Tech­no­lo­gie-Road­map Ober­fran­ken – Neue Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen für ver­ar­bei­ten­de Unternehmen

Zukunfts­wei­sen­de Stra­te­gien für ver­ar­bei­ten­de Unter­neh­men in Ober­fran­ken zu ent­wi­ckeln und auf den Weg zu brin­gen – dies ist das Kern­ziel des Pro­jekts „Tech­no­lo­gie-Road­map Ober­fran­ken“, das vor kur­zem an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth gestar­tet ist. Unter der Lei­tung von Prof. Dr.-Ing. Rolf Stein­hil­per arbei­ten der Lehr­stuhl Umwelt-gerech­te Pro­duk­ti­ons­tech­nik und die Fraun­ho­fer-Pro­jekt­grup­pe Pro­zess­in­no­va­ti­on eng zusam­men, um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes in Ober­fran­ken nach­hal­tig zu stär­ken. Das Pro­jekt wird vom Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft, Infra­struk­tur, Ver­kehr und Tech­no­lo­gie mit rund 1,1 Mio. Euro geför­dert und hat eine Lauf­zeit von drei­ein­halb Jahren.

Schwie­ri­ge Markt­be­din­gun­gen, star­ke Ent­wick­lungs­po­ten­zia­le: Ober­fran­kens Unter­neh­men „in der Mit­te Europas“

Die ver­ar­bei­ten­den Betrie­be in Ober­fran­ken sind, mehr als in ande­ren Wirt­schafts­re­gio­nen Deutsch­lands, einem stän­di­gen Wan­del der Markt­be­din­gun­gen aus­ge­setzt. Das liegt an ihrer über­wie­gend klein- und mit­tel­stän­di­schen Struk­tur, vor allem aber an ihrer expo­nier­ten geo­gra­phi­schen Lage. In direk­ter Nach­bar­schaft zu den mit­tel- und ost­eu­ro­päi­schen Län­dern, die teil­wei­se ein erheb­li­ches Wirt­schafts­wachs­tum auf­wei­sen, muss sich das ver­ar­bei­ten­de Gewer­be in Ober­fran­ken einer zuneh­mend har­ten inter­na­tio­na­len Kon­kur­renz stel­len. In eini­gen Wirt­schafts­zwei­gen – wie bei­spiel­wei­se der Tex­til- und der Kera­mik­bran­che, die einst die Unter­neh­mens­struk­tu­ren Ober­fran­kens präg­ten – drückt sich die­se Ent­wick­lung in rück­läu­fi­gen Beschäf­ti­gungs­zah­len aus.

Doch gera­de der Stand­ort „in der Mit­te Euro­pas“ und die sich immer wie­der ändern­de Markt­si­tua­ti­on ent­hal­ten auch star­ke Ent­wick­lungs­po­ten­zia­le. Das Pro­jekt „Tech­no­lo­gie-Road­map Ober­fran­ken“ will des­halb die ver­ar­bei­ten­den Betrie­be in die Lage ver­set­zen, die­se Chan­cen offen­siv zu nut­zen. Hier­für sind neue und inno­va­ti­ve Pro­duk­te, Dienst­leis­tun­gen und Geschäfts­stra­te­gien erfor­der­lich. Unter die­sen Aspek­ten wol­len die Pro­jekt­mit­ar­bei­ter gemein­sam mit den Unter­neh­men trag­fä­hi­ge Zukunfts­kon­zep­te ent­wi­ckeln. So soll für jede gro­ße Bran­che der ober­frän­ki­schen Wirt­schaft ein Leit­fa­den ent­ste­hen, der dar­auf abzielt, die Inno­va­ti­ons­kraft, die Fle­xi­bi­li­tät und damit auch die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Unter­neh­men zu stärken.

Der Lehr­stuhl Umwelt­ge­rech­te Pro­duk­ti­ons­tech­nik der Uni­ver­si­tät Bay­reuth und die Fraun­ho­fer-Pro­jekt­grup­pe Pro­zess­in­no­va­ti­on kön­nen bei die­sem Vor­ha­ben auf umfas­sen­de Erfah­run­gen zurück­grei­fen, die sie in mehr als 70 erfolg­rei­chen Indus­trie- und For­schungs­pro­jek­ten mit klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men (KMU) gewin­nen konn­ten. Dr.-Ing. Ste­fan Frei­ber­ger, Dipl.-Ing. Ste­fan Sla­wik und Mar­tin Süch­ting haben die Feder­füh­rung für die „Tech­no­lo­gie-Road­map Ober­fran­ken“ übernommen.

Von der Daten­er­he­bung bis zu Indus­trie­fo­ren: Sta­tio­nen auf dem Weg zur Technologie-Roadmap

Das Pro­jekt star­tet mit einer breit ange­leg­ten Rund­fra­ge, die dar­auf aus­ge­rich­tet ist, ein genaue­res Bild über Pro­duk­te, Fer­ti­gungs­ver­fah­ren und Inno­va­ti­ons­po­ten­zia­le ober­frän­ki­scher Unter­neh­men zu gewin­nen. Das Bay­reu­ther Pro­jekt­team wird dabei gezielt sol­che Daten ermit­teln, die sich in For­schung und Pra­xis als unab­ding­bar für erfolg­rei­che Tech­no­lo­gie-Road­maps erwie­sen haben. Die Erhe­bungs­bö­gen wer­den an ca. 2.000 Unter­neh­men in Ober­fran­ken ver­sandt und auch im Inter­net zur Ver­fü­gung gestellt, so dass alle inter­es­sier­ten Unter­neh­men teil­neh­men kön­nen. Zusätz­lich wer­den all­ge­mei­ne Daten für die fünf wich­tigs­ten Bran­chen des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes Ober­fran­kens erho­ben: Metall (inkl. Maschi­nen­bau), Kunst­stoff, Glas/​Keramik, Möbel/​Holzverarbeitung und Textil.

Alle Ergeb­nis­se wer­den anschlie­ßend im Detail aus­ge­wer­tet. Sie wer­den auf der Grund­la­ge bewähr­ter Ana­ly­se­ver­fah­ren so zusam­men­ge­führt, dass sich dar­aus kon­kre­te Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten für die fünf Bran­chen ablei­ten las­sen. Zudem ver­an­stal­ten die Bay­reu­ther Pro­jekt­mit­ar­bei­ter bran­chen­be­zo­ge­ne Indus­trie­fo­ren, um im Dia­log von Wis­sen­schaft und Wirt­schaft beson­ders viel­ver­spre­chen­de Per­spek­ti­ven für das ver­ar­bei­ten­de Gewer­be in Ober­fran­ken her­aus­zu­ar­bei­ten. Für jede der fünf betrach­te­ten Bran­chen soll dabei eine Viel­zahl mög­li­cher neu­er Pro­duk­te und Fer­ti­gungs­ver­fah­ren iden­ti­fi­ziert wer­den. Damit die ober­frän­ki­schen Unter­neh­men sich von vorn­her­ein und regel­mä­ßig in die­se Gesprächs- und Ent­wick­lungs­pro­zes­se ein­brin­gen kön­nen, ver­an­stal­tet das Pro­jekt­team in ver­schie­de­nen Regio­nen Ober­fran­kens sog. „Road­map-Work­shops“. Zudem sol­len neue Inter­net-Platt­for­men den Betrie­ben die Mög­lich­keit bie­ten, in einen Aus­tausch unter­ein­an­der zu tre­ten und sich – bei­spiels­wei­se in Form eines „Bran­chen­fo­rum Holz­ver­ar­bei­tung Ober­fran­ken“ – noch stär­ker zu vernetzen.

Kei­ne Geheim­sa­che: Die öffent­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on der Projektergebnisse

Die „Tech­no­lo­gie-Road­map Ober­fran­ken“ wird alle Ergeb­nis­se über­sicht­lich zusam­men­fas­sen. Sie wird für jede Bran­che kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen und Leit­fä­den für deren prak­ti­sche Umset­zung ent­hal­ten. Pro­jekt­ko­or­di­na­tor Dr.-Ing. Ste­fan Frei­ber­ger denkt bereits jetzt an eine mög­lichst breit ange­leg­te Kom­mu­ni­ka­ti­on: „Alle inter­es­sier­ten Unter­neh­men sol­len auf die Pro­jekt­er­geb­nis­se zugrei­fen kön­nen. Des­halb wird die fer­ti­ge Road­map allen teil­neh­men­den Unter­neh­men zuge­sen­det, über die regio­na­le Pres­se und im Inter­net ver­öf­fent­licht sowie über die ober­frän­ki­schen Wirt­schafts­kam­mern ver­brei­tet. Unser Ziel ist es, dass die ‚Tech­no­lo­gie-Road­map Ober­fran­ken’ einen gro­ßen Bei­trag zur Wei­ter­ent­wick­lung der Regi­on Ober­fran­ken leistet.“