­platz­pa­te oder beim Blut­spen­den. Wobei noch Stei­ne aus dem Weg geräumt wer­den müs­sen, dies soll­te gemein­sam erfol­gen. So soll­te das Umfeld der Moschee von Bau­stel­len­ein­rich­tun­gen befreit wer­den, dies sei ein wich­ti­ges Anlie­gen, so Arap Zafer vom Moschee-Ver­ein. Man will gemein­sam Sor­ge dafür tra­gen, so TKV-Vor­sit­zen­der Tay­l­an Oktay, dass es in Stadt und Land­kreis Forch­heim kei­ner­lei Extre­mis­mus gebe, weder von rech­ter oder lin­ker noch von isla­mi­sti­scher Sei­te. Es gel­te auf gut­nach­bar­schaft­li­cher Ebe­ne das Mit­ein­an­der aus­zu­bau­en. Hier­für und für die Erschlie­ßung beruf­li­cher Per­spek­ti­ven sei das kon­se­quen­te Erler­nen der deut­schen Spra­che eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung, der man ver­stärkt nach­kom­men will. Dar­über hin­aus set­ze man auf gemein­sa­me Aktio­nen, wie den inter­re­li­giö­sen Dialog.

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