Aus­stel­lung “Afro­po­lis – Stadt, Medi­en, Kunst” in Bay­reuth

Künst­le­ri­sche und doku­men­ta­ri­sche Ein­blicke in afri­ka­ni­sche Städ­te

Méga Mingiedi: „Mémoire 1“, Zeichnung und Collage auf Papier, 2009.

Méga Min­gie­di: „Mémoi­re 1“, Zeich­nung und Col­la­ge auf Papier, 2009.

Vom 28. April bis 4. Sep­tem­ber 2011 zeigt das Iwa­le­wa Haus, das Forum für afri­ka­ni­sche Gegen­warts­kunst der Uni­ver­si­tät Bay­reuth, die Aus­stel­lung „Afro­po­lis – Stadt, Medi­en, Kunst“. Zur Ver­nis­sa­ge am Don­ners­tag, 28. April 2011, um 19 Uhr im Iwa­le­wa Haus, ist die Öffent­lich­keit herz­lich ein­ge­la­den. Die Kura­to­rIn­nen geben eine Ein­füh­rung in die Kon­zep­ti­on der Aus­stel­lung, die künst­le­ri­sche Pro­duk­ti­vi­tät und doku­men­ta­ri­sche Recher­chen auf neu­ar­ti­ge Wei­se mit­ein­an­der ver­bin­det. Am 29. April 2011 um 11 Uhr fin­det eine wei­te­re Füh­rung statt.

Die Aus­stel­lung „Afro­po­lis – Stadt, Medi­en, Kunst“ ist zwei­spra­chig (Deutsch und Eng­lisch) und ent­stand in Koope­ra­ti­on mit dem Rau­ten­strauch-Joest Muse­um Köln und den Goe­the-Insti­tu­ten in Johan­nes­burg und Nai­ro­bi. Sie wur­de von Prof. Dr. Ker­stin Pin­ther, Dr. Laris­sa För­ster und Chri­sti­an Hanus­sek kura­tiert und von der Kul­tur­stif­tung des Bun­des geför­dert.

Mehr als die Hälf­te der Welt­be­völ­ke­rung lebt heu­te in Städ­ten. In Afri­ka ist das jähr­li­che Wachs­tum der städ­ti­schen Bevöl­ke­rung welt­weit am höch­sten. Hier haben sich – unab­hän­gig von euro­päi­schen und ame­ri­ka­ni­schen For­men der Stadt­ent­wick­lung – eige­ne städ­ti­sche Struk­tu­ren, Öko­no­mien und Kul­tu­ren her­aus­ge­bil­det. Die Aus­stel­lung „Afro­po­lis“ stellt fünf afri­ka­ni­sche Metro­po­len vor: Kai­ro, Lagos, Nai­ro­bi, Kin­sha­sa und Johan­nes­burg. Dabei beschränkt sich der Blick nicht auf demo­gra­fi­sche und infra­struk­tu­rel­le Ent­wick­lun­gen, die in den Medi­en und in poli­ti­schen Dis­kus­sio­nen über Mega­städ­te oft im Vor­der­grund ste­hen. Die Bay­reu­ther Aus­stel­lung fasst den Begriff Urba­ni­tät wesent­lich wei­ter: als eine Viel­zahl städ­ti­scher Prak­ti­ken, (Sub-)Kulturen und Lebens­sti­le. Den Schwer­punkt bil­den daher Kunst- und Kul­tur­pro­duk­tio­nen ver­schie­de­ner Spar­ten, die sich mit aktu­el­len Ent­wick­lun­gen in den fünf Städ­ten aus­ein­an­der­set­zen: Gra­fik, Male­rei, Foto­gra­fie, Skulp­tur, Instal­la­ti­on, Film- und Video­kunst, aber auch Design, Comics und Web­logs.

Vie­le der gezeig­ten Arbei­ten ver­wen­den For­men des Doku­men­ta­ri­schen, wie sie in der zeit­ge­nös­si­schen Kunst eine immer grö­ße­re Rol­le spie­len. Cha­rak­te­ri­stisch für die­se Prak­ti­ken ist eine Ver­net­zung von Wis­sen­schaft, Kunst und Akti­vis­mus. Die Künst­ler haben in den jewei­li­gen Städ­ten eige­ne Recher­chen unter­nom­men. Auf die­ser empi­ri­schen Grund­la­ge wol­len sie mit künst­le­ri­schen Mit­teln – oft­mals in meta­pho­ri­scher Wei­se – erleb­bar machen, was sich mit dis­kur­si­ven Metho­den der Wis­sen­schaft nur schwer ver­mit­teln lässt. Wie orga­ni­sie­ren die Bewoh­ner afri­ka­ni­scher Städ­te ihren All­tag? Wie funk­tio­nie­ren die sozia­len und öko­no­mi­schen Struk­tu­ren? Wie ver­bin­den sich histo­ri­sche Ent­wick­lun­gen mit zukünf­ti­gen Per­spek­ti­ven? Die­sen Fra­gen will „Afro­po­lis“ mit künst­le­ri­scher Sen­si­bi­li­tät und mit doku­men­ta­ri­scher Nähe zur Lebens­wirk­lich­keit der Men­schen nach­spü­ren.

Die Aus­stel­lung glie­dert sich – ent­spre­chend der Aus­wahl von fünf Städ­ten – in fünf Tei­le. Ein doku­men­ta­ri­sches Modul im Zen­trum behan­delt aus­ge­wähl­te The­men zur Stadt­ge­schich­te, zu Archi­tek­tur, Poli­tik, Öko­no­mie und popu­lä­rer Kul­tur der jewei­li­gen Stadt und ver­weist auf die histo­ri­schen und sozia­len Kon­tex­te der künst­le­ri­schen Arbei­ten. Idee und Kon­zept der Aus­stel­lung stam­men von Prof. Dr. Ker­stin Pin­ther.

Im Iwa­le­wa-Haus wird die Aus­stel­lung in zwei Etap­pen prä­sen­tiert: Vom 28. April bis 12. Juli 2011 wer­den Kai­ro, Lagos, Nai­ro­bi und Kin­sha­sa gezeigt und vom 21. Juli bis 4. Sep­tem­ber 2011 die Städ­te Lagos, Nai­ro­bi und Johan­nes­burg.

Betei­lig­te Künst­le­rin­nen und Künst­ler sowie Pro­jek­te

Akin­bo­de Akin­biyi, Wey­in­mi Atig­bi, Lara Bala­di, Pume Bylex, Deadheat, Depart­ment of Archi­tec­tu­re and Urban Plan­ning UGent, Hala Elk­ous­sy, Rana El Nemr, Hawa Essum­an, ETH Stu­dio Basel, Moham­med Fah­mys, Ismail Farouk, Con­stan­ze Fisch­beck, Man­dy Gehrt, Sam Hop­kins, Lau­ra Horel­li, Osa­he­nye Kaine­bi, Dani­el Köt­ter, Sali­fou Lin­dou, Kare­em Lotfy, Kga­fe­la oa Mago­go­di, Künst­ler­grup­pe Masai Mbi­li, Méga Min­gie­di, Jyo­ti Mis­try, Sabe­lo Mlan­ge­ni, Künst­ler­grup­pe Mowo­so, Sam Nhlen­ge­thwa, Cédrick Nzo­lo, Eme­ka Ogboh,

Uche Okpa-Iro­ha, Wou­ter Oster­holt, Nao­mi Roux und Han­nah Le Roux, Künst­ler­grup­pe SADI, Karo­la Schle­gel­milch, Mag­dy el Shafee, SLUM-TV, Ola­kun­le Tejuo­so, Eme­ka Udem­ba, Elke Uiten­tuis, Min­net­te Vári.

Ver­an­stal­tun­gen

Wäh­rend der Dau­er der Aus­stel­lung steht den Besu­chern ein viel­fäl­ti­ges Rah­men­pro­gramm offen: Kura­to­ren­füh­run­gen mit Chri­sti­an Hanus­sek am Frei­tag, den 29. April 2011 um 11 Uhr und am Sonn­tag, den 19. Juni 2011 um 15 Uhr. Das wei­te­re Ver­an­stal­tungs­pro­gramm umfasst Lesun­gen, Vor­trä­ge, Kon­zer­te und Fil­me rund um das The­ma Urba­ni­tät in Afri­ka.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen

im aktu­el­len Pro­gramm des Iwa­le­wa Hau­ses unter www​.iwa​le​wa​.uni​-bay​reuth​.de

Kata­log

330 Sei­ten mit über 300 Abbil­dun­gen, Ver­lag der Buch­hand­lung Walt­her König, Köln. Preis an der Kas­se: 35,- Euro

Öff­nungs­zei­ten

Diens­tag bis Sonn­tag 14–18 Uhr, Mon­tag geschlos­sen

13.Juni 2011 geschlos­sen

01.Mai 2011, 02.Juni 2011 (Him­mel­fahrt) und 12. Juni 2011 (Pfingst­sonn­tag) geöff­net!

Ein­tritt

3 Euro / ermä­ßigt 2 Euro

Adres­se und Kon­takt

Iwa­le­wa Haus

Afri­ka­zen­trum der Uni­ver­si­tät Bay­reuth

Münz­gas­se 9

95444 Bay­reuth

Tel: 0921/554600

Fax: 0921/554602

E‑Mail: iwalewa@​uni-​bayreuth.​de

www​.iwa​le​wa​.uni​-bay​reuth​.de

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