Sozia­les im Land­kreis Forch­heim im Mittelpunkt

Der mitt­ler­wei­len ekla­tan­te Man­gel an bezahl­ba­ren Woh­nun­gen in Forch­heim, berei­tet zuneh­mend auch den sozia­len Dien­sten beim Land­rats­amt Forch­heim erheb­li­che Pro­ble­me. Dar­auf mach­te der zustän­di­ge Abtei­lungs­lei­ter, Regie­rungs­di­rek­tor Wolf­gang Thiel, anläss­lich einer Dis­kus­si­on mit dem FDP-Kreis­ver­band Forch­heim aufmerksam.

Im Rah­men der Ver­an­stal­tungs­rei­he „Poli­tik kon­kret“ hat­te der FDP-Kreis­vor­sit­zen­de und Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Seba­sti­an Kör­ber Wolf­gang Thiel ein­ge­la­den zum The­ma „Sozia­le Aus­ga­ben im Land­kreis Forch­heim“ zu berich­ten und zu dis­ku­tie­ren. Seba­sti­an Kör­ber hat­te ein­gangs betont, die FDP wol­le ver­stärkt auch loka­le The­men auf­grei­fen. Im Hin­blick auf die stän­dig stei­gen­den Kosten, sei­en die sozia­len Auf­ga­ben eine wich­ti­ge Posi­ti­on im Haus­halt und somit in der Landkreispolitik.

Wolf­gang Thiel stell­te ein­lei­tend die ver­schie­de­nen Auf­ga­ben­fel­der sei­ner Abtei­lung „Kom­mu­na­le und Sozia­le Auf­ga­ben“ vor und bezeich­ne­te die­se als einen viel­fäl­ti­gen Bereich. Das Jugend­amt sei hier der größ­te Teil mit wach­sen­der Bedeu­tung. Man müs­se zum Bei­spiel wis­sen, dass die Heim­un­ter­brin­gung eines Kin­des oder Jugend­li­chen dem Land­kreis ca. 50 – 60 Tau­send Euro im Jahr kostet. Da im Durch­schnitt ca. 50 Jugend­li­che so unter­ge­bracht sind, kön­ne man die Dimen­si­on der finan­zi­el­len Auf­wen­dun­gen in sei­ner Abtei­lung schon erah­nen. Im Ver­wal­tungs­haus­halt des Land­krei­ses machen die sozia­len Aus­ga­ben ca. 15 Mio. Euro im Jahr aus, somit ein erheb­li­cher Anteil. Hier­un­ter fal­len auch die Betei­li­gun­gen an Frei­en Trä­gern. Die direk­ten Auf­wen­dun­gen für sozia­le Aus­ga­ben belau­fen sich auf ca. 7,4 Mio. Euro. Falsch sei auch die weit ver­brei­te­te Mei­nung, sozia­le Auf­ga­ben wür­den nur noch über das Job-Cen­ter abge­wickelt. Tat­säch­lich aber erhal­ten über 65-Jäh­ri­ge und nicht mehr Ver­mit­tel­ba­re, sowie ca. 350 Haus­hal­te über Thiels Abtei­lung lau­fen­de Hilfen.

Erstaun­lich sei, dass von dem neu­em Bil­dungs­pa­ket kaum Gebrauch gemacht wür­de .Dies bezeich­ne­te der Forch­hei­mer FDP-Orts­vor­sit­zen­de Mar­cus Wert­her als eben­so unver­ständ­lich, wie bedau­er­lich. Viel­leicht, so Patrick Schroll, der Kreis­vor­sit­zen­de der Jun­gen Libe­ra­len, müss­te dies­be­züg­lich etwas mehr Öffent­lich­keits­ar­beit betrie­ben wer­den. In der Dis­kus­si­on kam auch das The­ma „Min­dest­lohn“ zur Spra­che, dem die offi­zi­el­le Linie der FDP ja kri­tisch gegen­über steht. Es gab aber auch Mei­nun­gen, ein Min­dest­lohn müs­se im Hin­blick auf Arti­kel 1 Grund­ge­setz auch unter mora­lisch-ethi­schen Aspek­ten dis­ku­tiert werden.

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