Span­nen­de Ent­deckungs­rei­se – Aus­stel­lungs­in­itia­ti­ve ERDE eröff­net

Unser Bild zeigt von links: den Leiter der Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks Oberfranken, Rainer Prischenk, Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold, die Leiterin der Servicestelle für Museen, Barbara Christoph, Sandra Bali vom Töpfermuseum Thurnau, Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler und Prof. Dr. Werner Taegert von der Staatsbibliothek Bamberg

Austel­lungs­er­öff­nung in Bay­reuth

„Wir laden Sie ein auf eine Ent­deckungs­rei­se über, unter und rund um die Erde“, mit die­sen Wor­ten eröff­ne­te Bezirks­tags­prä­si­dent Dr. Gün­ther Denz­ler in den Land­wirt­schaft­li­chen Lehr­an­stal­ten in Bay­reuth die Aus­stel­lungs­in­itia­ti­ve ERDE des Bezirks Ober­fran­ken. Bis zum 2. Okto­ber zei­gen zehn Muse­en und Ein­rich­tun­gen in Ober­fran­ken inter­es­san­te Aus­stel­lun­gen rund um das The­ma ERDE.

„Es ist toll zu sehen, von welch unter­schied­li­chen Rich­tun­gen sich die betei­lig­ten Häu­ser der ERDE genä­hert haben“, so der Bezirks­tags­prä­si­dent. Von Land­wirt­schaft bis Töp­fe­rei, vom Bestat­tungs­we­sen bis zum Fos­si­li­en­reich­tum Ober­fran­kens, die The­men­pa­let­te sei breit. „Beim Blick in das umfang­rei­che Pro­gramm wird deut­lich: es lohnt sich, die ERDE genau­er unter die Lupe zu neh­men, es ist span­nend, was sie her­vor­bringt, was man in ihr lesen kann, wel­che Schätz sie birgt!“

Ziel der Aus­stel­lungs­in­itia­ti­ve ERDE ist eine inten­si­ve­re Ver­net­zung unter­schied­lich­ster Ein­rich­tun­gen mit­ein­an­der: pro­fes­sio­nell geführ­te, inter­na­tio­nal renom­mier­te Ein­rich­tun­gen und ehren­amt­lich geführ­te, klei­ne Muse­en betei­li­gen sich an dem Pro­jekt. So kön­nen die Ein­rich­tun­gen von­ein­an­der ler­nen und sich durch die über­re­gio­na­le Aus­rich­tung neue Besu­cher­grup­pen erschlie­ßen.

Die Feder­füh­rung liegt bei der Ser­vice­stel­le des Bezirks Ober­fran­ken für Muse­en, die das Gesamt­kon­zept ent­wickelt und die über­re­gio­na­len Wer­be­maß­nah­men koor­di­niert. „Wie sich ein Muse­um betei­ligt, liegt bei ihm selbst: durch her­vor­ge­ho­be­ne oder ergänz­te Tei­le der Dau­er­aus­stel­lung oder durch eine Son­der­aus­stel­lung. Das Muse­um bestimmt Umfang, Inhalt und Titel der Aus­stel­lung, nur ERDE muss vor­kom­men. Zudem zeich­net das Muse­um für das Rah­men­pro­gramm ver­ant­wort­lich“, erklärt Bezirks­hei­mat­pfle­ger Prof. Dr. Gün­ter Dip­pold die Vor­ge­hens­wei­se.

Neben Muse­en sind dies­mal auch ande­re Ein­rich­tun­gen mit von der Par­tie, um die Ver­net­zung auch über den fach­li­chen Kreis hin­aus fort­zu­füh­ren. So betei­li­gen sich die Staats­bi­blio­thek Bam­berg und die Land­wirt­schaft­li­chen Lehr­an­stal­ten des Bezirks Ober­fran­ken in Bay­reuth an der Aus­stel­lungs­in­itia­ti­ve.

Fol­gen­de Muse­en und Ein­rich­tun­gen betei­li­gen sich an ERDE und haben neben den Aus­stel­lun­gen auch ein umfang­rei­ches Rah­men­pro­gramm auf die Bei­ne gestellt:

Aus­stel­lungs­in­itia­ti­ve ERDE vom 6. Mai – 2. Okto­ber 2011

Volks­kund­li­ches Gerä­te­mu­se­um Arzberg-Berg­ners­reuth
ERDE zu ERDE – Auf dem Weg zur ewi­gen Ruhe

Auch der Tod gehört zum Leben. Vie­le der rund um das Ster­ben und den Tod prak­ti­zier­ten Bräu­che, die heut­zu­ta­ge all­ge­mein der Pie­tät zuge­schrie­ben wer­den, gehen auf archai­sche Vor­stel­lun­gen zurück und resul­tie­ren aus der Angst vor den Toten. Die Son­der­aus­stel­lung ver­folgt den Weg zur ewi­gen Ruhe und zeigt, wie sich Toten- und Bestat­tungs­ri­ten im Lauf der Zeit ver­än­dert haben. Ursprung und Bedeu­tung der Brauch­hand­lun­gen von der Auf­bah­rung bis zur Grab­le­gung wer­den anschau­lich dar­ge­stellt. Das Augen­merk liegt vor allem auf den regio­na­len Toten­bräu­chen des Fich­tel­ge­bir­ges.

Staats­bi­blio­thek Bam­berg
ERD-Ansich­ten. Rei­sen in die Welt 1500–1800

Die Wen­de zum 16. Jahr­hun­dert mar­kiert eine Zeit gro­ßer Umbrü­che. Die Men­schen in Euro­pa wer­den unru­hig und neu­gie­rig auf die Welt, sie rei­sen und berich­ten davon. In gro­ßer Zahl erschei­nen Bücher, die von den Rei­sen erzäh­len und die­se in Ansich­ten und in Kar­ten doku­men­tie­ren. In einer vir­tu­el­len Rei­se um die Welt durch drei Jahr­hun­der­te zeigt die Aus­stel­lung an aus­ge­wähl­ten Bei­spie­len aus den rei­chen Bestän­den der Staats­bi­blio­thek Bam­berg die so gewon­ne­nen „ERD-Ansich­ten“.

Muse­um Klo­ster Banz
Fas­zi­na­ti­on fos­si­li­en­rei­cher ERDE

Der Gehei­me Rat Carl Theo­do­ri (1788–1857) kam ab 1814 regel­mä­ßig nach Banz. Gemein­sam mit dem dama­li­gen Pfar­rer von Banz, Augu­stin Gey­er, erforsch­te er die Gegend nach Versteine¬rungen und stell­te die­se bereits ab 1856 öffent­lich aus. Vor allem Theo­do­ri, fas­zi­niert vom Reich­tum der verschiedenartigs¬ten Ver­stei­ne­run­gen um Banz, setz­te es sich zum Ziel, einen weit­rei­chen­den Über­blick über die Mee­res­tier­welt und ‑pflan­zen­welt des Juras zu schaf­fen. Ange­trie­ben von Lei­den­schaft und wis­sen­schaft­li­cher Perfek¬tion über­zeug­te er Fach­leu­te in ganz Euro­pa und wur­de zu einem der Vor­rei­ter der palä­on­to­lo­gi­schen For­schung.
In der Aus­stel­lung ERDE wer­den die Tech­ni­ken und Vorgehens¬weisen der moder­nen Wissen¬schaft dem histo­ri­schen Bestand gegen­über­ge­stellt.

Land­wirt­schaft­li­che Lehr­an­stal­ten Bay­reuth
ERDE – Nah­rung und Ener­gie

Bei einem zwei­stün­di­gen Besuch der Land­wirt­schaft­li­chen Lehr­an­stal­ten kön­nen Kin­der und Jugend­li­che aller Jahr­gangs­stu­fen das The­ma „ERDE – Nah­rung und Ener­gie“ in viel­fäl­ti­ger Wei­se erle­ben: Von der Betrach­tung eines Boden­pro­fils und die Erklä­rung und Beur­tei­lung moder­ner Land­tech­nik wie z. B. Schlep­per, Trans­port­fahr­zeu­ge, Boden­be­ar­bei­tungs- und Sätech­nik, Ern­te­ma­schi­nen wie Mäh­dre­scher oder Häcks­ler, wer­den auch pflanz­li­che Pro­duk­te und deren Ver­wer­tung im Nah­rungs­be­reich sowie deren Ver­wer­tung über die tie­ri­sche Ver­ede­lung – Rin­der, Scha­fe, Hüh­ner, Schwei­ne – und deren Ver­wer­tung zur Erzeu­gung von rege­ne­ra­ti­ver Ener­gie anschau­lich dar­ge­stellt.

Natur­kun­de-Muse­um Coburg
v.ERDE.ckte Viel­falt

Auf den ersten Blick erahnt, wer ein Stück Acker­bo­den sieht, zu¬meist nicht, welch gro­ße Viel­falt sich unter der schlich­ten Ober­flä­che ver­birgt. Und wer dann noch mit sei­nen Gum­mi­stie­feln im Matsch stecken bleibt, wei­gert sich zuwei­len auch, der zähen Mas­se inne­re Schön­heit und unge­ahn­ten Reich­tum zuzu­spre­chen. Dabei ist das Leben im Boden genau genom­men rich­tig span­nend und für uns sogar lebens­wich­tig. Zu Recht fin­den Bio­lo­gen und Geo­lo­gen die­sen Teil unse­res Pla­ne­ten beach­tens­wert, denn irgend­wo muss der Begriff „Mut­ter Erde“ ja her­kom­men. Ein infor­ma­tiv gestal­te­ter Rund­gang lüf­tet jetzt das sonst v.ERDE.ckte Trei­ben unter der Ober­flä­che.

Gold­berg­bau­mu­se­um Gold­kro­nach
Drun­ter und drü­ber – Ent­decke den Reich­tum Dei­ner Erde

Die Erde ist reich an Schät­zen, nicht umsonst spricht man vom Erd­reich. Doch war­um gibt es aus­ge­rech­net in Gold­kro­nach Gold und ande­re geo­lo­gi­sche Beson­der­hei­ten? Über den Nach­bau eines Stol­len­ein­gangs gelangt man in einen Raum mit geo­lo­gi­schen Schät­zen. Hier gibt es Vie­les über die Fas­zi­na­ti­on des Gol­des und der Mine­ra­li­en zu erfah­ren: vom Stein­al­tar über die frän­ki­sche Linie bis zum Gold­kro­nacher Gold. Die Aus­stel­lung wid­met sich dem Abbau des Gol­des in den Berg­wer­ken, den Gefah­ren für den Berg­mann unter Tage, den For­schungs­tä­tig­kei­ten Alex­an­der von Hum­boldts, den Alche­mi­sten mit ihren Ver­su­chen Gold her­zu­stel­len sowie der Gold­ver­ar­bei­tung mit Gold­schla­gen, Ver­gol­den und Gold­schmie­den.

Euro­päi­sches Fla­kon­glas­mu­se­um Klein­tettau
Fla­kons rund um den ERD­ball

Die welt­weit agie­ren­de Fir­ma Heinz-Glas in Klein­tettau im nord­west­li­chen Fran­ken­wald kann mitt­ler­wei­le auf eine 350jährige Fir­men­ge­schich­te zurück­blicken. Der frän­ki­sche Fla­kon­glas­her­stel­ler pro­du­ziert nicht nur an sei­nem Haupt­fir­men­sitz in Klein­tettau, son­dern auch in Thü­rin­gen, Polen, Tsche­chi­en, Chi­na und Peru. Bereits seit der Grün­dung der ersten Dorf­glas­hüt­te in Klein­tettau im Jah­re 1661 wur­den dort Fla­kons her­ge­stellt. Auf­grund der Ent­völ­ke­rung gan­zer Land­stri­che durch den Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg muss­ten fern der Hei­mat neue Absatz­ge­bie­te erschlos­sen wer­den: mit dem Och­sen­kar­ren nach Mos­kau, auf Flö­ßen bis nach Amster­dam, von wo die hol­län­di­schen See­fah­rer die Fla­kons rund um den ERD­ball ver­brach­ten.

Muse­um am Max­platz in Rehau
Von ERD­äp­feln und eigen­sin­ni­gen Bau­ern

Die Geschich­te des feld­mä­ßi­gen Kar­tof­fel­an­baus in Deutsch­land beginnt im Jahr 1647 in Pil­grams­reuth, einem heu­ti­gen Orts­teil von Rehau. Die Aus­stel­lung doku­men­tiert den „Pil­grams­reu­ther Kar­tof­fel­streit“, mit dem alles sei­nen Anfang nahm, die Ent­wick­lung des Kar­tof­fel­an­baus sowie die Bedeu­tung der Kar­tof­fel als Nah¬rungsmittel im Lau­fe der Jahr­hun­der­te. Eben­falls dar­ge­stellt sind die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten, ERD­äp­fel zu ver­zeh­ren. Sowohl die zwei­spra­chi­ge Aus¬stellung als auch die Begleit­bro­schü­re zur Aus­stel­lung wur­den als INTER­REG IV-Klein­pro­jekt der Stadt Rehau mit der tsche­chi­schen Stadt Hra­ni­ce (frü­her Roß­bach) von der Euro­päi­schen Uni­on durch die Eure­gio Egren­sis finan­zi­ell unter­stützt.

Töp­fer­mu­se­um Thur­nau
Schät­ze aus gebrann­ter ERDE

Irden­wa­re, Stein­zeug oder Por­zel­lan – der Aus­gangs­stoff aller kera­mi­schen Erzeug­nis­se ist Erde. Aus dem Pro­dukt von Ero­si­on und Ver­wit­te­rung wird ein Mate­ri­al erschaf­fen, des­sen Eigen­schaf­ten, wie Feu­er­fe­stig­keit, außer­or­dent­li­che Belast­bar­keit oder iso­lie­ren­de Wir­kung, seit Jahr­tau­sen­den von der Mensch­heit geschätzt und genutzt wer­den. Die Thur­nau­er Kera­mik fas­zi­niert aber auch ihrer Form­ge­bung und ihres Dekors wegen, die das Geschick von Genera­tio­nen wider­spie­gelt.

Frän­ki­sche Schweiz-Muse­um Tüchers­feld
Archiv ERDE – Geschich­te unter unse­ren Füßen

In einer für Ober­fran­ken ein­ma­li­gen Art wer­den Archäo­lo­gie und Geschich­te der Regi­on leben­dig und anschau­lich prä­sen­tiert. Die Erde erweist sich für unse­re Geschich­te als ergie­bi­ges Archiv. In ihr haben sich zahl­rei­che Zeug­nis­se des mensch­li­chen Wir­kens und Han­delns über Jahr­tau­sen­de hin­weg erhal­ten – sei­en es alt­stein­zeit­li­che Werk­zeu­ge, jung­stein­zeit­li­che Gefä­ße, bron­ze­ne Schmuck­ge­gen­stän­de oder eiser­nes Rüst­zeug des Mit­tel­al­ters. Wer sich auf Spu­ren­su­che begibt, kann zahl­rei­che Infor­ma­tio­nen gewin­nen, die tie­fe Ein­blicke in das sozia­le und kul­tu­rel­le Leben ermög­li­chen. Ein neu­er Schwer­punkt der Samm­lung liegt auf der Völ­ker­wan­de­rungs­zeit mit spek­ta­ku­lä­ren Fun­den von der befe­stig­ten Höhen­sied­lung auf dem Reis­berg aus jener Zeit.

Mehr Infor­ma­tio­nen unter www​.erde​.bezirk​-ober​fran​ken​.de.

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