Sonn­tags­ge­dan­ken zum 25. Todes­tag von Man­fred Haus­mann

“Wah­res Glück”

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs

“Ich glau­be, dass es mit dem Men­schen ganz wun­der­bar bestellt ist. Er kann nur dann glück­lich sein, so bis ins Inner­ste glück­lich, wenn er sich ver­schenkt. Alles ande­re Glück ist kein Glück. Er weiß erst dann, wer er eigent­lich ist, wenn er sich ganz und gar an einen ande­ren ver­liert.”

Über­zeu­gen uns die­se Wor­te Man­fred Haus­manns? Der “moder­ne” Mensch denkt anders, denn er will etwas “haben vom Leben”. Lan­ge hat man von kirch­li­cher Sei­te den Chri­sten ein­ge­re­det, sie müss­ten sich bedin­gungs­los unter­ord­nen, sei es dem Ehe­part­ner, sei es dem Dienst­herrn oder der Staats­ge­walt, und natür­lich vor allem Gott selbst. Da muss­te man als guter Christ sei­nen Zorn, sei­ne Zwei­fel, sei­ne urei­gen­sten Bedürf­nis­se hin­un­ter­schlucken. Zum Glück haben wir die­ses Sta­di­um auch in der Kir­che über­wun­den: Das Dop­pel­ge­bot der Lie­be lau­tet ja auch ganz klar: “Lie­be Dei­nen Näch­sten wie Dich selbst!” Wer nicht genie­ßen kann, wird unge­nieß­bar; und doch hat Haus­mann Recht: Wah­res Glück fin­det nur, wer sei­nen Ego­is­mus durch Lie­be über­win­det, wer ver­zei­hen kann, wer sich nicht von sei­ner Gier, sei­ner Unzu­frie­den­heit beherr­schen lässt. Die Bibel sieht den Men­schen sehr nüch­tern, weiß um die Tie­fen mensch­li­cher Schuld, mensch­li­chen Lei­dens, weiß um unse­re oft so auf­ge­bla­se­ne Groß­tue­rei, die schnell in Kat­zen­jam­mer umschla­gen kann. Haus­mann trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt:

“Wer bin ich also? Ich glau­be, dass von mir, wenn ich ein­mal alles abstrei­fe, was ich erlebt, erlernt, nach­emp­fun­den habe, nichts übrig bleibt als ein hilf­lo­ses Wesen, das ein­sam, schuld­be­wusst und gna­den­be­dürf­tig vor den rich­ten­den Augen des Ewi­gen steht.”

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs, www​.neu​stadt​-aisch​-evan​ge​lisch​.de

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