Dr. Mar­tin Bay­er erhält Kul­tur­för­der­preis der Stadt Bamberg

„Mit den Wör­tern kei­ne Leicht­fer­tig­keit erlauben“

Am Diens­tag Abend (15.11.2011) wur­de im Gro­ßen Haus des E.T.A.-Hoffmann-Theaters der Kul­tur­för­der­preis 2011 der Stadt Bam­berg ver­lie­hen. In die­sem Jahr ging er an den Bam­ber­ger Autor Dr. Mar­tin Bey­er. Der Kul­tur-För­der­preis wird im jähr­li­chen Wech­sel mit dem E.T.A.-Hoffmann-Preis ver­lie­hen und ist mit 6.000 Euro dotiert.

Der Schrift­stel­ler und Dozent Mar­tin Bey­er wur­de 1976 in Frank­furt am Main gebo­ren. Seit 1997 lebt er in Bam­berg und stu­dier­te Ger­ma­ni­stik und Phi­lo­so­phie. Pro­mo­viert wur­de er 2005 mit einer Arbeit über Chri­sta Wolfs Mythos-Adap­tio­nen. Nach sei­ner Pro­mo­ti­on arbei­tet er als frei­er Schrift­stel­ler, Redak­teur und Dozent in Bam­berg und Ham­burg. Mit acht­zehn Jah­ren hat er sei­ne erste Erzäh­lung „Fra­ge­zei­chen“ ver­öf­fent­licht. Seit 2003 lei­tet er mit dem Gitar­ri­sten Gerald Kubik das Musik-Lite­ra­tur-Pro­jekt Sil­ben­Mu­sik. Noch wäh­rend sei­nes Stu­di­ums, näm­lich 2002 schrieb er den beein­drucken­den Roman „Hin­ter den Türen“, der die Kra­bat-Sage erfri­schend unkon­ven­tio­nell inter­pre­tiert. 2009 kam sein viel­be­ach­te­ter und klu­ger Roman „Alle Was­ser lau­fen ins Meer“ her­aus, der den Dich­ter Georg Tra­kl in den Mit­tel­punkt stellt. 2011 initi­ier­te er unter ande­rem gemein­sam mit Lukas Weh­ner das klei­ne aber fei­ne Lite­ra­tur­fe­sti­val „Bam­berg liest“.

“Ein fal­sches Wort konn­te den gesam­ten Ein­druck zer­stö­ren, man muss­te jedes auf die Waag­scha­le legen. Man durf­te sich mit den Wör­tern kei­ne Leicht­fer­tig­keit erlau­ben, aber wie viel schwie­ri­ger war das, wenn man vie­le Wör­ter gebrauch­te!”, lässt der Autor Mar­tin Bey­er sei­nen Prot­ago­ni­sten Georg Tra­kl in „Alle Was­ser lau­fen ins Meer“ sin­nie­ren. „Mar­tin Bey­er hat sich die­ser Leicht­fer­tig­keit nie­mals hin­ge­ge­ben“, beton­te Kul­tur­re­fe­rent Wer­ner Hipelius.

Mit dem Kul­tur-För­der­preis der Stadt Bam­berg wer­den gemäß Sat­zung Per­so­nen und Grup­pen bedacht, die durch ihre inno­va­ti­ven Akti­vi­tä­ten das kul­tu­rel­le Ange­bot in und für Bam­berg berei­chert haben. „Ich den­ke, Sie geben mir Recht, wenn ich sage, dass sich die Jury mit ihrem ein­stim­mi­gen Votum für einen in jedem Sin­ne wür­di­gen Preis­trä­ger ent­schie­den hat, „ so Hipe­li­us abschließend.

Werk­ver­zeich­nis Mar­tin Beyer:

Fra­ge­zei­chen. Erzäh­lung. Weiss­ach im Tau­nus: Alkyon Ver­lag 1995. – Nim­mer­mehr. Roman. Weiss­ach im Tau­nus.: Alkyon Ver­lag 1998. – Sterz­ik. Roman. Köln: Eska­pis Ver­lag 2001. – Hin­ter den Türen. Roman nach Moti­ven der Kra­bat-Sage. Köln: Eska­pis Ver­lag 2002; als CD (Hör­buch) 2004. – Laut­Spre­chen. Hör­an­tho­lo­gie. Hrsg. von Mar­tin Bey­er und Nora Gom­rin­ger. Bam­berg: BeGo Ver­lag 2004. – Das System der Ver­ken­nung. Chri­sta Wolfs Arbeit am Medea-Mythos. Würz­burg: Königs­hau­sen &. Neu­mann 2006. – (Hrsg.:) Jun­ge Dich­ter und Den­ker. Rap trifft Goe­the & Co. Ham­burg: edel­kids 2008 (mit CD). – Alle Was­ser lau­fen ins Meer. Roman. Stutt­gart: Klett-Cot­ta 2009. – (Hrsg.:) Zei­chen & Wun­der. Sie­ben Tan­dem-Geschich­ten. Bam­berg: per­pe­tu­um publi­shing 2011.

Prei­se, Aus­zeich­nun­gen und Sti­pen­di­en (Aus­wahl):

Preis­trä­ger “Mühl­hei­mer Lite­ra­tur­ta­ge” (1996), Preis­trä­ger “Jun­ges Lite­ra­tur­fo­rum” des Hes­si­schen Mini­ste­ri­ums für Wis­sen­schaft und Kunst (2000), Usla­er Lite­ra­tur­preis (Son­der­preis, 2002), Sti­pen­di­um des Mini­ste­ri­ums für Bil­dung, Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur des Lan­des Schles­wig-Hol­stein im Künst­ler­haus Klo­ster Cis­mar (2002), Autoren­sti­pen­di­um in Visby/​Schweden auf Ein­la­dung des Bal­tic Cent­re for Wri­ters and Trans­la­tors (2003), Autoren­sti­pen­di­um auf Rho­dos auf Ein­la­dung des Schrift­stel­ler- und Über­set­zer­zen­trums “Three ways” (2003), Auf­ent­halts­sti­pen­di­um in Mojácar/​Spanien auf Ein­la­dung der Fund­a­ción Val­para­r­aí­so (2004), Wal­ter-Kem­pow­ski-Preis (2009).

Schreibe einen Kommentar