Beim Bier kam Wag­ner in Wallung

Enge Ver­bin­dung zwi­schen der Bay­reu­ther Braue­rei Mais­el und dem Festspielhaus

Die Brauerei Gebr. Maisel ist Partner der Bayreuther Festspiele. Jeff Maisel freut sich über die Zusammenarbeit mit den beiden Festspielleiterinnen Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner (rechts).

Die Braue­rei Gebr. Mais­el ist Part­ner der Bay­reu­ther Festspiele

Sie hat alles ganz genau auf­ge­schrie­ben und des­halb sind auch vie­le Klei­nig­kei­ten über­lie­fert: Cosi­ma Wag­ner, Gat­tin des Kom­po­nis­ten Richard Wag­ner, führ­te in ihren Tage­bü­chern akri­bisch Buch über die Akti­vi­tä­ten der bei­den. Dass der gro­ße Kom­po­nist dem Bier nicht abge­neigt war, wird dabei immer wie­der deut­lich. Selbst „bei der Arbeit“ habe er ger­ne ein Bier getrun­ken, berich­tet die Gat­tin. Regel­mä­ßi­ge, gemein­sa­me Bier­stun­den hat es in der Vil­la Wahn­fried eben­so gege­ben wie Aus­flü­ge mit einem Fäss­chen Bier, die über­lie­fert sind.

Die Wagner’sche Lie­be zum Bier kommt nicht von unge­fähr, liegt Bay­reuth doch im Her­zen der Regi­on, die noch heu­te die größ­te Braue­rei­dich­te der Welt hat. Über 260 klei­ne und gro­ße Braue­rei­en haben hier ihren Sitz und brau­en über 1.000 ver­schie­de­ne Sor­ten Bier. Das nutz­te der Meis­ter auch aus, denn neben dem hei­mi­schen Bier­kon­sum sind zahl­rei­che Besu­che in Wirts­häu­sern und Bier­gär­ten über­lie­fert. Dabei ent­pupp­te sich Wag­ner nicht nur als Bier­ge­nie­ßer, son­dern auch als Leu­te­be­ob­ach­ter und stil­ler Teil­ha­ber des mun­te­ren Wirts­haus­trei­bens. Zur Sze­ne­rie auf der Fest­wie­se in der Oper „Die Meis­ter­sin­ger von Nürn­berg“ dürf­ten die­se Besu­che auf jeden Fall bei­getra­gen haben. Ob aller­dings der Hei­li­ge Gral im Par­si­fal im Ansin­nen des Meis­ters lie­ber eine Mass Bier gewe­sen wäre, ist nicht überliefert…

Die Brau­tra­di­ti­on wird in Bay­reuth groß geschrie­ben. Die Stadt ist die Hei­mat von Maisel’s Weis­se, einem der belieb­tes­ten Weiss­bie­re in Deutsch­land. Gebraut wird es von der 1887 in der Wag­ner­stadt gegrün­de­ten Braue­rei Gebr. Mais­el, die in vier­ter Gene­ra­ti­on im Fami­li­en­be­sitz ist. Und heu­te gibt es – mehr denn je – eine enge Ver­bin­dung zwi­schen der Braue­rei und dem Fest­spiel­haus. Seit Jahr­zehn­ten gehört der Maisel’s Weis­se Fest­spiel­früh­schop­pen zu den wich­tigs­ten gesell­schaft­li­chen Ver­an­stal­tun­gen wäh­rend der gut vier­wö­chi­gen Fest­spiel­zeit. Mit­glie­der der Fami­lie Wag­ner, Künst­ler, Musi­ker und Regis­seu­re, aber auch Per­sön­lich­kei­ten aus Poli­tik und Wirt­schaft kom­men hier bei einer fri­schen Maisel’s Weis­se zusam­men, um die aktu­el­len Insze­nie­run­gen zu dis­ku­tie­ren. Die Hor­nis­ten der Bay­reu­ther Fest­spie­le kom­po­nier­ten eine eige­ne Hym­ne auf das lecke­re Weiss­bier, die sie jedes Jahr zum Bes­ten geben.

Maisel’s Weis­se ist offi­zi­el­ler Part­ner der Bay­reu­ther Fest­spie­le. So genie­ßen die Besu­cher in den ein­stün­di­gen Pau­sen der Opern ger­ne eine erfri­schend-fruch­ti­ge Maisel’s Weis­se. Beim all­jähr­li­chen Public Vie­w­ing, der Sie­mens-Fest­spiel­nacht auf dem Volks­fest­platz, ist die Braue­rei natür­lich auch mit dabei. „Wag­ner und Bier – das passt“, sagt Braue­rei­chef Jeff Mais­el mit Blick auf die über­lie­fer­ten Vor­lie­ben des Kom­po­nis­ten für fri­sches Bier. Dabei kam die­ser lei­der noch nicht ein­mal in Kon­takt mit den herr­li­chen Bie­ren der Mais­els, denn die Braue­rei wur­de erst vier Jah­re nach sei­nem Tod gegrün­det. Aber: Wenn der alli­te­ra­ti­ons­ver­lieb­te Wag­ner wis­sen wür­de, welch wun­der­vol­le Bie­re es in Bay­reuth gibt: Er wäre wahr­schein­lich vol­ler Wonne.